Elektromobilität

Umweltprämie für Elektroautos: Wie komme ich an den Zuschuss?

von Sabrina Lieb

Bis zu 4000 Euro Prämie bekommen Käufer eines Elektroautos – und der Fördertopf ist noch nicht ausgeschöpft. Wir zeigen, wie Sie die Umweltprämie beantragen.

Luftaufnahme eines Waldes mit grünen Bäumen
Bonus für die Umwelt: Mit der Umweltprämie will die Bundesregierung erreichen, dass mehr Elektroautos, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenautos gekauft werden. Foto: Unsplash/ Lambert Yuri

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie viel Anträge auf die Elektroauto-Umweltprämie wurden schon gestellt?
  • Muss ich mich beeilen, wenn ich ein Elektroauto kaufen will?
  • Wie komme ich an die Umweltprämie?

Elektroauto-Prämie: Erst 63.285 Anträge

Die Umweltprämie fürs Elektroauto soll die Nachfrage nach E-Autos und Plug-in-Hybriden ankurbeln und so die Elektromobilität vorantreiben. Die im Juli 2016 eingeführte Subvention für Elektroautos, die neben der Kaufprämie zusätzlich mit einer Steuerbefreiung von zehn Jahren lockt, hat allerdings noch immer nicht richtig gezündet. Das Gute daran: Den Umweltbonus zu beantragen lohnt sich immer noch – denn es ist genug Geld da.

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) hat Anfang Juni 2018 eine aktualisierte Zwischenbilanz zur Umweltprämie veröffentlicht. Insgesamt wurden demnach erst 63.285 Anträge für die Förderung von Elektroautos gestellt – weit entfernt von den Prognosen der Bundesregierung und dem Ziel, eine Millionen E-Autos bis 2020 in Deutschland auf die Straßen gebracht zu haben.

Die aktuellen Anträge auf den Umweltbonus (Stand: 31. Mai 2018):

  • Rein batterie-elektrische Fahrzeuge (BEV): 36.611
  • Plug-in-Hybride (PHEV): 26.657
  • Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV): 17

Im einzelnen verteilen sich die 63.285 Anträge auf:

  • Privatpersonen: 29.171
  • Unternehmen: 32.932
  • Sonstige: 1182

Verteilung nach Bundesland:

  • Nordrhein-Westfalen: 13.429
  • Bayern: 12.849
  • Baden-Württemberg: 11.813
  • Niedersachsen: 5798
  • Hessen: 5134
  • Rheinland-Pfalz: 2660
  • Schleswig-Holstein: 1997
  • Sachsen: 1799
  • Berlin: 1628
  • Thüringen: 1452
  • Hamburg: 1318
  • Brandenburg: 1108
  • Sachsen-Anhalt: 895
  • Saarland: 607
  • Mecklenburg-Vorpommern: 478
  • Bremen: 311

Die fünf Fahrzeuge, für die bislang die meisten Anträge eingingen:

  • Renault Zoe: 7674
  • BMW i3/ i3s: 5568
  • Audi A3: 5514
  • Smart Fortwo: 5289
  • BMW 225xe: 4968

Bis 2020 den Umweltbonus beantragen

Wer ein Elektroauto kaufen und vom Umweltbonus profitieren möchte, hat noch Zeit. Bis Juni 2019 können Anträge auf Fördergelder gestellt werden. Dabei gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Da die Bundesregierung Mittel für 300.000 Fahrzeuge zurückgestellt hat, ist aber auf jeden Fall noch genug Geld da. Andersherum gilt: Mittel, die bis zum Ablauf der Förderfrist nicht abgerufen werden, verfallen.

Umweltprämie Elektroauto: Die acht wichtigsten Fragen

1. Wer kann einen Antrag auf die Umweltprämie stellen?

Anträge können sowohl von Privatpersonen als auch Unternehmen, Vereinen, Körperschaften und Stiftungen gestellt werden, auf die ein Neufahrzeug zugelassen wird. Wichtig: Anfang März 2018 hat das BAFA das sogenannte Doppelförderungsverbot bei der Umweltprämie gekippt. Das bedeutet: Für die Anschaffung von Elektroautos können mehrere gleichartige Förderprogramme gleichzeitig in Anspruch genommen werden.

