Leben

Erkältet? Schluss mit Husten, Schnupfen & Co.

von Gertrud Teusen

Hat es Sie auch schon wieder erwischt? Das Kratzen im Hals, das Jucken der Nase und das Dröhnen im Kopf sind die klassischen Anzeichen für eine Erkältung.

Eine Teetasse am Bett
Die beste Medizin gegen eine Erkältung ist Vorbeugung. Hilft das nicht, sind Tee und Bettruhe angesagt. Foto: Unsplash/David Mao

Das erfahren Sie gleich:

  • Husten und Schnupfen – Ansteckung vermeiden
  • Trotzdem erwischt? Was wirklich gegen die hartnäckige Erkältung hilft
  • Richtig Nase putzen… gar nicht so einfach!

High-time für Schnupfennasen

Statistisch gesehen sind grippale Infekte, wie der Mediziner die Erkältung nennt, die erfolgreichsten Krankmacher schlechthin. Durchschnittlich erwischt es Erwachsene 200-mal im Leben oder zwei bis dreimal im Jahr; Kinder stecken sich sogar noch häufiger an – fünf- bis sechsmal im Jahr gilt noch als völlig normal. Erkältungen sind aber vor allem eins: lästig!

Lesen Sie auch

Ladestation

aio-Empfehlung

Unter Strom! Mobilität wird elektrisch

Es beginnt bereits mit der Wortwahl: Im umgangssprachlichen Gebrauch legt der Begriff „Erkältung“ die Vermutung nah, dass es irgendetwas mit „kalt“ zu tun hat. Dem ist nicht so. Denn nur weil man einmal in einen Regenschauer geraten ist und mit nassen Füßen nachhause kommt oder ohne Daunenjacke im Schneesturm unterwegs war, kriegt man nicht zwangsläufig eine Erkältung. Im Gegenteil: Das Risiko für eine Ansteckung liegt viel mehr in überhitzten Räumen und überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf Großveranstaltungen. Also überall dort, wo viele Menschen nah beieinander sind.

Eigenschutz ist immer ein bisschen unhöflich

Es ist immer gut zu wissen, wo und wie man sich anstecken kann. Denn jeder Mensch hat es selbst in der Hand, wie oft er sich einem Infektionsrisiko aussetzt.

Bussi, Bussi – bitte nicht jetzt!

Der Wangenkuss verbunden mit einer leichten Umarmung drückt wahre Freundschaft aus. In der Schnupfensaison sollte man aber besser Abstand wahren. Gerade auf der Wangenpartie tummeln sich bis zu 10 000 unerwünschte Keime pro Quadratzentimeter(!). Die meisten davon kommen aus Mund oder Nase, sind also potenzielle Erkältungsüberträger. Zwar leben hier nicht mehr Erreger als beispielsweise auf der Hand, aber durch die Nähe zu Mund und Nase ist das Infektionsrisiko größer.

Die Ursachen liegen auf der Hand

Die Besiedlung der Haut durch Keime ist normal und glücklicherweise auch nicht sichtbar. Ist man jedoch erkältet, verdichtet sich die Viren- und Bakterienkonzentration (beispielsweise durch Naseputzen) um ein Vielfaches. Wer von Schnupfenasen umgeben ist, sollte also tunlichst aufs höfliche Händeschütteln verzichten. Denn von der Hand zum Gesicht ist es nur ein unbedachter Augenblick – und Bingo, schon ist es passiert. Und falls sich das höfliche Begrüßungsritual doch mal nicht vermeiden lässt: Händewaschen nicht vergessen! Experten vom Robert-Koch-Institut für Infektionskrankheiten halten das ohnehin für die effektivste Möglichkeit, Ansteckung zu vermeiden.

Niesen und Husten – gehen Sie in Deckung!

Die Tröpfcheninfektion ist das raffinierteste Verbreitungsmittel von Erkältungs- und Grippe-Viren. Schon beim normalen Sprechen und Ausatmen gelangen sie unbemerkt in die Umgebung und kontaminiert die Luft. Beim Husten und Niesen werden bei einer Attacke Millionen infizierten Keimen nach draußen befördert. Überall, wo es niest und hustet, ist Rückzug die beste Verteidigung. Denn das Risiko sich anzustecken potenziert sich mit der Nähe zum Viren-Träger. Der Mindestabstand sollte einen Meter beantragen und wer direkt in der „Flugschneise“ steht, sollte sich wegdrehen, kurz die Luft anhalten und (falls zur Hand) in ein Taschentuch atmen.

Der beste Schutz: Ein gesundes Immunsystem

Ansteckung findet überwiegend in geschlossenen Räumen statt – entweder von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion oder über kontaminierte Oberflächen. Häufiges Händewaschen beispielsweise kann Ansteckung vermeiden, ebenso wie viel frische Luft und ausreichendes Wassertrinken. Sauerstoff und Wasser sorgen nämlich dafür, dass die Schleimhäute in der Nase feucht und somit widerstandsfähig bleiben. Trockene Schleimhäute hingegen bieten den idealen Nährboden für Viren.

