Leben

Essen im Flugzeug: Big-Data-Technologien gegen fade Mahlzeiten

von
Carola Franzke

Essen im Flugzeug schmeckt immer fade? Das liegt an veränderten Geschmacksnerven in der Höhe. Big-Data-Technologien und neue Gartechniken schaffen Abhilfe.

Ein Flugzeug am Himmel, im Hintergrund sind leicht Wolken zu sehen.
Ob auf dem Weg in den Urlaub oder zum Geschäftstermin: Im Flugzeug verändern sich ab einer Gewissen Höhe die Geschmacksnerven – und das Essen schmeckt fade. Foto: Shutterstock / taffpixture

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Vakuumieren das Essen im Flugzeug verbessern soll
  • Wie sich die Geschmacksnerven in der Höhe verändern
  • Welchen Beitrag Big-Data-Technologien dabei leisten

Wie Vakuumieren das Essen im Flugzeug verbessern soll

Das Essen auf längeren Flügen hat einen ähnlich guten Ruf wie Krankenhaus-Verpflegung. Eine spezielle Methode des Garens und eine bessere Datenauswertung soll Abhilfe schaffen.

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Die Garmethode nennt sich „Sous-vide“ und bedeutet, die Speisen vakuumverpackt in den Ofen zu schieben. Dabei soll mehr Feuchtigkeit in den Lebensmitteln eingeschlossen und Vitamine erhalten bleiben. So lässt sich in Sachen Geschmack und Nährwerte einiges verbessern: Leben wie Gott in Frankreich – in mehreren tausend Metern höhe.

Das ist auch gut so: Auf über 9.000 Metern Höhe sind Reisende der Bordküche quasi wehrlos ausgesetzt. Was auf Kurzstrecken kein Problem ist – da hilft im Zweifel ein Schokoriegel bis zur Landung – kann auf Langstreckenflügen für Magenknurren und schlechte Laune sorgen.

Hungrige Passagiere sind unzufriedene Passagiere, und wenn es schlecht läuft, macht der Hunger auch noch aggressiv. Airlines haben also viele gute Gründe, für das leibliche Wohl im Flugzeug zu sorgen. Damit das Essen in der Luft besser schmeckt, engagieren manche Airlines sogar Sterneköche, damit sie besondere Gerichte entwerfen.

Wie sich die Geschmacksnerven in der Höhe verändern

Das Problem dabei: Der niedrige Luftdruck in der Kabine und die trockene Luft aus der Klimaanlage beeinflussen die Geschmacksnerven. Salz und Zucker nimmt der Fluggast viel milder wahr – alles schmeckt ähnlich fad wie bei einem kräftigen Schnupfen.

Auch Kräuter und andere feine Aromen bleiben in der Luft auf der Strecke. All das bedeutet, dass Gerichte, die am Boden ausgewogen gewürzt sind, im Flugzeug langweilig schmecken. Andersherum schmeckten Flugzeug-Menüs am Boden versalzen und überwürzt.

Dieser Effekt steckt auch hinter dem Rätsel, warum Fluggäste so viel Tomatensaft trinken – auch von Menschen, die sonst nie welchen mögen. Das natürliche Glutamat im Tomatensaft gewinnt mit der Höhe an Geschmack – während derselbe Saft am Boden als eher „muffig“ charakterisiert wird.

Welchen Beitrag Big-Data-Technologien dabei leisten

Um auch im Flugzeug Gaumenfreuden zu servieren, gilt es also, einige Regeln beim Würzen zu beachten. Geschmack ist dabei aber längst nicht mehr alles – es ist auch wichtig, was da auf den Tellern landet.

Bisher ging es vor allem darum, die Passagiere satt und friedlich zu halten: Mit sättigenden Portionen und meist ungesunden Snacks zwischen den Mahlzeiten. Nach dem Motto: Wer kaut, beschwert sich nicht.

Doch zunehmend mehr Menschen wollen auch beim Essen im Flugzeug nicht auf ihren Komfort verzichten und lehnen Junkfood ab. Zudem reichen mit veränderten Ernährungsgewohnheiten und individuelleren Ansprüchen die alten Faustregeln – 40 Prozent Geflügel, 40 Prozent Rind und 20 Prozent vegetarische Optionen – nicht mehr aus, um die Wünsche der Passagiere zu bedienen.

Zwei Teller mit Essen im Flugzeug – einmal vegetarisch, einmal mit Fleisch; dazu ein Glas Weißwein.
Gutes Essen im Flugzeug: Immer mehr Fluglinien setzen auf gesunde Zutaten – und eine Auswertung der Passagierdaten mit Big-Data-Technologien, um die Verpflegung ideal zu personalisieren. Foto: Shutterstock / Aureliy

Aber das macht nichts: Detaillierte Datenanalysen und Big-Data-Technologien helfen. Bisher kommt Big Data vor allem bei der Vernetzung von Städten zum Einsatz – jetzt soll die Methode aber auch das Essen im Flugzeug verbessern. Einer der größten Airline Caterer, Gategroup, kooperiert deshalb mit dem Datenanalyse-Spezialisten Black Swan Data.

Mittlerweile bieten fast alle Airlines die Möglichkeit, schon vor dem Flug die Mahlzeiten zu wählen. So können die Zulieferer anhand der verfügbaren Faten hochrechnen, was tatsächlich für den Flug nötig ist. Damit rücken sogar hoch individuelle Zusammenstellungen in greifbare Nähe – wer keinen Broccoli mag, wird das früher oder später präzise buchen können.

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Die Passagierdaten lassen sich zukünftig noch präziser analysieren, um weiteren Aufschluss zu geben. Dann erfasst die Big-Data-Technologie, wer auf dem Hinflug einen Gin Tonic geordert hat. Die Wahrscheinlichkeit, dass auf dem Rückflug die gleiche Bestellung kommt, ist groß.

Übrigens: Wer von zu vielen Dienstreisen gestresst ist, der kann mit einigen Tipps sein Stressmanagement verbessern.

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