Elektromobilität

Umweltprämie für Elektroautos: Zahlen und Infos zur Förderung

von
Sabrina Lieb

Bis zu 4000 Euro Bonus bekommen Käufer eines Elektroautos – und der Fördertopf ist noch nicht ausgeschöpft. Wir zeigen, wie Sie die Umweltprämie beantragen.

Nahaufnahme eines Elektroautos an der Ladestation.
Mit der Umweltprämie will die Bundesregierung erreichen, dass mehr Elektroautos, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenautos gekauft werden. Foto: Shutterstock / Sopotnicki

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie viele Anträge auf die Elektroauto-Umweltprämie wurden schon gestellt?
  • Muss ich mich beeilen, wenn ich ein Elektroauto kaufen will?
  • Wie komme ich an die Umweltprämie?
  • Was bedeutet das neue Messverfahren WLTP für die Prämie?

Die Umweltprämie fürs Elektroauto soll die Nachfrage nach E-Autos und Plug-in-Hybriden ankurbeln und so die Elektromobilität vorantreiben. Die im Juli 2016 eingeführte Subvention für Elektroautos, die neben der Kaufprämie zusätzlich mit einer Steuerbefreiung von zehn Jahren lockt, hat allerdings noch immer nicht richtig gezündet.

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Das Gute daran: Den Umweltbonus zu beantragen lohnt sich immer noch – denn es ist genug Geld da.

Elektroautos machen erneut großen Sprung

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hat Anfang Mai 2019 eine aktualisierte Zwischenbilanz zur Umweltprämie veröffentlicht. Demnach sind 113.993 Anträge für die Förderung von Elektro-, Hybrid- und Brennstoffzellenautos eingegangen – noch immer weit entfernt von den Prognosen der Bundesregierung und dem Ziel, eine Millionen E-Autos bis 2020 in Deutschland auf die Straßen gebracht zu haben.

Bei den Anträgen ist ein kleiner Rückgang zu verzeichnen. Im vergangenen Monat lag die Zahl der noch bei 5639. Im April kamen hingegen lediglich 5275 neue Anträge hinzu. Das sind 6,5 Prozent weniger als noch im Vormonat. Ein solcher Dämpfer ist weder für die Verkehrswende, noch für den Erfolg der Förderung gut.

Das größte Interesse der Antragsteller gilt dabei den batterieelektrischen Fahrzeugen. 3899 Personen entschieden sich im April für ein Elektroauto. Nur 1370 Kunden wollen hingegen einen Plug-in-Hybriden haben. Die Brennstoffzellenfahrzeuge bleiben mit nur sechs Anträgen weiter eine sehr kleine Nische.

Wie sich die bisherigen Gesamtzahlen verteilen, wer sich für Fahrzeuge mit elektrischen und teilelektrischen Antrieben interessiert und welche Modelle besonders beliebt sind, erfahren Sie im Folgenden. In Klammern ist die prozentuale Veränderung im Vergleich zum Vormonat dargestellt.

Die aktuellen Anträge auf den Umweltbonus (Stand: 30. April 2019):

  • Rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV): 74.906 (+5,5%)
  • Plug-in-Hybride (PHEV): 39.027 (+3,6%)
  • Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV): 60 (+11,1%)

Im einzelnen verteilen sich die 113.993 Anträge auf:

  • Privatpersonen: 50.290 (+5,2%)
  • Unternehmen: 61.784 (+4,6%)
  • Sonstige: 1919 (+3,5%)

Verteilung nach Bundesland:

  • Nordrhein-Westfalen: 28.954 (+4,0%)
  • Bayern: 22.053 (+5,2%)
  • Baden-Württemberg: 19.232 (+4,7%)
  • Niedersachsen: 9245 (+5,2%)
  • Hessen: 9059 (+4,6%)
  • Rheinland-Pfalz: 4872 (+5,1%)
  • Berlin: 3635 (+8,6%)
  • Schleswig-Holstein: 3500 (+5,0%)
  • Sachsen: 2997 (+4,9%)
  • Thüringen: 2391 (+3,8%)
  • Hamburg: 2177 (+5,6%)
  • Brandenburg: 2002 (+5,9%)
  • Sachsen-Anhalt: 1422 (+3,3%)
  • Saarland: 1015 (+5,5%)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 854 (+6,0%)
  • Bremen: 565 (+5,2%)

Die fünf Autos, für die bislang die meisten Anträge eingingen:

