Elektromobilität

Fahrdienst-App: Künstliche Intelligenz für den Taxiservice

von Marten Zabel

Sony setzt auf künstliche Intelligenz, um mit einer Fahrdienst-App den Taxiservice in Japan zu verbessern - einem ähnlich regulierten Markt wie Deutschland.

Nahaufnahme eines älteren Taxischildes
Hallo, Taxi! Mithilfe künstlicher Intelligenz könnte sich der Markt für Fahrdienste und Taxiservice radikal wandeln. Foto: Unsplash/Peter Kasprzyk

Das erfahren Sie gleich:

  • Sony plant einen Taxiservice in Japan, der auf künstlicher Intelligenz basiert
  • Eine Fahrdienst-App soll bessere Koordination ermöglichen und Uber die Stirn bieten
  • Die Kosten pro gefahrenem Kilometer sinken bei diesem optimiertem Fahrdienst

Umkämpfter Taxiservice in Japan

Weltweit sorgt Uber für Unruhe im Taxigeschäft. Nur in streng regulierten Märkten wie Deutschland fasst der Fahrdienst-Anbieter bisher nicht Fuß. Doch dass sich solche Rahmenbedingungen ganz schnell ändern können, zeigt jetzt das Beispiel Japan.

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Wie in Deutschland ist Uber in Japan bisher nur eine Randnotiz. Aber das kann sich ganz schnell ändern.

Dort ist Ubers Fahrdienst-App bislang nur eine Randnotiz, was auch mit den strengen dort vorherrschenden Bestimmungen zusammenhängt: Nur wer eine gültige Lizenz zur Fahrgastbeförderung vorweisen kann, darf Passagiere transportieren – ähnlich wie in Deutschland.

Uber hofft aber, mithilfe von Investitionen im Markt Fuß zu fassen und will sich für eine mögliche Aufweichung des Gesetzes in Position bringen. Und darauf spekuliert jetzt auch Sony: Um Uber die Stirn zu bieten und das Taxigeschäft in Japan zu revolutionieren, plant Sony eine Allianz mit fünf einheimischen Taxi-Firmen.

Staufreies Vorankommen dank Fahrdienst-App

Mithilfe künstlicher Intelligenz und einer selbst entwickelten Fahrdienst-App will der Elektronik-Gigant den hart umkämpften Markt für Fahrdienste und Taxiservice komplett verändern: Sony und seine anderen Kooperationspartner wollen eine Flotte mit bis zu 10.000 Autos auf die Straßen bringen.

Um ein möglichst rasches und staufreies Vorankommen zu sichern, soll künstliche Intelligenz Faktoren wie den gegenwärtigen Verkehr, Witterung und derzeit stattfindende Veranstaltungen in der Umgebung in die Berechnungen der Routenplanung einbeziehen.

Sony baut in der Allianz die Bezahlstruktur auf und ruft andere Unternehmen auf, sich anzuschließen.

Diese Informationen nutzt die Fahrdienst-App auch dazu, das geeignete Fahrzeug vorzuschlagen. Sony wird bei dem Unterfangen die Bezahlstruktur stellen und ruft andere Unternehmen auf, sich der Allianz anzuschließen. Wie das Vorhaben genau umgesetzt werden soll und ob Sony eine ähnliche Allianz auch in Deutschland aufbauen wird, steht noch nicht fest.

Auch andere Anbieter wollen groß in den Markt für Taxiservice einsteigen. Didi Chuxing, einer der führenden Transportanbieter aus China, investiert ebenfalls in Japan. In Kooperation mit dem japanischen Telekommunikationskonzern Softbank soll der Markteinstieg gelingen.

Beim Poker um Taxiservice und Fahrdienste macht auch Toyota mit. Bereits 7,5 Milliarden Yen (etwa 56,7 Millionen Euro) hat der weltgrößte Automobilhersteller in den letzten Jahren in den Serviceanbieter Japantaxi investiert. Dieser gehört zu Nihon Kotsu – mit 60.000 Autos eine der größten Taxiflotten des Landes.

Optimierter Fahrdienst: Kosten pro km sinken

Gleichzeitig steigt der öffentliche Druck, Mobilität in den Städten neu zu denken: Anfang Februar trafen sich die 15 Vertreter des Shared Mobility Principles for Livable Cities, um zu diskutieren, wie die Städte lebenswerter und umweltfreundlicher werden könnten. Der Verbund gründete sich im vergangenen Jahr und beinhaltet Mitglieder wie beispielsweise BlaBlaCar, Keolis, Mobike oder Zipcar.

Die These des Verbandes: Innenstädte, die vor Autos überquellen, sind wenig attraktiv. Optimierte Fahrdienste senken nicht nur die anfallenden Kosten pro Kilometer, kürzere Routen verkleinern auch den ökologischen FußabdruUck und sorgen für weniger Staus und bessere Luft.

Der Plan ist, weniger privaten Individualverkehr in den Städten zu haben und technisch optimierte Transportsysteme zu stärken. Dazu zählt auch ein optimales Zusammenspiel zwischen allen verfügbaren Verkehrsmitteln - also ein gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr, Radwege, Carsharing-Angebote und Individualverkehr.

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