Technik

Erste Bilder: China startet in die Zeit der privaten Raumfahrt

von
Marten Zabel

Das erste chinesische Privatunternehmen hat eine Rakete im Reich der Mitte gestartet. Die stellt den Beginn der privaten Raumfahrt in China dar.

Start der Rakete von OneSpace, einem privaten Raumfahrtunternehmen in China, am 17. Mai 2018.
Am 17. Mai 2018 absolvierte die Rakete des privaten Raumfahrt-Unternehmen OneSpace ihren Jungfernflug. Foto: dpa

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie die private Raumfahrt jetzt auch in China angekommen ist
  • Wie Raumfahrt in China konkurrenzfähig werden soll
  • Wie Raketen im Weltall die Privatwirtschaft ankurbeln könnten

Die Private Raumfahrt ist in China angekommen

Der erfolgreiche Start einer neun Meter hohen Rakete ist gleichzeitig der Beginn der privaten Raumfahrt in China. Die Rakete OS-X0 von OneSpace hob von einem Testgelände im Nordwesten des Landes ab und zeigt, dass die Öffnung des Marktes für private Technik dort erste Früchte trägt.

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Zwar wird die staatliche Raumfahrtagentur CNSA (chinesisch: Guójiā Hángtiānjú) weiterhin einen großen Teil der Raumflüge im Land planen und durchführen, doch die Privatwirtschaft holt in dem sozialistischen Land auch in diesem Sektor auf – mit dem Ziel, der Konkurrenz aus der westlichen Welt Paroli zu bieten.

Im Vergleich mit internationalen Konkurrenten mag der Erstflug der OS-X0 des chinesischen Privatunternehmens OneSpace eher unspektakulär wirken. Die 7,2-Tonnen-Rakete startete von einem Testgelände und brachte es auf eine maximale Flughöhe von 42 Kilometern und einer Flugweite von 273 Kilometern.

Dennoch ist das Projekt für das Unternehmen ein voller Erfolg. Die Technik hat exakt das getan, was sie sollte, Triebwerk, Aerodynamik und Leitsysteme haben funktioniert, wie im Video zu sehen:

Chinas Raumfahrt wird konkurrenzfähig

Tatsächlich gibt es in dieser Größenkategorie nur wenige Raketen, die es tatsächlich bis ins All und in einen Orbit schaffen. Den Rekord der kleinsten Rakete mit Orbitalfähigkeit trägt die japanische SS-520-5 mit neuneinhalb Metern Länge und einer Startmasse von 2,6 Tonnen.

Es ist der erste große Schritt, um bei den Großen der Branche mitzuspielen – und das ist das Ziel von OneSpace. Auch Unternehmen wie SpaceX oder Amazon haben klein angefangen und zunächst einmal funktionsfähige Technologie entwickeln müssen, um diese später zu vergrößern und mit Nutzlast zahlender Kunden in den Weltraum zu bringen.

Eine Rakete ins Weltall zu fliegen ist viel Geld wert

Gerade SpaceX macht dabei mit günstigen Preisen, wiederverwertbaren Raketen und PR-Stunts wie dem Start mit Elon Musks Tesla-Roadster von sich reden. Die nachwachsende Branche aus China sollte dabei aber nicht in Vergessenheit geraten.

In den vergangenen drei Jahren gab es 60 Unternehmensgründungen für kommerzielle Raumfahrt im Reich der Mitte. Und wenn die vergangenen Jahrzehnte etwas gezeigt haben, dann dass China schnell auf- und überholen kann. So etwa auf dem Markt der Elektromobilität.

OneSpace will künftig Raketen mit Satelliten aber auch mit zahlenden Touristen in den Weltraum bringen. Dass es für den Weltraumtourismus einen Markt gibt, zeigen alleine schon die Vorbestellungen auf Flüge mit Richard Bransons Firma Virgin Galactig mit ihrem SpaceShip Two. Und auch die ersten Hotels im All sind bereits in Planung.

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In einer Halle stehen zwei der aufblasbaren Weltraummodule von Robert Bigelow
Schlaue Idee oder Luftnummer? Zwei der aufblasbaren Raumstationen von Robert Bigelow – hier in einem frühen Versuchsstadium. Foto: NASA/Bill Ingalls

Chinas staatliche Raumfahrt hat in den vergangenen beiden Jahrzehnten ebenfalls enorme Erfolge gefeiert. Das Land wurde nach den USA und der Sowjetunion/Russland die dritte Nation, die eigene Astronauten ins All befördern kann und betreibt eigene Raumstationen abseits der ISS.

Mittelfristig plant China, wie auch die USA, eine bemannte Mondmission, nachdem erste unbemannte Sonden und Rover dort bereits erfolgreich Daten sammeln konnten. Und die Privatwirtschaft des Landes ist nun mit dabei.

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