Elektromobilität

Umweltprämie für Elektroautos: Zahlen und Infos zur Förderung

von
Sabrina Lieb

Bis zu 6.000 Euro Bonus bekommen Käufer eines Elektroautos bald im Rahmen der bundesweiten Förderung. Wir zeigen, wie Sie die Umweltprämie beantragen.

Nahaufnahme eines Elektroautos an der Ladestation.
Mit der Umweltprämie will die Bundesregierung erreichen, dass mehr Elektroautos, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellenautos gekauft werden. Foto: Shutterstock / Sopotnicki

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie viele Anträge auf die Elektroauto-Umweltprämie wurden schon gestellt?
  • Muss ich mich beeilen, wenn ich ein Elektroauto kaufen will?
  • Wie komme ich an die Umweltprämie?
  • Was bedeutet das neue Messverfahren WLTP für die Prämie?

Die Umweltprämie fürs Elektroauto soll die Nachfrage nach E-Autos und Plug-in-Hybriden ankurbeln und so die Elektromobilität vorantreiben. Die im Juli 2016 eingeführte Subvention für Elektroautos, die neben der Kaufprämie zusätzlich mit einer Steuerbefreiung von zehn Jahren lockt, hat allerdings noch immer nicht richtig gezündet.

Der neue Audi e-tron

Jetzt Ihren elektrischen SUV zusammenstellen

Konfiguration starten

audi.de/DAT-Hinweis

Das Gute daran: Den Umweltbonus zu beantragen lohnt sich bald noch mehr – denn es gibt eine Erhöhung.

Autogipfel 2019: Bundesregierung erhöht Förderung

Noch bleiben die Zahlen der Neuzulassungen von Elektroautos weit hinter den Erwartungen der Bundesregierung zurück. Um das zu ändern, soll die Förderung deutlich steigen. Wer sich ein rein elektrisches Auto anschaffen möchte, kann schon bald mit 6.000 Euro Preisvorteil rechnen. Beim Kauf eines Plug-in-Hybrids sind es künftig 4.500 Euro. Gleichzeitig verlängert die Regierung die Förderung bis Ende 2025.

Gültig sind diese Beträge für Fahrzeuge mit einem Listenpreis von weniger als 40.000 Euro. Liegen sie darüber, gibt es nur 5.000 für ein Elektroauto beziehungsweise 4.000 Euro für Plug-in-Hybride. Die Deckelung erhöht die Regierung auch leicht – von 60.000 auf 65.000 Euro. Das dürfte aktuell in erster Linie Käufer eines Teslas freuen. In Kraft treten soll die Förderung im November 2019.

Doch wie sieht es bisher mit der Förderung aus? Die aktuellen Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) geben einen Überblick:

Die aktuellen Anträge auf den Umweltbonus (Stand: 31. Oktober 2019):

  • Rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV): 101.882
  • Plug-in-Hybride (PHEV): 49.554
  • Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEV): 98

Im Einzelnen verteilen sich die 151.534 Anträge auf:

  • Privatpersonen: 64.390
  • Unternehmen: 84.392
  • Sonstige: 2.752

Verteilung nach Bundesland:

  • Nordrhein-Westfalen: 40.570
  • Bayern: 28.664
  • Baden-Württemberg: 24.925
  • Niedersachsen: 11.827
  • Hessen: 11.758
  • Rheinland-Pfalz: 6.427
  • Berlin: 5.063
  • Schleswig-Holstein: 4.693
  • Sachsen: 3.861
  • Thüringen: 3.008
  • Hamburg: 2.966
  • Brandenburg: 2.669
  • Sachsen-Anhalt: 1.833
  • Saarland: 1.277
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1.162
  • Bremen: 760

Die fünf Autos, für die bislang die meisten Anträge eingingen:

  • Renault Zoe: 18.181
  • BMW i3/ i3s: 13.820
  • Smart Fortwo: 10.600
  • VW e-Golf: 8.962
  • Audi A3: 6.385
Die Tabelle zeigt, wie sich die Anträge auf den Umweltbonus auf die einzelnen Hersteller verteilen.
Bei diesen Herstellern ist der Umweltbonus besonders gefragt. Foto: Statista

NRW bietet Extra-Prämie für Unternehmen an

Wie die Verteilung weiter oben zeigt, ist Nordrhein-Westfalen das Bundesland mit den meisten Antragstellern in Deutschland. Das dürfte sich zukünftig noch verstärken, denn die Landesregierung schafft seit dem 4. Februar einen zusätzlichen Anreiz für Unternehmen.

