Elektromobilität

Leicht und Effizient: Steckt bald der Akku von E-Autos in der Karosserie?

von Carola Franzke

Weniger Gewicht bedeutet bei E-Autos mehr Reichweite. Forscher in Schweden arbeiten deshalb an leichten Energiespeichern bzw. Akkus in der Karosserie.

Eine Brücke von oben, zwei Autos fahren darauf.
Auf langen Strecken ohne Ladestation ist die Reichweite des E-Autos noch immer problematisch – Akkus in der Karosserie sollen das ändern. Foto: Unsplash/Nabil Aiman

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie in Schweden Energiespeicher-Lösung in der Karosserie entwickelt werden
  • Wie ein Kompositwerkstoff den Akku in die Außenhaut des E-Autos integrieren könnte
  • Wie das E-Auto so einiges an Gewicht einsparen würde

An der Chalmers Universität im schwedischen Göteborg erregt gerade ein Wissenschaftler aus dem Bereich der Materialwissenschaften mit einer außergewöhnlichen Idee viel Aufsehen: Professor Leif Asp will den Akku im Elektroauto um eine Karosserie ergänzen, die gleichzeitig als Energiespeicher dient.

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Das Gewicht von E-Autos ist ein ausgesprochen leidiges Thema. Denn jedes Kilogramm, das nicht wirklich gebraucht – aber dennoch bewegt – wird, geht auf Kosten der Reichweite. Daher sind leichte und dennoch widerstandsfähige Werkstoffe, hohle Träger oder auch besonders leichte Verkleidungen für den Innenraum ein großes Thema, wenn es um Elektromobilität geht.

Innovative Energiespeicher aus einem Kompositwerkstoff

Die Göteborger haben einen Kompositwerkstoff entwickelt, der als Energiespeicher funktionieren kann: Kohlestofffasern werden in zwei großflächigen Kunststoffschichten als Batterieelektroden eingearbeitet. Dazwischen dient eine Fiberglasschicht als Isolierung. Der Projektleiter Leif Asp geht davon aus, dass sich bis zu 50 Prozent an Gewicht einsparen lässt. Allerdings ist die energiespeichernde Karosserie noch nichts für den Massenmarkt, da die Materialien noch extrem teuer sind.

In der Konzeptzeichnung lädt das Auto Strom in den Energiespeicher in der Außenhülle.
Energiespeicher in der Außenhülle: So sieht das Konzept von Professor Leif Asp aus. Foto: Chalmers/Yen Strandqvist

Asp und sein Team sind nicht die ersten, die das Thema der Energiespeicherung und die Folgen ganz neu denken. Um Gewicht zu sparen, werden etwa Türinnenverkleidungen mit Beschichtung aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen (CNT) als Flächenheizung erforscht. Das biegsame CNT-Material lässt sich raum- und gewichtsparend einsetzen und funktioniert schon mit wenig Energie. Die Heizung strahlt dann dicht am Passagier Wärme ab.

Kein Energiespeicher, sondern leichtgewichtige Energiegewinnung erforschen chinesische Wissenschaftler, die an der Entwicklung von transparenten und flexibel formbaren Solarzellen beteiligt sind. Professor Hin-Lap Yip von der South China University of Technologie sieht eine Anwendung auf Karosserien oder sogar Fenstern von Autos.

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Kleinere Akkus oder weniger Gewicht bei E-Autos

Die verschiedenen Projekte in Sachen Energieversorgung von Elektroautos kommen nicht von ungefähr. Zu den größten Problemen, die der Verbreitung von Elektromobilität im Weg stehen, gehören der Preis und die Reichweite. Der im Vergleich noch immer höhere Preis von Elektroautos liegt an den teuren Akkus: Der Rohstoff Lithium ist teuer, und für eine große Reichweite braucht man viel davon.

Will man also einen günstigeren Preis erreichen, ist ein kleinerer Akku eine gute Möglichkeit – nur geht das wiederum auf Kosten der Reichweite. Die nächste logische Stellschraube ist daher das Gewicht von E-Autos: Je leichter das Fahrzeug, desto weiter kommt man eben auch mit einem kleineren Akku. Die Energiespeicher-Karosserie könnte einen Ausweg aus dem Dilemma eröffnen.

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