Leben

EU-Pläne: Plastik-Einweggeschirr vor dem Aus?

von Leonie Butz

Rund 60 Prozent des Mülls im Meer besteht aus Plastik-Einweggeschirr – die EU-Kommission überlegt, es zu verbieten. Einige Länder sind einen Schritt weiter.

Plastikbecher mit Wasser
Ein Verbot für Einweggeschirr aus Plastik? Wenn es nach der EU-Kommission geht, könnte das bald Realität werden. Foto: Pexels/Meir Roth

Das erfahren Sie gleich:

  • Mehr als 500.000 Tonnen Plastik aus Europa landet jährlich im Meer
  • Geht es nach der EU-Kommission, könnte Plastik-Einweggeschirr bald verboten sein
  • Ein Supermarkt in Großbritannien prescht vor – und verbannt Plastik

EU-Kommission gegen Einweggeschirr

25,8 Millionen Tonnen – das ist die Menge an Plastik, die Europa jährlich produziert. Mehr als zwei Drittel davon werden unrecycelt in Drittländer exportiert, um dort verbrannt zu werden. 500.000 Tonnen landen im Meer. In Deutschland liegt die jährlich Müllproduktion pro Kopf mit 37 Kilo sogar noch über dem EU-Durchschnitt. Eine Horrorvorstellung für Natur- und Umweltschützer. Aber wie können wir dem Herr werden? Eine Überlegung der EU-Kommission dazu ist ein Verbot von Einweg-Plastik-Geschirr.

Da der Abfall nicht in dem Land am Strand landet, an dem es ins Meer gelangte, nennt die EU das ein grenzüberschreitendes Problem.

Am 16. Januar 2018 stellte die EU-Kommission eine Strategie vor, um Plastik in eine Kreislaufwirtschaft zu bringen. Eine der Maßnahmen darin sah vor, dass Europa Einweggeschirr verbieten solle. Aber warum müssen ausgerechnet diese Plastikutensilien dran glauben? Laut der EU-Kommission ist rund 60 Prozent des an Stränden angespülten Abfalls Plastik-Einweggeschirr. Da der Abfall aber nicht in dem Land am Strand landet, an dem es ins Meer gelangte, nennt die EU das ein grenzüberschreitendes Problem. Frankreich und Irland haben mit teilweisen und geplanten Verboten bereits einen ersten Schritt in diese Richtung gemacht.

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Dem Plastik den Kampf angesagt

Einen sehr großen Schritt hat jetzt ein Supermarkt in Großbritannien gemacht. Die Kette Iceland kündigte an, dass sie in Zukunft vollständig plastikfrei produzieren wolle. Somit kämen zumindest die Produkte der Eigenmarke ohne Plastik aus. Völlig durchsetzen will die Kette das in den nächsten fünf Jahren. Stattdessen setzt man dort dann auf recycelbare Schalen aus Papier und Zellstoff. Plastikstrohhalme hat der Supermarkt bereits aus seinen Regalen verbannt. Die Aktion startet Iceland gemeinsam mit Greenpeace UK, die andere Supermarktketten zu einem ähnlichen Schritt aufforderten. Jetzt soll ganz Europa nachziehen – zumindest was das Plastik-Einweggeschirr angeht.

Bisher scheitert ein Recycling von Plastik oft auch daran, dass Chemikalien, um ein Plastikteil beispielsweise feuerfester oder biegsamer zu machen, nicht so einfach identifizierbar sind.

Aber selbst wenn ein solches Verbot in Kraft treten sollte, wird es sicherlich noch recht lange dauern, bis die Folgen für die Europäer spürbar sind. Denn eine gewisse Zeitverzögerung, bis die Maßnahmen greifen, ist anzunehmen. Bis 2030 will die EU die Kreislaufwirtschaft in Gang bringen. Dafür arbeitet sie auch an Verfahren, um Chemikalien im Plastikmüll effizienter nachweisen zu können. Denn bisher scheitert ein Recycling von Plastik oft auch daran, dass Chemikalien, die ein Plastikteil beispielsweise feuerfester oder biegsamer machen, nicht so einfach identifizierbar sind. Dann ist das Wegwerfen für die Hersteller sehr viel günstiger als ein kostspieliges Recycling. Gemeinsam mit dem Europäischen Komitee für Normung (CEN) will die Kommission deshalb Standards in diesem Bereich erarbeiten.

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