  • Renault Zoe: 13.999 (+6,4%)
  • BMW i3/ i3s: 10.379 (+5,7%)
  • Smart Fortwo: 8620 (+4,3%)
  • VW e-Golf: 7478 7329 (+2,0%)
  • Audi A3: 6333 (+0,2%)

Bis Juni den Umweltbonus beantragen

Wer ein Elektroauto kaufen und vom Umweltbonus profitieren möchte, hat noch Zeit. Denn bis Juni 2019 können Anträge auf Fördergelder gestellt werden. Dabei gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Da die Bundesregierung Mittel für 300.000 Fahrzeuge zurückgestellt hat, ist aber auf jeden Fall noch genug Geld da. Andersherum gilt: Mittel, die bis zum Ablauf der Förderfrist nicht abgerufen sind, verfallen – falls die Frist nicht verlängert wird.

Für die Förderung von Elektrofahrzeugen hat der Bund 600 Millionen Euro bereitgestellt. Außerdem erlassen die Hersteller wiederum den Kunden beim Kauf bis zu 2000 Euro, so ergibt sich eine Fördersumme von insgesamt 1,2 Milliarden Euro.

Gemessen an der aktuellen Zahl der Anträge sind "von den verfügbaren Mitteln rund 100 Millionen Euro verbraucht. Das entspricht einem Sechstel der Fördersumme", berichtete Bafa-Präsident Andreas Obersteller Anfang Juli 2018.

Die Tabelle zeigt, wie sich die Anträge auf den Umweltbonus auf die einzelnen Hersteller verteilen.
Bei diesen Herstellern ist der Umweltbonus besonders gefragt. Foto: Statista

Umweltprämie: Regierung plant offenbar Verlängerung

Ab Juni 2019 soll die staatliche Umweltprämie entfallen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist das Projekt der Bundesregierung angesetzt. Doch laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) soll sich das bald ändern. Demnach erwägt die Regierung eine Verlängerung der Prämie.

Der Grund dafür ist einfach: Ein großer Teil des bereitgestellten Fördergeldes ist noch nicht ausgezahlt. Insgesamt 600 Millionen Euro sind im Topf, bisher habe die Regierung daraus aber nur 134 Millionen Euro aufgewendet. Dennoch sei die Umweltprämie für das laufende Jahr vielversprechend. Es kommen einige neue Elektroautos auf den Markt und auch die Zahl der Ladesäulen steigt weiter an. Der Verband der Automobilindustrie forderte zuletzt bereits eine Verlängerung über Juni hinaus.

Verbraucherzentrale Bundesverband: Mehr Förderung für kleine Fahrzeuge

Um den Umweltbonus einerseits auch wirklich flächendeckend einzusetzen und hierbei eher denen unter die Arme zu greifen, die keine großen und teuren E-Autos kaufen möchten, fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) eine höhere Fördersumme vom Staat. 4000 Euro soll der Bund demnach beim Kauf eines Elektroautos auszahlen.

In einem zweiten Schritt fordert der vzbv, die Prämie auf kleine E-Autos zu reduzieren und so etwa große SUVs auszuschließen. "Damit die Verkehrswende in Schwung kommt, muss der Kauf eines E-Autos für Verbraucherinnen und Verbraucher attraktiver werden. Wirklich zielfördernd und zukunftsfähig sind aber nicht große und schwere Autos wie SUVs, sondern kleine, leichte und platzsparende Fahrzeuge. Um die Nachfrage nach kleineren und günstigeren Elektroautos anzukurbeln, muss die Förderung dringend angepasst werden", heißt es in einer Pressemeldung von Klaus Müller, Vorstand des vzbv.

Konkret bedeutet das, dass die Förderung bei einem Listen-Preis von 35.000 Euro gedeckelt werden soll. Das würde viele Autos ausschließen, denn bisher liegt die Grenze bei 60.000 Euro. Stattdessen fordert der Bundesverband eine Erweiterung der Prämie auf elektrische Kleinfahrzeuge – die sind bisher nicht Teil des Förderprogramms.

NRW bietet Extra-Prämie für Unternehmen an

Wie die Verteilung weiter oben zeigt, ist Nordrhein-Westfalen das Bundesland mit den meisten Antragstellern in Deutschland. Das dürfte sich zukünftig noch verstärken, denn die Landesregierung schafft ab dem 4. Februar einen zusätzlichen Anreiz für Unternehmen.

