Technik

Europa als Vorbild: USA bauen Offshore-Windparks vor der Ostküste

von Paul Bandelin

Zwei Offshore-Windparks sollen im Nordosten der USA bald viele Haushalte mit grüner Energie versorgen – und auch andere Ostküsten-Staaten haben Pläne.

Windräder eines Offshore-Windparks.
Inspiration aus Europa: Die USA wollen an der Ostküste gleich mehrere Offshore-Windparks errichten. Foto: Shutterstock/Teun van den Dries

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie in den USA gerade riesige Offshore-Windparks entstehen
  • Wie Windenergie bereits 2023 Zehntausende Haushalte in Rhode Island mit Strom versorgen soll
  • Wie die Entwicklungen in Bezug auf die erneuerbaren Energien die gesamte Ostküste der USA beflügeln

USA bauen gewaltige Offshore-Windparks

Eine längst geschlossen geglaubte Industrie beleben die USA gerade wieder: Die Offshore-Industrie. Zwei geplante Windfarmen sollen in der Zukunft 1,2 Gigawatt an Energie erzeugen und damit Zehntausende Haushalte versorgen.

Vor den Küsten Massachusetts und Rhode Islands, die sich beide an der nördlichen Ostküste befinden, entstehen bald Windparks. Im Mai 2018 unterzeichneten die zuständigen Behörden zusammen mit den verantwortlichen Unternehmen die Verträge für die Technik.

In Massachusetts entsteht 14 Meilen vor der Insel Martha's Vineyard eine Anlage, die in der Lage sein soll, 800 Megawatt Strom zu produzieren. 2021 soll „Vineyard Wind“ ans Netz gehen. Die Ingenieurbüros Avangrid Renewables LLC und Copenhagen Infrastructure Partners haben sich paritätisch die Verantwortung für das Megaprojekt gesichert, das aus insgesamt 50 Turbinen bestehen wird.

Mit einem Volumen von rund einer Milliarde US-Dollar (rund 850 Millionen Euro) gehört es zu den größten Offshore-Projekten weltweit und schafft während des Baus etwa 800 Arbeitsplätze – später dann 50 permanente. Zusätzlich können dort alte Akkus von E-Autos ein zweites Leben als Stromspeicher antreten.

Das ambitionierte Vorhaben wird Schätzungen zufolge die Kohlendioxid-Emission des Bundesstaates um 1,6 Millionen Tonnen pro Jahr senken. Das entspricht rund 325.000 Autos auf den Straßen. Damit soll in Massachusetts aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht sein. Ein ehrgeiziges Ziel gibt vor, bis 2027 jährlich 1,6 Gigawatt an Windenergie zu produzieren.

Windenergie kommt auch nach Rhode Island

Auch im Nachbar-Bundesstaat Rhode Island spielt Windenergie wieder eine Rolle. Deepwater Wind hat dort den Großauftrag an Land gezogen und wird die Offshore-Anlage „Revolution Wind“ bauen. Diese hat es sich zum Ziel gesetzt, jährlich 400 Megawatt Windenergie zu erzeugen.

Mit dem 250 Millionen Dollar (etwa 214 Millionen Euro) teuren Projekt soll 2020 begonnen werden. Noch fehlen aber ein paar Unterschriften. Ab 2023, so sieht es der Plan vor, sollen die 15 Turbinen Zehntausende Haushalte mit Strom versorgen. Auch hier haben die Macher ein ambitioniertes Ziel vor Augen – ein Gigawatt Energie will Rhode Island in Zukunft durch erneuerbare Energien jährlich erzeugen.

Kann auch New York erneuerbare Energien?

Deepwater Wind ist noch in eine weitere Offshore-Unternehmung involviert. Ende 2016 gab es grünes Licht für eine 740 Millionen Dollar teure Windfarm vor Long Island: Die South Fork Wind Farm. 30 Kilometer vor Montauk soll Windenergie über 50.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Zudem sagte Gouverneur Andrew Cuomo, dass der Bundesstaat New York bis 2030 die Hälfte seines benötigten Stroms aus erneuerbaren Energien ziehen will. Kritiker stehen diesem Vorhaben allerdings skeptisch gegenüber und verweisen auf die hohen Kosten.

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Auch Maryland und New Jersey haben dahingehend Pläne:

Eigentlich denkt die gesamte Ostküste der USA gerade darüber nach, Offshore Windparks zu installieren – also Maine, Delaware, New Hampshire, Virginia, North und South Carolina sowie Florida. Vorbild sind dabei die großen Windparks in Europa.

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