Die bekommen zur bundesweiten Umweltprämie in Höhe von aktuell noch 4.000 Euro erneut 4.000 Euro dazu. Wer ein Nutzfahrzeug von 2,3 bis 7,5 Tonnen mit Elektromotor kauft, darf sich sogar über 8000 Euro freuen. Somit sind maximal Fördergelder in Höhe von 12.000 Euro möglich.

Umweltprämie Elektroauto: Die wichtigsten Fragen

1. Wer kann einen Antrag auf die Umweltprämie stellen?

Sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, Vereinen, Körperschaften und Stiftungen können Anträge stellen. Wichtig: Anfang März 2018 hat das Bafa das sogenannte Doppelförderungsverbot bei der Umweltprämie gekippt. Das bedeutet: Für die Anschaffung von Elektroautos können mehrere gleichartige Förderprogramme gleichzeitig in Anspruch genommen werden.

2. Für welches Elektroauto gibt es wie viel Geld?

Die Umweltprämie fördert bald ausschließlich Neuwagen mit einem maximalen Kaufpreis von 65.000 Euro (Netto-Listenpreis). Dabei wird die Förderung zu gleichen Teilen von Hersteller und Bundesregierung getragen. So gibt es insgesamt 6000 Euro für Elektroautos mit einem Listenpreis unter 40.000 Euro. Von der Summe erlässt der Hersteller bereits 3000 Euro durch einen entsprechend niedriger ausgewiesenen Kaufpreis, die andere Hälfte gibt es auf Antrag. Bei Fahrzeugen mit einem Listenpreis zwischen 40.000 und 65.000 Euro sparen Käufer hingegen 5.000 Euro.

Für Plug-in-Hybride gilt das gleiche Prinzip: Sie werden mit insgesamt 4500 (unter 40.000 Euro) beziehungsweise 4.000 Euro (ab 40.000 Euro) gefördert, davon je zur Hälfte durch den Hersteller und auf Antrag. E-Autos, die seit dem 17. November 2016 zugelassen sind, erhalten eine Steuerbefreiung für zehn Jahre. Diese Steuerbefreiung gilt nicht für Hybride.

Was das WLTP-Verfahren für Plug-In-Hybride bedeutet

Außerdem hat das Bafa mit der Umstellung des Messverfahrens nach WLTP zum 1. September 2018 die Liste der förderfähigen Hybrid-Fahrzeuge aktualisiert. Um in die Liste aufgenommen zu werden, dürfen die Fahrzeuge der Förderrichtlinie entsprechend nicht mehr als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, weshalb einige Modelle nicht länger von der Prämie profitieren.

Die überarbeitete Liste für Plug-In-Hybride besagt nun, dass "alle gelisteten Plug-In Hybride förderfähig , wenn die Erstzulassung bis zum 31.08.2018 stattgefunden hat".

Neben Fahrzeugen, die weiterhin uneingeschränkt gefördert werden, gelten für die übrigen eine von zwei neuen Einschränkungen:

  1. "Der CO2-Wert, der nach NEFZ gemessen wurde, gilt weiterhin. Fahrzeuge, die nach dem 31.08.2018 erstmals zugelassen wurden, müssen mit einer Ausnahmegenehmigung des KBA (Kraftfahrt-Bundesamt) versehen sein."
  2. "Wenn die Zulassung nach dem 31.08.2018 stattgefunden hat, ist das Fahrzeug nicht mehr förderfähig."

Von der zweiten Einschränkung sind allerdings bis auf den Kia Optima Plug-in Hybrid Attract ausschließlich sämtliche Volvo-Hybride betroffen. Hyundai und Mitsubishi gehören zu den Gewinnern der neuen Förderrichtlinie: Ihre jeweils drei Plug-In-Hybride unterliegen gar keiner Einschränkung.

3. Kann ich die Umweltprämie für mein Elektroauto in Anspruch nehmen?

Welche Wagen von der Förderung profitieren, können Kaufinteressierte auf der Liste der förderungsfähigen Elektrofahrzeuge einsehen. Übrigens: Sollte das jeweilige Auto noch nicht auf der Liste stehen, lohnt sich der Blick zu einem späteren Zeitpunkt. Denn das Bafa erweitert die Liste für die Umweltprämie regelmäßig.