Die bekommen zur bundesweiten Umweltprämie in Höhe von 4000 Euro erneut 4000 Euro dazu. Wer ein Nutzfahrzeug von 2,3 bis 7,5 Tonnen mit Elektromotor kauft, darf sich sogar über 8000 Euro freuen. Somit sind maximal Fördergelder in Höhe von 12.000 Euro möglich.

Umweltprämie Elektroauto: Die wichtigsten Fragen

1. Wer kann einen Antrag auf die Umweltprämie stellen?

Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, Vereinen, Körperschaften und Stiftungen können Anträge stellen. Wichtig: Anfang März 2018 hat das Bafa das sogenannte Doppelförderungsverbot bei der Umweltprämie gekippt. Das bedeutet: Für die Anschaffung von Elektroautos können mehrere gleichartige Förderprogramme gleichzeitig in Anspruch genommen werden.

2. Für welches Elektroauto gibt es wie viel Geld?

Die Umweltprämie fördert ausschließlich Neuwagen mit einem maximalen Kaufpreis von 60.000 Euro (Netto-Listenpreis). Dabei wird die Förderung zu gleichen Teilen von Hersteller und Bundesregierung getragen. So gibt es insgesamt 4000 Euro für Elektroautos. Von der Summe erlässt der Hersteller bereits 2000 Euro durch einen entsprechend niedriger ausgewiesenen Kaufpreis, die andere Hälfte gibt es auf Antrag.

Für Plug-in-Hybride gilt das gleiche Prinzip: Sie werden mit insgesamt 3000 Euro gefördert, davon je zur Hälfte durch den Hersteller und auf Antrag. E-Autos, die seit dem 17. November 2016 zugelassen sind, erhalten eine Steuerbefreiung für zehn Jahre. Diese Steuerbefreiung gilt nicht für Hybride.

Was das WLTP-Verfahren für Plug-In-Hybride bedeutet

Außerdem hat das Bafa mit der Umstellung des Messverfahrens nach WLTP zum 1. September 2018 die Liste der förderfähigen Hybrid-Fahrzeuge aktualisiert. Um in die Liste aufgenommen zu werden, dürfen die Fahrzeuge der Förderrichtlinie entsprechend nicht mehr als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, weshalb einige Modelle nicht länger von der Prämie profitieren.

Die überarbeitete Liste für Plug-In-Hybride besagt nun, dass "alle gelisteten Plug-In Hybride förderfähig , wenn die Erstzulassung bis zum 31.08.2018 stattgefunden hat".

Neben Fahrzeugen, die weiterhin uneingeschränkt gefördert werden, gelten für die übrigen eine von zwei neuen Einschränkungen:

  1. "Der CO2-Wert, der nach NEFZ gemessen wurde, gilt weiterhin. Fahrzeuge, die nach dem 31.08.2018 erstmals zugelassen wurden, müssen mit einer Ausnahmegenehmigung des KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) versehen sein."
  2. "Wenn die Zulassung nach dem 31.08.2018 stattgefunden hat, ist das Fahrzeug nicht mehr förderfähig."

Von der zweiten Einschränkung sind allerdings bis auf den Kia Optima Plug-in Hybrid Attract ausschließlich sämtliche Volvo-Hybride betroffen. Hyundai und Mitsubishi gehören zu den Gewinnern der neuen Förderrichtlinie: Ihre jeweils drei Plug-In-Hybride unterliegen gar keiner Einschränkung.

3. Kann ich die Umweltprämie für mein Elektroauto in Anspruch nehmen?

Welche Wagen von der Förderung profitieren, können Kaufinteressierte auf der Liste der förderungsfähigen Elektrofahrzeuge einsehen. Übrigens: Sollte das jeweilige Auto noch nicht auf der Liste stehen, lohnt sich der Blick zu einem späteren Zeitpunkt. Denn das Bafa erweitert die Liste für die Umweltprämie regelmäßig.

4. Wo finde ich den Antrag auf die Umweltprämie?

Der Antrag zur Förderung stellen Sie direkt beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Die Anträge für die Elektroauto-Prämie werden dabei ausschließlich elektronisch entgegen genommen. Sprechen Sie Ihren Verkäufer an, möglicherweise kann er dies bereits für Sie übernehmen.

5. Welche Unterlagen muss ich einreichen?

Um den Umweltbonus zu beantragen, benötigen Sie eine Kopie des Kaufvertrages, die Sie im Online-Portal hochladen. Dabei sollten Sie sicherstellen, dass dort bereits vermerkt ist, dass der Hersteller seinen Prämienanteil vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat.

