Technik

Ferngesteuerte Drohne repariert Straßenlaternen in der Smart City

von Paul Bandelin

Schweden will seine Städte zu Smart Citys machen – mit der ferngesteuerten Drohne LumenAIR von Strihl, die Straßenlaternen im Handumdrehen repariert.

Straßenlaternen in einer Reihe.
Nicht nur Vögel sollen künftig auf Straßenlaternen fliegen können, sondern auch ferngesteuerte Drohnen – für die Reparatur. Foto: Unsplash/ Eduardo Sánchez

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie es in der Smart City der Zukunft keine defekten Laternen mehr geben soll
  • Was eine ferngesteuerte Drohne damit zu tun hat
  • Wie Straßenlaternen in Zukunft viel mehr als nur Licht spenden könnten

Die Entwicklung zur Smart City geht meist nicht von Null auf Hundert – sondern Schritt für Schritt. Der schwedische Leuchtmittelhersteller Strihl, aus der Nähe von Göteborg, hat beispielsweise eine Drohne entwickelt, die Straßenlaternen repariert – Technik auf dem Weg zur Smart City.

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Das System heißt LumenAIR und kommt bei defekten Laternen zum Einsatz. Muss das Leuchtmittel gewechselt werden oder bedarf eines Updates, fliegt die Drohne hoch und nimmt sich des Problems an. Auf der Light und Building-Messe in Frankfurt, im März 2018, stellte Strihl seinen Prototyp erstmals vor. Ende des Jahres soll die Drohne dann schon in Serie gehen.

Ferngesteuerte Drohne von Strihl bei der Reparatur einer Straßenlaterne.
Die Ferngesteuerte Drohne von Strihl bei der Reparatur einer Straßenlaterne. Foto: Strihl

Ferngesteuerte Drohne für die Smart City

Derzeit läuft es so: Wenn eine Straßenlaterne ausfällt, wird die betreuende Firma informiert und schickt ein Techniker-Team, das die Laterne vor Ort von Hand repariert. Dazu bedarf es einer Hebebühne, viel Personal und Zeit.

Die Drohne von Strihl – mit Namen Matrice – benötigt hingegen nur eine Person für die Steuerung. Sie besteht aus sechs Rotoren, die sich um das Mittelstück herum bewegen. An der Unterseite ist eine Art umgedrehter Korb angebracht, der über eine Einhausung samt einer Greifmechanik verfügt.

Die Drohne landet zunächst auf der Straßenlaterne, entriegelt sie und hebt im nächsten Schritt das Laternenmodul ab. Im Anschluss bringt sie das Modul nach unten zum Techniker, der das Problem lokalisiert und behebt. Das reparierte oder komplett ausgetauschte Laternenmodul befestigt er dann wieder an der Drohne, diese befördert es auf die Laterne und verriegelt es.

Laut Strihl kann die Drohne Lasten im nicht weiter definierten Kilo-Bereich für bis zu 20 Minuten in der Luft halten. Der Vorteil liegt dabei auf der Hand: Die Reparatur geht zum einen schneller vonstatten, benötigt weniger Personalaufwand und ist damit kostengünstiger. In naher Zukunft soll der Vorgang dann komplett autonom ablaufen – ohne menschliches Zutun.

Besonders beim Einsatz als wendige Rettungskräfte, als Medizintransporte für abgelegene Regionen oder zum Kartographieren entlegener Gebiete kommen ähnliche Systeme immer häufiger zum Einsatz.

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Welche Aufgaben hat die Straßenlaterne der Zukunft?

Die Geschichte der Straßenlaternen-Drohne hat aber auch einen Haken. Derzeit verhält es sich so, dass in Schweden rund 85.000 Straßenlaternen mit der Drohnentechnik kompatibel sind. Eine undefinierbar große Menge an Laternen ist es hingegen nicht – es gibt keine landesweit einheitlichen Standards.

Sollte die Regierung das in naher Zukunft beschließen, stellt sich die Frage, in wessen Zuständigkeitsbereich die Vereinheitlichung fällt. Denn Straßenlaternen sollten in Zukunft idealerweise mehr können als nur den Weg zu erleuchten. Neben einer Nutzung als Ladestation könnten sie auch als WLAN-oder 5G-Spot fungieren. Es wird nur wichtig zu sehen, wer alles Interesse daran zeigt, einen einheitlichen Standard zu etablieren.

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