Der Kühlschrank als Apotheke

Wen es dennoch erwischt, der braucht vor allem Geduld. Der Volksmund sagt: Erkältungen dauern eine Woche – und zwar mit und auch ohne Medizin. Und die richtigen Hilfsmittel findet sich zumeist in jedem Haushalt.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Leben immer informiert.

Knoblauchzehen auf einem Tisch
Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Hausmittel wie Zwiebeln, Ingwer oder Knoblauch wirken oft Wunder dagegen. Foto: Pixabay/Skitterphoto
    • Honig
      Honig enthält Substanzen, die wie Antibiotika wirken. Das ist gut für die Infektabwehr im oberen Rachenraum und es lindert Halsschmerzen und Husten. Kaltgeschleuderter Honig hat die meisten Substanzen, die gegen Erkältung helfen. Heiße Milch mit Honig bei Husten ist ein Klassiker.
    • Zwiebel
      Nase dicht? Quälender Husten? Dann hilft Zwiebel. Die geschälte Zwiebel wird zerkleinert und in Wasser aufgekocht. Die aufsteigenden Dämpfe sorgen dafür, dass die Schleimhäute abschwellen. Auch gut als Hustensaft: dafür eine zerkleinerte Zwiebel mit drei Esslöffel Honig und 125 ml Wasser aufkochen. Zehn Minuten köcheln lassen. Vier Stunden abkühlen und dann durch ein Tuch gießen, auspressen und in ein sauberes Fläschlein füllen. Dosierung: fünfmal am Tag einen Teelöffel einnehmen.
    • Knoblauch
      Knoblauchzehen wirken gut gegen Bakterien, stimulieren das Immunsystem und sind außerdem gut für die Verdauung. Kein Wunder, dass Knoblauch schon seit Jahrtausenden in der Medizin zum Einsatz kommt. Bei festsitzendem Husten kann folgende Mischung helfen: Drei Knoblauchzehen pressen oder ganz fein hacken und mit Honig zu einer Paste verrühren. Man nimmt zwei Teelöffel pro Tag ein.
    • Ingwer
      Ingwer fördert die Heilung angegriffener Schleimhäute bei Erkältungskrankheiten. Er ist schleimlösend bei Husten und hilft bei Halsweh. Egal, ob als heißer Ingwer-Tee oder leckere Ingwer-Karotten-Suppe.
    • Quark, Schmalz und Kartoffeln als Zutaten für heilsame Wickel
      Halsschmerzen und hartnäckiger Husten lassen sich mit Wickeln gut behandeln. Dazu braucht man ein Baumwolltuch und einen warmen Schal. Das Tuch mit Quark bestrichen und um den Hals gelegt, lindert Halsschmerzen. Mit Schmalz oder gekochten und gestampften Kartoffeln bestrichen löst ein Brustwickel selbst hartnäckigen Husten ganz ohne Chemie.
    • Wasser marsch!
      Wasser hilft in (fast) jedem Aggregatzustand. Als Dampf mit beispielsweise Pfefferminzöl oder Kamillenzusatz zum Inhalieren gegen verstopfte Schnupfennasen. Normaltemperiert als ideale Flüssigkeitszufuhr (bis zu drei Liter täglich) um die Schleimhäute feucht zu halten und die Erreger wegzuspülen. Eine warme Badewanne mit Meersalz oder Kräuterzusätzen steigert die Immunabwehr und löst festsitzenden Husten.

Kopf zu – Nase dicht?

Naseputzen ist ganz einfach – denkt an zumindest. Dennoch kann man dabei sehr viel falsch machen. Die meisten Menschen niesen, wenn sie erkältet sind, in ein Taschentuch. Wenn’s aus Papier ist, dann wirft man es am besten nach einmaliger Benutzung weg. Papiertaschentücher müssen nicht (wie es sich hartnäckig hält) durch die Toilette gespült werden, sondern dürfen in den Müll – ohne ein „Transportmittel“ (also beispielsweise eine hilfreiche Hand) schaffen die Viren es dort nicht heraus. Nach einer amerikanischen Studie ist das Ausschnäuzen aber gar nicht so gesund, denn man befördert dadurch nicht nur Erreger nach draußen, sondern durch den erzeugten Druck auch in die Nasennebenhöhlen und in Richtung Gehörgang. Das richtige Putzen lässt sich am besten am Beispiel einer doppelläufigen Jagdflinte erklären: Jeder Lauf muss da einzeln abgeschossen werden. Auf die Nase übertragen bedeutet das, wenn ein Nasenloch frei ist, kann sich kein schädlicher Druck in den Nebenhöhlen aufbauen. Richtig schnäuzt man also, wenn man ein Nasenloch zuhält, während man das andere ausschnäuzt. Am gesündesten ist allerdings tatsächlich das „Hochziehen“, was den meisten Menschen bereits in der Kindheit erfolgreich abgewöhnt wurde.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen