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ESA will 2025 Raketentreibstoff auf dem Mond herstellen

von
Marten Zabel

Die ESA plant eine Mondmission, bei der sie auf dem Erdtrabanten Wasser aus dem Gestein gewinnen und es dann zu Treibstoff umwandeln will.

Ein Bild vom Mond, aufgenommen von der Erde.
Die ESA will ab 2025 auf dem Mond Wasser gewinnen und Treibstoff herstellen. Foto: Getty Images/Mimi Ditchie Photography

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie die ESA bei einer Mission zum Mond Treibstoff gewinnen will
  • Welche Vorteile es für die Raumfahrt hätte, Wasser aus Mondgestein zu extrahieren
  • Wie das Projekt auch der Trägerrakete Ariane 6 nützen könnte

Bereits in wenigen Jahren plant die ESA, erstmals Treibstoff für Raketen auf einem anderen Himmelskörper zu gewinnen: Eine angedachte Mission für das Jahr 2025 soll diese Möglichkeit austesten und damit den Weg für eine Tankstelle auf dem Mond ebnen. Klappt das, wäre eine Erforschung des weiteren Sonnensystems künftig um Einiges einfacher.

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Der Plan sieht einen unbemannten Lander vor, den eine Ariane 64 zum Erdtrabanten bringt. An einer geeigneten Landestelle soll das Fahrzeug aufsetzen und dann einen Bohrer für die Entnahme von Bodenproben einsetzen. Aus diesen, so erhoffen sich die Missionsplaner, wollen sie dann Wasser gewinnen.

ESA will Wasser auf dem Mond gewinnen

Auf dem Mond Wasser zu gewinnen, wäre in gleich zweierlei Hinsicht ein großer Vorteil für die weitere Erforschung des Alls:

  • Zum einen ließe sich daraus Sauerstoff gewinnen, was für eine permanente bemannte Präsens – oder sogar ein Leben – auf dem Erdtrabanten enorm wichtig wäre
  • Zum anderen lässt sich daraus auch Treibstoff herstellen – und das wäre eine Möglichkeit, das Problem der Raketengrundgleichung abzuschwächen

Diese besagt, dass für jedes zusätzliche Kilogramm Nutzlast, das ins All transportiert werden soll, mehr Treibstoff nötig ist, als für das davor. Das liegt daran, dass die Rakete ja mit zusätzlichem Treibstoff schwerer wird. Das lässt sich nicht umgehen, da jeder Antrieb eine Reaktionsmasse benötigt. Raketen lassen sich höchstens effizienter gestalten – aus diesem Grund haben Raketen meist mehrere Brennstufen.

Könnte man Raumfahrzeuge oberhalb eines hohen Erdorbits auftanken, wäre viel gewonnen. Wie Robert Heinlein einst gesagt hat: Wenn man einmal im Orbit ist, ist man schon auf halbem Wege an jeden Ort im Sonnensystem.

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Hilfe für die Ariane 6

Zunächst einmal haben ESA und ArianeGroup einen Vertrag über ein Jahr für eine erste Studie der Mission abgeschlossen. Symbolischerweise haben die Parteien diesen am Tag der letzten Mondfinsternis unterzeichnet. ArianeGroups CEO André-Hubert Roussel sagte dazu, dass dies auch für die Öffentlichkeit ein wichtiger Vorgang sei. Denn sie zeigt doch die Fähigkeit der Ariane 64 auf, bis zu 8,5 Tonnen Nutzlast zum Mond zu bringen. Eine bemannte Mission ist damit allerdings derzeit nicht angedacht.

Der Vertrag über die Missionsplanung ist für ArianeGroup, den Raumflugdienstleister der ESA, äußerst wichtig: Aktuell ist die Entwicklung der Ariane 6 und ihrer mondfähigen Variante Ariane 64 in der Schwebe, da es noch nicht ausreichend Bestellungen für kommerzielle Starts gibt. Schickt die ESA eine Mission zum Mond, wäre das immerhin der vierte Auftrag für die neue Rakete, die mit kosteneffektiven, privaten Anbietern wie SpaceX konkurrieren muss und daher einem immensen Preisdruck ausgesetzt ist.

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