Elektromobilität

Europa wird zum E-Fahrrad-Paradies

von Leonie Butz

Jeder zweite Drahtesel ein E-Fahrrad? Bisher scheint die Prognose noch sehr hochgegriffen. In ganz Europa – und auch in Deutschland – nimmt die Zahl der E-Bikes jedoch stark zu.

Europa wird zum E-Fahrrad-Paradies
Immer mehr Elektro: Nach einer Prognose von Bosch ist in zehn Jahren jedes zweite Rad in Europa ein E-Fahrrad. Foto: obs/Bosch eBike Systems

Das erfahren Sie gleich:

  • Die Anzahl der E-Bikes in Deutschland steigt seit Jahren stetig
  • In zehn Jahren könnten 50 Prozent der Fahrräder in Europa Elektrofahrräder sein
  • Hierzulande hinkt das E-Fahrrad noch hinterher

Das E-Fahrrad wird immer beliebter

Ein bisschen aus der Übung bin ich ja schon. Früher war ich regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs – heute sind Bus und Bahn meine bevorzugten Verkehrsmittel. Das soll aber nicht so bleiben. Also steige ich seit einiger Zeit mal wieder auf ein Mietfahrrad der Stadt. Nicht so schwer wie erwartet, es macht sogar Spaß. Etwas außer Atem schaffe ich sogar den kleinen Berg am Ende der Strecke. Ohne eine Miene zu verziehen zieht da eine ältere Lady mit grauem Haar an mir vorbei. Bin ich wirklich so aus der Übung? Nein, sie sitzt auf einem E-Fahrrad.

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Aktuell sind rund fünf Prozent der geschätzten 73 Millionen Fahrräder in Deutschland E-Bikes.

Und der E-Bike-Markt wächst. Immer mehr Radfahrer wollen zumindest zeitweise Unterstützung von einem Elektromotor am Rad. Das zeigen auch die Zahlen. Verkauften die Händler 2015 laut Statista noch rund 535.000 Elektrofahrräder, waren es 2016 bereits 605.000. Für 2017 prognostiziert eine Studie von Bosch einen Verkauf von 680.000 Rädern – ein Anstieg der Verkäufe um rund 12 Prozent. Aktuell sind rund fünf Prozent der geschätzten 73 Millionen Fahrräder in Deutschland E-Bikes. Das, so die Annahme des Konzerns, wird sich in den nächsten Jahren in ganz Europa drastisch ändern.

In Europa auf dem Vormarsch

"Wir halten es für realistisch, dass in zehn Jahren jedes zweite neu verkaufte Fahrrad in europäischen Kernmärkten ein E-Bike ist", so Claus Fleischer, ein Geschäftsleiter bei Bosch. Hier ist aber sicherlich nicht nur das neue Elektrofahrrad relevant, sondern auch nachgerüstete Lösungen wie von Copenhagen Wheel oder Flykly. Die Unternehmen bieten Hinterräder mit Motor für jeden Fahrrad-Typen. Denn bisher sind viele Modelle noch recht klobig. Ein Entwicklungsschritt hin zum handlichen E-Fahrrad wird die Verkaufszahlen sicherlich noch befeuern.

In Europa auf dem Vormarsch
Deutschland weit abgeschlagen: Hierzulande ist bisher nur jedes fünfte Fahrrad ein E-Bike. Eine bessere Infrastruktur für die elektrischen Räder könnte da Abhilfe schaffen. Foto: obs/Bosch eBike Systems

Viele Radfahrer fühlen sich im Straßenverkehr nicht sicher.

Der Bosch-Studie liegt unter anderem eine Befragung von rund 5421 Menschen aus sechs europäischen Ländern im Sommer 2017 zugrunde. Darin gaben 10 Prozent der Probanden an, dass sie bereits ein E-Fahrrad besitzen. Rund ein Sechstel der Befragten zog einen Kauf im nächsten Jahr in Erwägung. Am beliebtesten sind Stadträder, die bei knapp einem Drittel im Fokus stehen. Dabei rangiert der Einsatzzweck zwischen reinem Fortbewegungsmittel, Ausflugs-Gefährt oder Sportgerät. Der Einsatz im Berufsverkehr ist hierzulande hingegen noch sehr gering. Das liegt vor allem daran, dass sich viele im Straßenverkehr nicht sicher fühlen.

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Deutschland hinkt hinterher

Aus einer Studie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geht hervor, dass sich die Hälfte der Befragten auf den Straßen in Deutschland nicht sicher fühlen. Diese geben außerdem an, dass sie mehr Radwege, sichere Abstellmöglichkeiten und eine Trennung von Fuß- und Radwegen forderten. Im ganzen Land stehen deshalb Pläne bereit, um E-Fahrrad-Autobahnen oder bessere Radwege zu realisieren.

Wie eine fahrradfreundliche Stadt aussieht, das macht etwa Kopenhagen vor. Der gesamte Verkehr der Stadt orientiert sich an weitläufigen Fahrradwegen. Ein ähnlich radikaler Prioritätenwechsel ist in Deutschland jedoch nicht zu erwarten. Somit werden es auch eher Dänemark oder die Niederlande sein, die die E-Fahrrad-Spitzenplätze in Europa belegen.

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