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Gesundheit

Entspannung mal ganz anders: Bier- und Metal-Yoga

von Leonie Butz

Entspannung und innere Ruhe? Von wegen. Bei den neusten Yoga-Trends gibt es mit hartem Metal ordentlich was auf die Ohren und mit Bier alkoholische Untermalung.

Metal-Yoga: Entspannung zu harten Klängen
Um ihre beiden Leidenschaften miteinander zu kombinieren, schuf die gebürtige Deutsche Saskia Thodes 2014 Metal-Yoga. Foto: Anders Ahlgren/Metal Yoga Bones

Das erfahren Sie gleich:

  • Mit Pommesgabel und einer Pulle Bier in der Hand: Von Metal- bis Bier-Yoga
  • Yoga ist ebenso gesund wie Lachen – warum also nicht beides kombinieren?
  • Nicht alle Ideen sind wirklich sinnvoll, Spaß machen sie trotzdem

Bier-Yoga: Prost statt Om

Auf dem dunklen Boden sind kunterbunte Yoga-Matten verteilt. Rechts ein junger Mann in Schlabbershirt und kurzer, ausgewaschener Hose. Links eine Frau im trendigen Yoga-Outfit – durchgestylt von Kopf bis Fuß. Ungewöhnlich viele Männer sitzen hier im Schneidersitz und heben im Gleichklang die Arme vor den Kopf – wie der Affe aus "König der Löwen", der der Welt den neuen Löwen-Prinzen Simba präsentiert. In der Hand halten die Sportler aber kein Löwen-Baby, sondern eine Flasche Bier. Die verschiedensten Sorten sind zu sehen – hell, dunkel, obergärig, untergärig – Hauptsache Bier.

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Die Bauchatmung mit all der Kohlensäure vom Bier ist unangenehm.

Ein wenig befremdlich wirkt es schon. Eigentlich soll Yoga innere Ruhe bringen, der Geist soll sich von allem frei machen. Mit der offenen Bierflasche in der Hand sind aber bei jeder zweiten Bewegung die Gedanken bei verschüttetem Bier. Und auch das meditative Trinken des Hopfensaftes scheint kaum mit der Idee des leeren Geistes oder der Meditation beim Yoga vereinbar. Zusätzlich ist das Bauchatmen mit all der Kohlensäure vom Bier unangenehm. Erfunden wurde das Bier-Yoga übrigens 2015 in Berlin. Mittlerweile hat die Variante aber bereits die ganze Welt erobert. Ob in New York, London oder Rio de Janeiro – alle wollen den Einklang von Bier und Yoga spüren.

Bier-Yoga: Prost statt Om
Die Balance macht's: Nur mit der richtigen Körperspannung landet das Bier nicht auf dem Boden. Foto: BierYoga

Metal-Yoga: Entspannung zu harten Klängen

Dass Yoga wirkt, ist mittlerweile wissenschaftlich bewiesen. Ob gegen Nackenbeschwerden oder für guten Schlaf: Unabhängige Studien von der Harvard University bis zur Berliner Charité haben die positiven Auswirkungen belegt. Aber die klassischen Versionen sind nicht für Jedermann gemacht. Zu viel Ruhe, zu viel Spiritualität oder auch nur die Vorstellung von "Ooooommmmmm"-brummenden Yoga-Lehrern schreckt einige ab. Ganz unterschiedliche Varianten haben sich deshalb weltweit verselbstständigt. Mit Ruhe und Entspannung haben viele nichts mehr zu tun, lustig sind sie trotzdem.

Statt zu entspannen sollen Musik und die körperliche Anstrengung bewusst Spannung aufbauen, um danach die Entspannung erst richtig zu spüren.

Beim diesjährigen Metal-Festival Wacken zelebrierten einige Metaller deshalb das genaue Gegenteil von Ruhe und Entspannung: Metal-Yoga. In einem Festival-Zelt verbogen sich hunderte Fans zu harten Gitarren-Klängen, während im Boxring in der Mitte eine durchtrainierte, volltätowierte Frau die Bewegungen vormacht. Pommesgabel und Luftgitarre sind dabei ein Muss. Schreien statt meditieren ist hier das Motto. Statt zu entspannen sollen Musik und die körperliche Anstrengung bewusst Spannung aufbauen, um danach die Entspannung erst richtig zu spüren. Das hat zwar mit der Idee von Yoga nicht mehr viel zu tun, aber sich den ganzen Stress von der Seele zu brüllen, kann schon ziemlich entspannend sein.

Lach-Yoga: Lachen ist gesund

Etwas unspektakulärer – aber trotzdem alles andere als beschaulich – geht es beim Lach-Yoga zu. Lachen ist bekanntlich gesund. Dabei baut der Körper Stresshormone ab und stärkt Immun- sowie Herz-Kreislauf-System – so zumindest die Annahme von Lachforschern. Das Lach-Yoga ist zwar nicht neu, ist aber auch heute noch sehr beliebt. Aus einem anfangs künstlichen Lachen wird hier im gemeinsamen Erleben ein echtes Lachen. Das ist die Idee hinter der Yoga-Variante – frei nach dem Motto "Fake it, until you make it" (Tu so, bis es echt wird). Humor ist übrigens für die Yoga-Form nicht notwendig. Es braucht hier schließlich keinen Grund zum Lachen. "Wir lachen nicht, weil wir glücklich sind, wir sind glücklich, weil wir lachen", heißt es von dem indischen Arzt und Yoga-Guru Madan Kataria. Er ist einer der Entwickler der Yoga-Version.

Ob nun Lachen, Biertrinken oder Metal-Musik – jeder hat seine eigene Idee von Entspannung. Klassisches Yoga hilft den einen besser, eine ausgefallene Methode den anderen. Regelmäßig praktizierbar ist von den drei vorgestellten Versionen sicherlich nur die Lach-Variante. Obwohl Bier- oder Metal-Yoga beim Party-Abend am Wochenende sicherlich auch ihren Platz im Terminkalender finden könnten. Ob sie nun tatsächlich wirksam sind, ist nach ein paar Bier sowieso nicht mehr relevant.

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