Elektromobilität

Energy Observer: Energieautonomer Katamaran umrundet die Welt

von Paul Bandelin

Der Katamaran Energy Observer soll zeigen, dass sich Schiffe auch ohne fossile Brennstoffe über eine große Distanz bewegen können.

Der Katamaran Energy Oberserver fährt durch einen schmalen Kanal.
Platz ist im kleinsten Kanal: Die Energy Observer am Anfang ihrer Weltumrundung. Foto: Energy Observer/Antoine Drancey

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie der Katamaran Energy Observer innerhalb von sechs Jahren die Welt umrundet
  • Welche regenerativen Energien den Katamaran antreiben
  • Welche Vorteile der Wasserstoffantrieb gegenüber einer batterie-elektrischen Lösung hat

Das Unternehmen klingt gewagt – und ganz schön langwierig: Von Saint-Melo im Nordwesten Frankreichs haben sich der französische Unternehmer und Profi-Segler Victorien Erussard, sein Partner Jérôme Delafosse und eine kleine Crew auf den Weg gemacht. Das Ziel: Eine Weltumrundung in einem energieautonomen Katamaran.

Sechs Jahre sind für die Reise um den Erdball vorgesehen, in denen das Team in 50 Ländern insgesamt 101 Stopps machen will. Die Energy Observer soll eine Art schwimmender Umweltbotschafter sein und zeigen, dass sich nicht nur Segelschiffe, sondern auch Motorschiffe über eine große Distanz zu 100 Prozent emissionsfrei und ohne die Nutzung fossiler Energiequellen bewegen können.

Der Antrieb erfolgt durch einen Elektromotor, der primär mit Strom aus Wasserstoff versorgt wird. Zudem unterstützt ihn eine Mischung aus Windenergie und Strom aus Solarzellen, die auf der Oberfläche angebracht sind. Die Elektromobilität schöpft hier also aus allen erdenklichen Quellen.

Victorien Erussard und Jérôme Delafosse stehen am Ufer vor dem Energy Observer.
Sie wagen die Odyssee: Kapitän Victorien Erussard (r.) und Partner Jérôme Delafosse Foto: picture alliance/AP Images

Energy Observer fährt mit Wasserstoff-Antrieb

Den selbstständig produzierten Solarstrom nutzt dedier Energy Observer, um während ihrer Weltumsegelung jederzeit vollkommen energieautonom zu agieren. Er hilft dabei, den Wasserstoff direkt aus dem Meerwasser zu gewinnen. An Bord befindet sich neben acht Wasserstofftanks eine Entsalzungsanlage, die pro Stunde 105 Liter Meerwasser entsalzen kann.

Auf dem Meer an Bord der Energy Observer brauchen wir genauso viel Sonne, wie wir Wind, Batteriestrom oder Wasserstoff benötigen.

Victorien Eruassard, Kapitän

Der Wasserstoff wird im Anschluss verdichtet und dann in die 62 Kilogramm fassenden Tanks geleitet. Somit sorgt er auch bei wenig bis keinem Sonnenschein für ausreichend Energie. Außerdem ist die Energy Observer mit zwei Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet, so dass auch hier Energie für einen späteren Zeitpunkt gepuffert werden kann.

Ein großer Vorteil der Wasserstoffnutzung ist die Platzersparnis im Vergleich zu einer Energiespeicherlösung allein mit Lithium-Ionen-Akkus. Eine alleinige Batteriespeicherlösung hätte bis zu 50 Prozent mehr Raum benötigt – und Platz ist auf einem Schiff immer knapp bemessen.

Mit zehn Knoten zur Weltumrundung

Den 30 Meter lange und 12,8 Meter breiten Katamaran sieht Kapitän Erussard „als Schlüssel zur Beschleunigung der Energiewende“. Er wurde 1983 gebaut und nahm bis zum Umbau 2015 an unterschiedlichen Wettkämpfen teil.

Während der Weltumrundung wird er allerdings nur mit acht bis zehn Knoten unterwegs sein. Die Zusammenarbeit von insgesamt 40 Ingenieuren machte Erussards Traum wahr.

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Die Energy Observer schließt sich einer Reihe von Großprojekten für Forschung und Entwicklung an, die sich für Technik, Gesellschaft und Umwelt einsetzen und eine Botschaft für erneuerbare Energien verbreiten.

In diesem Sinne lässt sich auch der Polarschoner Tara nennen, der seit 2007 für die Wissenschaft und den Schutz der Umwelt über die Ozeane reist, indem er die Auswirkungen des Klimawandels auf das arktische Packeis untersucht.

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