4. Wo finde ich den Antrag auf die Umweltprämie?

Der Antrag zur Förderung stellen Sie direkt beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Die Anträge für die Elektroauto-Prämie werden dabei ausschließlich elektronisch entgegen genommen. Sprechen Sie Ihren Verkäufer an, möglicherweise kann er dies bereits für Sie übernehmen.

5. Welche Unterlagen muss ich einreichen?

Um den Umweltbonus zu beantragen, benötigen Sie eine Kopie des Kaufvertrages, die Sie im Online-Portal hochladen. Dabei sollten Sie sicherstellen, dass dort bereits vermerkt ist, dass der Hersteller seinen Prämienanteil vom Netto-Kaufpreis bereits abgezogen hat.

Bevor die Prämie ausgezahlt wird, muss noch eine Kopie der Rechnung und der Zulassungsbescheinigung elektronisch nachgereicht werden. Wichtig zu wissen: Um von der Prämie zu profitieren, müssen Sie Ihr gefördertes E-Mobil mindestens neun Monate nach dem Kauf behalten.

6. Welche Fristen habe ich zu beachten?

Die E-Auto-Prämie gilt rückwirkend für Kauf- und Leasingverträge, die ab dem 18. Mai 2016 abgeschlossen wurden und die Bedingungen der Förderrichtlinie erfüllen. Sobald die Prüfung erfolgreich abgeschlossen ist, wird das Geld auf das Konto des Antragstellers überwiesen. Aktuell ist ein Ende der Förderung nicht vor 2025 geplant.

7. Wieviel Kfz-Steuer spare ich zusätzlich?

Für ein durchschnittliches Mittelklassefahrzeug mit Dieselmotor fallen in zehn Jahren um die 2000 Euro an Kfz-Steuern an – eine Summe, die durch den Umweltbonus entfällt.

8. Wird auch ein Dienstwagen bei der Steuer begünstigt, wenn es ein Elektroauto ist?

Seit dem 1. Januar 2017 muss das Aufladen eines Elektro- und Hybridautos beim Arbeitgeber nicht mehr als geldwerter Vorteil angegeben werden. Neben dem Aufladen ist auch die Überlassung der Ladevorrichtung seitens des Arbeitgebers steuerfrei.

9. Mit wie viel Wartezeit muss ich rechnen?

Bis die Umweltprämie nach erfolgreichem Kauf ausgezahlt wird, kann einige Zeit vergehen. Grund dafür sind die in dem zweistufigen Antragsverfahren versteckten Fallstricke, über die so mancher Antragsteller stolpert. Aktuell lägen dem Bafa zudem noch rund "10.000 offene Vorgänge" vor, wie Bafa-Referatsleiter Roland Pietrowski bei einer Veranstaltung in Stuttgart sagte. Bei mehr als der Hälfte, "rund 60 Prozent", der Anträge blieben zunächst Rückfragen zu klären, bevor der Antrag bearbeitet werden könne. Dadurch komme es bei Auszahlung zu Verzögerungen.

Elektromobilität

Updates abonnieren und Dossier "E-Mobility" gratis erhalten.

So sind es oft schon Banalitäten und Ungenauigkeiten, die dazu führten, dass der Antrag zunächst gar nicht und dann erst nach Klärung bearbeitet werde. Unvollständige oder falsche Angaben der Verkäufer seien etwa häufig ein Grund für Nachfragen. Dass zum Beispiel die 3.000 Euro Herstellerrabatt und der Listenpreis des E-Autos im Kaufvertrag ausgewiesen sein müssen, müsse der Händler wissen, so Pietrowski.

Fazit: Die Umweltprämie fürs Elektroauto zu beantragen, ist viel einfacher, als viele denken – das Formular ist in wenigen Minuten ausgefüllt. Und falls Sie vor dem Kauf eines Elektroautos zurückschrecken, weil Sie Sorgen wegen der Reichweite haben – auch dazu haben wir gute Tipps.

aio PLUS — diese Auszeichnung tragen nur unsere Premium-Artikel. Ausgewählt von der Redaktion. Und kostenlos für Sie.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen