Elektromobilität

eSled: Ein leises Schneemobil für den hohen Norden

von
Marten Zabel

Mit einem elektrischen Schneemobil könnte nachhaltiger Tourismus auch am Polarkreis ankommen. Leise geht es auf Tour durch das verschneite Lappland.

Eine Gruppe von Menschen auf Schneemobilen im Schnee.
Bisher waren Touren mit dem Schneemobil meist laut und schlecht für die Umwelt – das soll sich mit dem eSled ändern. Foto: Getty Images/fStop

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein elektrisches Schneemobil einen sauberen Tourismus am Polarkreis ermöglicht
  • Wie bei den Entwicklern von Aurora eMotion die Idee zum nachhaltigen Tourismus im Norden Finnlands entstand
  • Wo die eSleds – neben Touren in Lappland – noch zum Einsatz kommen könnten

Ein Schneemobil ist mitunter die einzige Möglichkeit, sich im arktischen Winter schnell durch die Natur zu bewegen – vom klassischen Hundeschlitten mal abgesehen. Die Mobile zerstören allerdings die winterliche Stille mit jeder Menge Lärm und verpesten die ansonsten so klare Luft. Eine kleine Firma aus Lappland bietet jetzt eine elektrische Alternative an, um Nachhaltigkeit und Ruhe in den nördlichen Tourismus zu bringen.

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Die Lösung für das Lärmproblem von Schneemobilen heißt eSled und ist ein vollelektrischer Motorschlitten. Der schafft bis zu 25 Kilometer am Stück und produzieren dabei kaum Lärm und keine Abgase. Die Macher haben ihr Werk in zwei Firmen gegliedert: Aurora Powertrains als Hersteller der Fahrzeuge und Aurora eMotion als Betreiber. Letzterer bietet damit elektrische Safari-Touren von bis zu drei Stunden Länge an, die im finnischen Rovaniemi in Lappland starten und die umliegenden verschneiten Wälder erkunden.

Ein Motorschlitten für nachhaltigen Tourismus

Die Geschichte der eSleds von Aurora eMotion begann bereits vor zehn Jahren, als erste Touristen in Lappland nach einer Möglichkeit fragten, sich im Winter leise durch die Natur der Arktis zu bewegen. Schneeschuhe sind zu langsam und Schlittenhunde stellen eine ganz eigene Form von logistischer Herausforderung dar. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine elektrischen Schneemobile – das wollten die finnischen Tüftler ändern.

Zusammen mit der Lapland University of Applied Sciences begann so im Jahr 2010 die Entwicklung des lautlosen Schneemobils. Die größte Herausforderung dabei war, die Technik für die Polarumgebung fit zu machen: Ein regulärer Elektromotor würde bei der Kälte des Polarkreises nämlich schnell den Geist aufgeben.

2017 war die Technik so weit, dass die vier Ingenieure dahinter den Schritt zur Gründung wagten: Aurora Powertrains war geboren und die ersten eSleds gingen in die Produktion. Zur aktuellen Wintersaison betreibt Aurora eMotion 20 der Fahrzeuge und bietet damit erstmals auf der Welt lautlose Motorschlitten-Safaris an. Die mehrstündigen Touren führen in die verschneite Wildnis, wo die Touristen mit etwas Glück Nordlichter und Rentiere beobachten können.

Nicht nur in Lappland auf Tour

Die Erfinder und Betreiber der eSleds achten bei ihrem Firmenkonzept auf vollständige Nachhaltigkeit:

  • Die Elektrizität kommt aus lokaler, nachhaltiger Produktion, etwa mit Wasserkraftwerken
  • Die Safaris finden nur auf markierten Trails statt, um die Natur nicht zu schädigen
  • Bei Mahlzeiten kommen weder Plastiktüten noch Einweg-Geschirr zum Einsatz

Der Trend zur Elektromobilität für Safaris ist in anderen Gegenden ebenfalls bereits angekommen. Klarer Vorteil ist, dass die Natur, die Touristen dabei beobachten, deutlich weniger gestört wird. So gibt es am Kilimandscharo inzwischen bereits mehrere Stützpunkte, von denen aus entsprechende Elektro-Geländewagen zu Touren aufbrechen.

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Die eisige Kälte der Arktis ist für Elektrofahrzeuge ein Problem, das sich von Motor bis zur Batterie hin zieht. Die meisten Fahrzeuge, die dem gewachsen sind, sind Einzelanfertigungen: Expeditionsfahrzeuge wie das Venturi Antarctica EV oder der Solar Voyager entstehen in Handarbeit und sind damit teuer und nicht für die Serie geeignet.

Die eSleds hingegen sind in Serie produziert und könnten sich weit über Lappland hinaus nach Kanada, Alaska, Sibirien und natürlich in den Rest Skandinaviens ausbreiten.

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