Elektromobilität

Umweltprämie für Elektroautos: Wie komme ich an den Zuschuss?

von Sabrina Lieb

Bis zu 4000 Euro Bonus bekommen Käufer eines Elektroautos – und der Fördertopf ist noch nicht ausgeschöpft. Wir zeigen, wie Sie die Umweltprämie beantragen.

Luftaufnahme eines Waldes mit grünen Bäumen
Bonus für die Umwelt: Mit der Umweltprämie will die Bundesregierung erreichen, dass mehr Elektroautos, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenautos gekauft werden. Foto: Unsplash/ Lambert Yuri

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie viel Anträge auf die Elektroauto-Umweltprämie wurden schon gestellt?
  • Muss ich mich beeilen, wenn ich ein Elektroauto kaufen will?
  • Wie komme ich an die Umweltprämie?

Die Umweltprämie fürs Elektroauto soll die Nachfrage nach E-Autos und Plug-in-Hybriden ankurbeln und so die Elektromobilität vorantreiben. Die im Juli 2016 eingeführte Subvention für Elektroautos, die neben der Kaufprämie zusätzlich mit einer Steuerbefreiung von zehn Jahren lockt, hat allerdings noch immer nicht richtig gezündet. Das Gute daran: Den Umweltbonus zu beantragen lohnt sich immer noch – denn es ist genug Geld da.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hat Anfang Juli 2018 eine aktualisierte Zwischenbilanz zur Umweltprämie veröffentlicht. Demnach sind erst 66.029 Anträge für die Förderung von Elektroautos eingegangen – weit entfernt von den Prognosen der Bundesregierung und dem Ziel, eine Millionen E-Autos bis 2020 in Deutschland auf die Straßen gebracht zu haben.

Die aktuellen Anträge auf den Umweltbonus (Stand: 30. Juni 2018):

  • Rein batterie-elektrische Fahrzeuge (BEV): 38.146
  • Plug-in-Hybride (PHEV): 27.866
  • Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV): 17

Im einzelnen verteilen sich die 66.029 Anträge auf:

  • Privatpersonen: 30.350
  • Unternehmen: 34.447
  • Sonstige: 1232

Verteilung nach Bundesland:

  • Nordrhein-Westfalen: 14.151
  • Bayern: 13.326
  • Baden-Württemberg: 12.286
  • Niedersachsen: 6015
  • Hessen: 5347
  • Rheinland-Pfalz: 2768
  • Schleswig-Holstein: 2091
  • Sachsen: 1904
  • Berlin: 1698
  • Thüringen: 1478
  • Hamburg: 1380
  • Brandenburg: 1162
  • Sachsen-Anhalt: 952
  • Saarland: 634
  • Mecklenburg-Vorpommern: 501
  • Bremen: 326

Die fünf Fahrzeuge, für die bislang die meisten Anträge eingingen:

  • Renault Zoe: 7348
  • BMW i3/ i3s: 5785
  • Audi A3: 5753
  • Smart Fortwo: 5493
  • BMW 225xe: 5067

Bis 2019 den Umweltbonus beantragen

Wer ein Elektroauto kaufen und vom Umweltbonus profitieren möchte, hat noch Zeit. Denn bis Juni 2019 können Anträge auf Fördergelder gestellt werden. Dabei gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Da die Bundesregierung Mittel für 300.000 Fahrzeuge zurückgestellt hat, ist aber auf jeden Fall noch genug Geld da. Andersherum gilt: Mittel, die bis zum Ablauf der Förderfrist nicht abgerufen sind, verfallen.

Für die Förderung von Elektrofahrzeugen hat der Bund 600 Millionen Euro bereitgestellt. Außerdem erlassen die Hersteller wiederum den Kunden beim Kauf bis zu 2000 Euro, so ergibt sich eine Fördersumme von insgesamt 1,2 Milliarden Euro.

Gemessen an der aktuellen Zahl der Anträge sind "von den verfügbaren Mitteln rund 100 Millionen Euro verbraucht. Das entspricht einem Sechstel der Fördersumme", berichtete Bafa-Präsident Andreas Obersteller Anfang Juli.

Statistik zum Umweltbonus in Deutschland.
Bei diesen Herstellern ist der Umweltbonus besonders gefragt. Foto: Statista

Umweltprämie Elektroauto: Die wichtigsten Fragen

1. Wer kann einen Antrag auf die Umweltprämie stellen?

Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, Vereinen, Körperschaften und Stiftungen können Anträge stellen. Wichtig: Anfang März 2018 hat das Bafa das sogenannte Doppelförderungsverbot bei der Umweltprämie gekippt. Das bedeutet: Für die Anschaffung von Elektroautos können mehrere gleichartige Förderprogramme gleichzeitig in Anspruch genommen werden.

2. Für welches Elektroauto gibt es wieviel Geld?

Die Umweltprämie fördert ausschließlich Neuwagen mit einem maximalen Kaufpreis von 60.000 Euro (Netto-Listenpreis). Dabei wird die Förderung zu gleichen Teilen von Hersteller und Bundesregierung getragen. So gibt es insgesamt 4000 Euro für Elektroautos. Von der Summe erlässt der Hersteller bereits 2000 Euro durch einen entsprechend niedriger ausgewiesenen Kaufpreis, die andere Hälfte gibt es auf Antrag.

