Gesundheit

Endlich Schluss mit dem Frust: Der Gute-Laune-Generator!

von Gertrud Teusen

Die Sonne zu hell, der Sommer zu warm, der Winter zu kalt – manchen Menschen kann man es nicht recht machen. Dabei ist Jammern schlecht für die Gesundheit.

Lächelnde Frau
Einfach mal die Mundwinkel hochziehen: Wer sich zum Lächeln zwingt, bekommt davon tatsächlich gute Laune. Foto: Unsplash/Brandi Redd

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Jammern die Gesundheit gefährdet – und sogar zur Depression führen kann
  • Mit dem Jammer-Coach ist Schluss mit Frust
  • Gute Laune statt Jammern! Was wirklich hilft: Lachen und Schokolade

Jammern gefährdet Ihre Gesundheit!

Mal ganz ehrlich. So ein bisschen jammern tut jeder! Beispielsweise im Auto: der morgendliche Berufsverkehr, die roten Ampeln, der Parkplatzmangel – und vor allem, die anderen Verkehrsteilnehmer. Einfach ärgerlich! Und wenn die Bahn mal wieder Verspätung hat oder der Flug zwecks schlechtem Wetter gestrichen wird, kann man ja gar nicht anders – oder?

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Jammern ist wie ein Schaukelstuhl. Man verbraucht Energie, um ihn in Bewegung zu halten, kommt aber trotzdem nicht vom Fleck.

Doch, man kann – behauptet der Schweizer Jammer-Experte Dani Nieth und hat auch gleich gute Argumente parat. „Wenn sich die gute Laune aus dem Leben verabschiedet, dann wird alles grau und trist. Je länger dieser Zustand anhält, desto schwieriger ist der Weg raus aus dem Jammertal.“ Im schlimmsten Fall stehen am Ende des Weges Depressionen oder Burnout.

Klar ist: Gejammert wird aus unterschiedlichen Gründe. Immer handelt es sich um einen „Emotionsüberschuss“, der ein Ventil sucht. Es ist also ein Ablenkungsmanöver für die wahren Gefühle. Nieth sagt: „Jammern ist wie ein Schaukelstuhl. Man verbraucht Energie, um ihn in Bewegung zu halten, kommt aber trotzdem nicht vom Fleck.“ Sprich: Probleme werden größer und Lösungen werden gar nicht in Erwägung gezogen.

Jammern und Frust sind Kopfsache

Neurologisch betrachtet passiert beim Jammern ein Vergleich zwischen dem Jetzt und der Vergangenheit – zum Nachteil des Jetzt-Zustandes. Beispielsweise bei der Frage „Wie geht es dir?“. Die Differenz ist negativ und führt zu einer Antwort wie „Geht schon!“. Die Kreuzschmerzen gestern, der Streit mit der Partnerin am Abend, die neugebaute größere Garage des Nachbarn, das Gespräch mit dem Chef gerade eben, der neueste Lebensmittelskandal … wie kann es einem da denn überhaupt gut gehen?

Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, dann sind Sie allerdings nur auf einen kleinen Trick unserer grauen Zellen hereingefallen. Die Hirnforschung weiß schon lange, dass uns das Negative länger und intensiver im Gedächtnis bleibt, als das Positive. Negative Erlebnisse werden „prominenter“ im Gedächtnis abgelegt, so dass man aus gemachten Erfolgen (so schnell) nicht lernen kann. Die Niederlagen sind einfach zu dominant.

Selbstmitleid ist ein nichtpharmazeutisches Betäubungsmittel. Es macht süchtig, gibt momentanen Genuss und trennt das Opfer von der Wirklichkeit.

Beginnt man nun ein Jammer-Lamento, fühlt man sich ad hoc besser. Das liegt daran, dass so ein Gläschen „Selbstmitleid“ die Endorphin-Produktion anregt. Endorphine sind die körpereigenen Glückshormone. Doch es ist wie bei einer Droge: Sobald die Wirkung nachlässt, will man nachlegen. Demzufolge muss in unserem Fall noch mehr gejammert werden, um den Level zu halten. Die Wissenschaft weiß: Selbstmitleid ist ein nichtpharmazeutisches Betäubungsmittel. Es macht süchtig, gibt momentanen Genuss und trennt das Opfer von der Wirklichkeit. Nichts desto trotz arbeiten Therapeuten gern auch mit Gesprächen („talking cure“), was nichts anderes als angeleitetes Jammern ist.

