Elektromobilität

Umweltprämie für E-Autos: 2019 endet die Förderung – oder nicht?

von Carsten Fischer

Weil deutschlandweit bislang nur rund 66.000 Anträge auf die Umweltprämie von Elektroautos gestellt wurden, spricht viel für eine Verlängerung.

Ladesäulen, wie hier zu sehen, sind Mitschuld an schleppenden Interesse an Elektroautos. Das Netz muss weiter ausgebaut werden.
Die Umweltprämie für Elektroautos ist noch längst nicht ausgeschöpft. Erste Stimmen, auch aus der Politik, fordern deshalb eine Verlängerung. Foto: Shutterstock / navee sangvitoon

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die Kaufprämie für Elektroautos möglicherweise verlängert werden könnte
  • Was laut Cem Özdemir von den Grünen für eine Ausweitung der Prämie spricht
  • Wie der Ausbau der Ladeinfrastruktur der Umweltprämie zugutekäme

Seit Ende 2015 wirbt die deutsche Bundesregierung offensiv für die Elektromobilität. Um die Bürger für Elektroautos zu sensibilisieren, führte der Bund im Mai 2016 eine Kaufprämie in Höhe von 4000 Euro für reine E-Autos und 3000 Euro für Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge ein.

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Umweltprämie soll Mitte 2019 enden – noch

Kumuliert liegt die verfügbare Summe bei 1,2 Milliarden Euro, wobei Industrie und Bund sie paritätisch tragen. Das anfängliche Ziel, bis 2020 eine Million Elektroautos auf den deutschen Straßen zu haben, wurde mittlerweile revidiert – aber selbst die Marke von 500.000 E-Autos scheint derzeit utopisch.

Die Umweltprämie sollte ursprünglich nur bis Juni 2019 ausgezahlt werden und so Interessenten anlocken. Weil die bereitgestellten Töpfe aber noch gut gefüllt sind, wird derzeit eine Verlängerung der Laufzeit diskutiert.

Für eine Verlängerung gibt es eine fraktionsübergreifende Mehrheit im Ausschuss.

Cem Özdemir, Grünen-Abgeordnete

Obwohl bereits zwei Drittel des gesetzten Zeitraums vergangen sind, gingen erst etwas über 66.000 Anträge ein. Der Gesamtetat würde aber für mehr als 300.000 Elektroautos reichen. Das kommt etwa einem Volumen von 100 Millionen Euro gleich, was lediglich ein Sechstel des jeweiligen Etats ist. Verläuft der Verkauf weiter so schleppend, ist Ende Juni 2019 noch mehr als genug Geld übrig.

Die Statistik zeigt die Anzahl der Anträge auf den Umweltbonus: Zu sehen ist, dass sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht hat.
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Anträge auf die Kaufprämie fast verdreifacht. Foto: Statista

Prominente Unterstützung von Sören Bartol und Cem Özdemir

Um den Vertrieb weiter zu unterstützen und mehr Verbrennungsmotoren von den Straßen zu bekommen, plädieren Politiker und Hersteller dafür, die Umweltprämie zu verlängern. Laut Sören Bartol, dem stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, spricht viel für eine Laufzeitverlängerung.

Auch der Grünen-Abgeordnete und Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Cem Özdemir, schlägt in die gleiche Kerbe und glaubt, "dass es für eine solche Verlängerung eine fraktionsübergreifende Mehrheit im Ausschuss geben wird".

Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Bernhard Mattes, glaubt ebenso an bald steigende Zahlen und verweist auf neue Modellankündigungen. In den kommenden zwei bis drei Jahren werden deutsche Hersteller unterschiedliche Modelle auf den Markt bringen und die Bewegung ins Rollen bringen.

Netz an Ladestationen noch nicht genug ausgebaut

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) registrierte bis Ende Juni 2018 insgesamt 66.029 Anträge auf die in Aussicht gestellte Kaufprämie.

Elektroautos lagen dabei gegenüber den Plug-In-Hybriden leicht in Führung. 38.146, also 57 Prozent der Anträge, waren auf Elektroautos zurückzuführen. Die Hybriden standen lediglich bei 27.866 Interessenten. Hinzu kommt noch eine unbedeutende Zahl von Autos, die mit Brennstoffzellen betrieben werden.

Für das insgesamt noch eher bescheidene Interesse der Deutschen gibt es unterschiedliche Gründe. So stören neben der geringen Reichweite auch die bislang überschaubar ausgebaute Ladeinfrastruktur sowie übermäßig lange Wartezeiten auf bestimmte Modelle.

Trotzdem ist deutschlandweit eine leicht steigende Tendenz zu erkennen. Zwischen Juni 2016 und Juni 2017 beantragten 23.024 Kraftfahrer die Kaufprämie; ein Jahr später waren es bereits 43.005 Antragsteller.

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