2. Für welches Elektroauto gibt es wieviel Geld?

Mit der Umweltprämie werden ausschließlich Neuwagen mit einem maximalen Kaufpreis von 60.000 Euro (Netto-Listenpreis) gefördert. Die Förderung wird dabei zu gleichen Teilen von Hersteller und Bundesregierung getragen. So gibt es insgesamt 4000 Euro für Elektroautos. Von der Summe erlässt der Hersteller bereits 2000 Euro durch einen entsprechend niedriger ausgewiesenen Kaufpreis, die andere Hälfte gibt es auf Antrag.

Für Plug-in-Hybride gilt das gleiche Prinzip: Sie werden mit insgesamt 3000 Euro gefördert, davon je zur Hälfte durch den Hersteller und auf Antrag. E-Autos, die seit dem 17. November 2016 zugelassen sind, erhalten eine Steuerbefreiung für zehn Jahre. Diese Steuerbefreiung gilt nicht für Hybride.

3. Kann ich die Umweltprämie für mein Elektroauto in Anspruch nehmen?

Welche Wagen gefördert werden, können Kaufinteressierte auf der Liste der förderungsfähigen Elektrofahrzeuge einsehen. Übrigens: Sollte das jeweilige Auto noch nicht auf der Liste stehen, lohnt sich der Blick zu einem späteren Zeitpunkt. Die Liste für die Umweltprämie wird regelmäßig erweitert.

4. Wo finde ich den Antrag auf die Umweltprämie?

Der Antrag zur Förderung stellen Sie direkt beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Die Anträge für die Elektroauto-Prämie werden dabei ausschließlich elektronisch entgegen genommen. Sprechen Sie Ihren Verkäufer an, möglicherweise kann er dies bereits für Sie übernehmen.

5. Welche Unterlagen muss ich einreichen?

Um den Umweltbonus zu beantragen, benötigen Sie eine Kopie des Kaufvertrages, die Sie im Online-Portal hochladen. Dabei sollten Sie sicherstellen, dass dort bereits vermerkt ist, dass der Hersteller seinen Prämienanteil vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat.

Bevor die Prämie ausgezahlt wird, muss noch eine Kopie der Rechnung und der Zulassungsbescheinigung elektronisch nachgereicht werden. Wichtig zu wissen: Um von der Prämie zu profitieren, müssen Sie Ihr gefördertes E-Mobil mindestens neun Monate nach dem Kauf behalten.

6. Welche Fristen habe ich zu beachten?

Die E-Auto-Prämie gilt rückwirkend für Kauf- und Leasingverträge, die ab dem 18. Mai 2016 abgeschlossen wurden und die Bedingungen der Förderrichtlinie erfüllen. Anträge auf Fördergelder können noch bis Juni 2019 gestellt werden. Sobald die Prüfung erfolgreich abgeschlossen ist, wird das Geld auf das Konto des Antragstellers überwiesen.

7. Wieviel Kfz-Steuer spare ich zusätzlich?

Für ein durchschnittliches Mittelklassefahrzeug mit Dieselmotor fallen in zehn Jahren um die 2000 Euro an Kfz-Steuern an – eine Summe, die durch den Umweltbonus entfällt.

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8. Wird auch ein Dienstwagen bei der Steuer begünstigt, wenn es ein Elektroauto ist?

Seit dem 1. Januar 2017 muss das Aufladen eines Elektro- und Hybridautos beim Arbeitgeber nicht mehr als geldwerter Vorteil angegeben werden. Neben dem Aufladen ist auch die Überlassung der Ladevorrichtung seitens des Arbeitgebers steuerfrei.

Fazit: Die Umweltprämie fürs Elektroauto zu beantragen, ist viel einfacher, als viele denken – das Formular ist in wenigen Minuten ausgefüllt. Und falls Sie vor dem Kauf eines Elektroautos zurückschrecken, weil Sie Sorgen wegen der Reichweite haben – auch dazu haben wir gute Tipps.

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