Frau im dunklen Schlafzimmer
Raus aus dem dunklen Jammertal: Jammern bringt kurzfristig Glückshormone hervor - macht auf die Dauer aber süchtig. Foto: Unsplash/Ben Blennerhassett

Raus aus dem Frust – mit dem Jammer-Coach!

Der Jammer-Coach Dani Nieth hilft seinen Kunden, mit der ewigen Jammerei aufzuhören und einen positiveren Weltblick zu erreichen. Dabei ist er selbst nicht frei von diesem Laster, sein ganz persönliches Geheimrezept: Selbstironie. „Im Straßenverkehr gehöre ich zur internationalen Jammerelite“ gesteht der Jammer-Coach Nieth. „Kaum sehe ich eine stehende Fahrzeug-Kolonne vor mir, geht’s los. Obwohl ich weiß, dass ich Stau-Mitverursacher bin, sehe ich mich sofort nur noch in der hilflosen Opferrolle. Vorwürfe wie „Müssen ausgerechnet jetzt alle in die Stadt fahren?!“ und Anschuldigungen im Stil von „Haben die nichts Gescheiteres zu tun, als ihre Freizeit auf der Straße zu verbringen?!“ kommen mir dann locker über die Lippen.“ Und weil Nieth sich selbst überhaupt nicht gern jammern hört, hat er sich kürzlich eine Clown-Nase aus Schaumstoff gekauft. Diese rote Kugel liegt seither im Seitenfach seines Autos und immer, wenn er im Auto sein Verhalten lächerlich findet, setze er sie auf. „Ich brauche nicht einmal mehr in den Rückspiegel zu schauen, denn ich weiß, wie ich mit diesem Ding im Gesicht aussehe.“

Verzichtet man bewusst auf „muss“ und „eigentlich“, verändert sich alles. Und Veränderung ist das, was das Leben dynamisch und spannend macht.

In seinen Seminaren geht er natürlich einen Tick ernsthafter an das Problem heran. Als besonders wirkungsvoll für die gute Laune entpuppt sich beispielsweise das Training zur richtigen Wortwahl. „Zuerst lernen meine Seminarteilnehmer Worte wie „muss“ und „eigentlich“ aus ihrem Repertoire zu streichen.“ Das sind nämlich nach Nieth (unter anderem) die Schlüsselworte fürs ewige Jammern. Und jetzt mal Hand aufs Herz: Wieviel „muss“ und „vielleicht“ steckt in ihrem Alltag? Nieth: „Verzichtet man bewusst auf diese beiden Worte, verändert sich alles. Und Veränderung ist das, was das Leben dynamisch und spannend macht.“

Gute Laune mit Lachen und Schokolade

Fragt man Jammer-Coaches nach To-Go-Tipps gegen die Jammerei, kommt die Antwort prompt: „Lachen und Schokolade!“ Denn beides hilft dem Körper, Glückshormone (Endorphine und Serotonin) auszuschütten:

  • Tipp 1: Lächeln
    Erinnern Sie sich an glückliche Momente im Leben! Genießen Sie solche Augenblicke ganz bewusst. Mit einem Lächeln auf den Lippen fallen positive Gedanken definitiv leichter. Was auch hilft: Witze erzählen und lustige Komödien anschauen. Wem das Lächeln besonders schwerfällt: Bleistift zwischen die Lippen klemmen – dann gehen die Mundwinkel zwangsläufig nach oben. Endorphine werden freigesetzt.
  • Tipp 2: Schokolade
    Als Schweizer schwört Dani Nieth auf die heilsame Wirkung von Schokolade. Und es gibt zahlreiche wissenschaftliche Beweise dafür, dass sich durch regelmäßigen Schokoladenkonsum der Glückbotenstoff Serotonin auf einem „glücklichen“ Level halten lässt. Nieth: „Chocolate is the answer. The question doesn’t matter. Das habe ich letzthin auf einer abgewetzten Emaille-Tafel in einem Postershop im Ausland gelesen. Als Schweizer fühlte ich mich besonders angesprochen und abgeholt.“

Noch mehr Tipps und Tricks verrät Dani Nieth in seinem Buch „Jammern gefährdet Ihre Gesundheit“.

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