Technik

Energiespeicher von Tesla für schottisches Gezeitenkraftwerk

von
Paul Bandelin

Für mehr Energie aus erneuerbaren Quellen: Tesla hat ein Gezeitenkraftwerk vor der Küste Schottlands mit einem Energiespeicher ausgestattet.

Blick auf das Gezeitenkraftwerk Bluemull Sound in Schottland
Saubere Energie ohne Lärm und in die Höhe ragende Windräder: Gezeitenkraftwerke machen es möglich. Wie hier zwischen den schottischen Inseln Unst und Yell. Foto: Shutterstock / Beachy Photograph

Das erfahren Sie gleich:

  • Gezeitenkraftwerk mit Energiespeicher von Tesla ausgestattet
  • Nova Innovation produziert Energie aus erneuerbaren Quellen
  • Gezeitenkraftwerke funktionieren in der Theorie besser als in der Praxis

Energiespeichersysteme nehmen im Bereich der erneuerbaren Energien eine immer bedeutendere Rolle ein. Bei Wind und Solarkraftwerken verhält es sich allerdings so, dass sich die Menge des produzierten Stroms nur schwer prognostizieren lässt. Das kann zu Schwankungen in der Energieversorgung führen.

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Anders ist es bei Gezeitenkraftwerken. Dort können Experten aufgrund der Vorhersehbarkeit von Ebbe und Flut relativ genau abschätzen, wann wie viel Energie produziert wird – und das über Monate und Jahre hinweg. Nur ist der Output dort sehr schwankend, da sich die maritimen Kräfte über den gesamten Tag verteilen.

Tesla hat kürzlich das Gezeitenkraftwerk des schottischen Technik-Unternehmens Nova Innovation mit einem seiner Energiespeichermodule ausgestattet.

Energie aus erneuerbaren Quellen

Seit Anfang Oktober 2018 speist das vor der schottischen Küste gelegene Kraftwerk in das öffentliche Stromnetz. Der Energiespeicher des Automobilherstellers liefert dazu die benötigte Konstanz. Die Zusammenarbeit mit Tesla bringt laut Firmenchef Simon Forrest etliche Vorteile mit sich:

Durch die Speicherung der sauberen Energie, die durch Ebbe und Flut der Gezeiten erzeugt wird, können wir die Stromversorgung des Stromnetzes bedarfsgerecht steuern. Dies kreiert eine konstante Stromquelle, die vollständig planbar ist und ausschließlich auf sauberen und nachhaltigen Ressourcen beruht.

Simon Forrest, Firmenchef von Nova Innovation

Wie groß der von Tesla bereitgestellte Energiespeicher ist, dazu gibt es keine verlässlichen Angaben. Das Gezeitenkraftwerk hat aber eine Kapazität von 600 Kilowatt und ist direkt mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden. Das mit 272.606 Pfund staatlich geförderte Großprojekt ist zudem eine Investition in die Zukunft.

Der schottische Energieminister Paul Wheelhouse war persönlich vor Ort und wies im Rahmen der Einweihung auf das immense Potenzial der erneuerbaren Energien hin. Der gewonnene Strom soll zunächst die vielen abgelegenen Inseln vor der schottischen Küste versorgen. Später soll er in die ganze Welt exportiert werden.

Tesla hat derzeit eine der führenden Positionen auf dem Gebiet der Energiespeicher inne. Bereits jetzt ist das Unternehmen in der Lage, einen Speicher mit einer Kapazität von mehr als einem Gigawatt zu errichten. Das Ziel der US-Amerikaner ist es, diesen Wert in den kommenden neun bis zwölf Monaten zu verdoppeln.

Turbine für die Erzeugung von Strom unter Wasser
Unter Wasser sitzen gigantische Turbinen, die aus der Strömung elektrische Energie generieren. Foto: Nova Innovation

Wartungsintensive Gezeitenkraftwerke

Gezeitenkraftwerke funktionieren in der Theorie vergleichsweise einfach. Die installierten Turbinen werden durch den Wechsel von Ebbe und Flut angetrieben und erzeugen so Strom.

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Doch die Praxis stellt sich als weitaus fordernder und komplexer dar. So führt das Salzwasser beispielsweise Sand und Gestein mit, was häufige und sehr aufwendige Wartungsarbeiten nach sich zieht.

Besonders auf See sind diese extrem kostspielig, was der Wirtschaftlichkeit schadet. Deshalb sind entsprechende Kraftwerke weltweit noch nicht weit verbreitet.

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