Für Plug-in-Hybride gilt das gleiche Prinzip: Sie werden mit insgesamt 3000 Euro gefördert, davon je zur Hälfte durch den Hersteller und auf Antrag. E-Autos, die seit dem 17. November 2016 zugelassen sind, erhalten eine Steuerbefreiung für zehn Jahre. Diese Steuerbefreiung gilt nicht für Hybride.

3. Kann ich die Umweltprämie für mein Elektroauto in Anspruch nehmen?

Welche Wagen von der Förderung profitieren, können Kaufinteressierte auf der Liste der förderungsfähigen Elektrofahrzeuge einsehen. Übrigens: Sollte das jeweilige Auto noch nicht auf der Liste stehen, lohnt sich der Blick zu einem späteren Zeitpunkt. Denn das Bafa erweitert die Liste für die Umweltprämie regelmäßig.

4. Wo finde ich den Antrag auf die Umweltprämie?

Der Antrag zur Förderung stellen Sie direkt beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Die Anträge für die Elektroauto-Prämie werden dabei ausschließlich elektronisch entgegen genommen. Sprechen Sie Ihren Verkäufer an, möglicherweise kann er dies bereits für Sie übernehmen.

5. Welche Unterlagen muss ich einreichen?

Um den Umweltbonus zu beantragen, benötigen Sie eine Kopie des Kaufvertrages, die Sie im Online-Portal hochladen. Dabei sollten Sie sicherstellen, dass dort bereits vermerkt ist, dass der Hersteller seinen Prämienanteil vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat.

Bevor die Prämie ausgezahlt wird, muss noch eine Kopie der Rechnung und der Zulassungsbescheinigung elektronisch nachgereicht werden. Wichtig zu wissen: Um von der Prämie zu profitieren, müssen Sie Ihr gefördertes E-Mobil mindestens neun Monate nach dem Kauf behalten.

6. Welche Fristen habe ich zu beachten?

Die E-Auto-Prämie gilt rückwirkend für Kauf- und Leasingverträge, die ab dem 18. Mai 2016 abgeschlossen wurden und die Bedingungen der Förderrichtlinie erfüllen. Anträge auf Fördergelder können noch bis Juni 2019 gestellt werden. Sobald die Prüfung erfolgreich abgeschlossen ist, wird das Geld auf das Konto des Antragstellers überwiesen.

Angesichts der teilweise recht langen Warte- und Lieferzeiten bei reinen Elektroautos räumt das Bafa eine zusätzliche Übergangszeit ein, die über die eigentliche Frist vom 30. Juni 2019 hinausgeht.

Verbindlich ist die Frist letztlich nur für die Einreichung des Kaufvertrags, bestätigte das Bafa gegenüber aio. Um das neue E-Auto zuzulassen, habe man auch nach dem 30. Juni noch bis zu neun weitere Monate Zeit.

Sollte es aufgrund von Lieferschwierigkeiten dabei dennoch zu Problemen mit einer fristgerechten Zulassung kommen, gewährt das Bafa weitere drei Monate. Ab Zeitpunkt des Kaufes hat man also bis zu zwölf Monate Zeit, den elektrischen Neuwagen zuzulassen, ohne an die eigentliche Frist gebunden zu sein.

7. Wieviel Kfz-Steuer spare ich zusätzlich?

Für ein durchschnittliches Mittelklassefahrzeug mit Dieselmotor fallen in zehn Jahren um die 2000 Euro an Kfz-Steuern an – eine Summe, die durch den Umweltbonus entfällt.

8. Wird auch ein Dienstwagen bei der Steuer begünstigt, wenn es ein Elektroauto ist?

Seit dem 1. Januar 2017 muss das Aufladen eines Elektro- und Hybridautos beim Arbeitgeber nicht mehr als geldwerter Vorteil angegeben werden. Neben dem Aufladen ist auch die Überlassung der Ladevorrichtung seitens des Arbeitgebers steuerfrei.

9. Wird die Förderung eventuell verlängert?

Nach aktuellem Kenntnisstand lautet die Antwort: wohl eher nicht. Allerdings kann sich das zu gegebener Zeit noch ändern. Denn nicht nur die Automobilindustrie, auch Teile der Politik fordern eine Verlängerung des Förderprogramms.

So haben sich unter anderem Sören Bartol von der SPD und Cem Özdemir von den Grünen medienwirksam für eine Aufhebung der zeitlichen Begrenzung ausgesprochen. Sollte es zu einer Verlängerung kommen, dürfte die Entscheidung darüber allerdings frühestens nach der Sommerpause zu erwarten sein.

Auf telefonische Anfrage von aio beim Bafa hieß es dazu, dass die Bundesregierung die Frist voraussichtlich zunächst einhalten werde, um anschließend zu evaluieren, wie sich die Elektromobilität besser fördern ließe.

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Darüber hinaus, so das Bafa weiter, habe sich das Interesse an der Förderung spürbar gesteigert, was sich unter anderem in einem Zuwachs an telefonischen Auskünften bemerkbar mache, aber auch mit einem Produktionsanstieg in der Autoindustrie selbst. Für das zweite Halbjahr 2018 erwarte man deshalb eine deutliche Antragssteigerung gegenüber den ersten sechs Monaten.

Fazit: Die Umweltprämie fürs Elektroauto zu beantragen, ist viel einfacher, als viele denken – das Formular ist in wenigen Minuten ausgefüllt. Und falls Sie vor dem Kauf eines Elektroautos zurückschrecken, weil Sie Sorgen wegen der Reichweite haben – auch dazu haben wir gute Tipps.

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