Bevor die Prämie ausgezahlt wird, muss noch eine Kopie der Rechnung und der Zulassungsbescheinigung elektronisch nachgereicht werden. Wichtig zu wissen: Um von der Prämie zu profitieren, müssen Sie Ihr gefördertes E-Mobil mindestens neun Monate nach dem Kauf behalten.

6. Welche Fristen habe ich zu beachten?

Die E-Auto-Prämie gilt rückwirkend für Kauf- und Leasingverträge, die ab dem 18. Mai 2016 abgeschlossen wurden und die Bedingungen der Förderrichtlinie erfüllen. Anträge auf Fördergelder können noch bis Juni 2019 gestellt werden. Sobald die Prüfung erfolgreich abgeschlossen ist, wird das Geld auf das Konto des Antragstellers überwiesen.

Angesichts der teilweise recht langen Warte- und Lieferzeiten bei reinen Elektroautos räumt das Bafa eine zusätzliche Übergangszeit ein, die über die eigentliche Frist vom 30. Juni 2019 hinausgeht.

Verbindlich ist die Frist letztlich nur für die Einreichung des Kaufvertrags, bestätigte das Bafa gegenüber aio. Um das neue E-Auto zuzulassen, habe man auch nach dem 30. Juni noch bis zu neun weitere Monate Zeit.

Sollte es aufgrund von Lieferschwierigkeiten dabei dennoch zu Problemen mit einer fristgerechten Zulassung kommen, gewährt das Bafa weitere drei Monate. Ab Zeitpunkt des Kaufes hat man also bis zu zwölf Monate Zeit, den elektrischen Neuwagen zuzulassen, ohne an die eigentliche Frist gebunden zu sein.

7. Wieviel Kfz-Steuer spare ich zusätzlich?

Für ein durchschnittliches Mittelklassefahrzeug mit Dieselmotor fallen in zehn Jahren um die 2000 Euro an Kfz-Steuern an – eine Summe, die durch den Umweltbonus entfällt.

8. Wird auch ein Dienstwagen bei der Steuer begünstigt, wenn es ein Elektroauto ist?

Seit dem 1. Januar 2017 muss das Aufladen eines Elektro- und Hybridautos beim Arbeitgeber nicht mehr als geldwerter Vorteil angegeben werden. Neben dem Aufladen ist auch die Überlassung der Ladevorrichtung seitens des Arbeitgebers steuerfrei.

9. Mit wie viel Wartezeit muss ich rechnen?

Bis die Umweltprämie nach erfolgreichem Kauf ausgezahlt wird, kann einige Zeit vergehen. Grund dafür sind die in dem zweistufigen Antragsverfahren versteckten Fallstricke, über die so mancher Antragsteller stolpert. Aktuell lägen dem Bafa zudem noch rund "10.000 offene Vorgänge" vor, wie Bafa-Referatsleiter Roland Pietrowski bei einer Veranstaltung in Stuttgart sagte. Bei mehr als der Hälfte, "rund 60 Prozent", der Anträge blieben zunächst Rückfragen zu klären, bevor der Antrag bearbeitet werden könne. Dadurch komme es bei Auszahlung zu Verzögerungen.

So sind es oft schon Banalitäten und Ungenauigkeiten, die dazu führten, dass der Antrag zunächst gar nicht und dann erst nach Klärung bearbeitet werde. Unvollständige oder falsche Angaben der Verkäufer seien etwa häufig ein Grund für Nachfragen. Dass zum Beispiel die 2000 Euro Herstellerrabatt und der Listenpreis des E-Autos im Kaufvertrag ausgewiesen sein müssen, müsse der Händler wissen, so Pietrowski.

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Aber auch er gibt Entwarnung: Auch wer seinen Antrag erst vor Ablauf der Frist einreiche, bekomme sein Geld. Im Topf zumindest ist noch mehr als genug, selbst wenn sich das Niveau der Anträge von derzeit täglich 150 bis 200 dauerhaft einpendeln sollte.

Fazit: Die Umweltprämie fürs Elektroauto zu beantragen, ist viel einfacher, als viele denken – das Formular ist in wenigen Minuten ausgefüllt. Und falls Sie vor dem Kauf eines Elektroautos zurückschrecken, weil Sie Sorgen wegen der Reichweite haben – auch dazu haben wir gute Tipps.

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