Leben

Elon Musks Boring Company: Ritter für den selbstgebauten Aussichtsturm

von
Paul Bandelin

Weil der Tunnelbau in Los Angeles teurer ist als gedacht, verkauft die Boring Company Backsteine aus dem Abraummaterial – und baut damit selbst einen Turm.

Elon Musk bei einer Pressekonferenz im August 2018.
Elon Musk hatte schon viele verrückte Ideen – Flammenwerfer etwa, oder ein Tesla im Weltraum – jetzt kommt eben auch ein Ritterturm dazu. Foto: picture alliance/AP Photo

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die Boring Company jetzt einen Aussichtsturm aus Backsteinen baut
  • Wie so Elon Musks Tunnel finanziert werden soll – und gleichzeitig Raum für seine nerdigen Ideen bleibt
  • Nach dem Flammenwerfer ist der Turm die nächste skurrile Idee von Elon Musk

Elon Musks Boring Company kommt mit der nächsten "genialen" Idee um die Ecke: Dieses Mal geht es um die kreative Beseitigung des beim Tunnelbau in Los Angeles entstehenden Schutts. Genauer gesagt geht es um Aussichtstürme, die sich in Eigenregie zusammenbauen lassen – DIY Watchtowers genannt.

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Boring Company will aus Tunnelbau Profit schlagen

Allein die Kosten für die Beseitigung des entstehenden Abraums beim Bau eines Tunnels betragen Experten zufolge rund 15 Prozent der gesamten Baukosten. Zunächst müssen die Bauteile des Förderbandes in den Tunnel bewegt werden, dann folgt die Installation und abschließend muss es wieder abgebaut werden – das summiert sich.

Die Boring Company versucht daraus jetzt Profit zu schlagen und will die in der eigens dafür hergestellten Presse aus Abraummaterial gefertigten Backsteine für zehn Cent das Stück verkaufen. Laut Elon Musk sind sie stabiler als Betonziegel. Der Vorteil: Das Unternehmen ist den Dreck los und nebenher klingelt noch ein wenig die Kasse.

Was die Käufer aus den Backsteinen bauen, ist Musk herzlich egal. Die Boring Company selbst nutzt auch einige der Steine und baut derzeit einen Aussichtsturm in Hawthorne, Kalifornien. Per öffentlicher Stellenanzeige sucht das Unternehmen sogar schon ein Wächter für Turm. Die Voraussetzungen sind, dass er als Ritter verkleidet die vorbeilaufenden Menschen mit einem französischen Akzent beschimpft – eine Reminiszenz an den Film "Die Ritter der Kokosnuss".

Der Haken daran: Die Stelle ist auf insgesamt zwei Tage befristet. Und auch über die Vergütung gibt es noch keine gesicherten Informationen. Am 18. Dezember sollte der Wachturm in Hawthorne der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der Bau hat zwar bereits begonnen, bisher blieb die versprochene Eröffnungsparty jedoch aus. Und ob daraus eine ganze Produktlinie folgt oder ob es der einzige Bau bleibt, ist bisher ebenfalls noch nicht bekannt.

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Nächster Coup nach Verkauf von Flammenwerfern

Wer sich mit der Historie der Boring Company auseinandergesetzt hat, weiß, dass Elon Musk in dieser Hinsicht keine Witze macht. Bereits im Januar dieses Jahres sorgte Musk mit dem Verkauf von Flammenwerfern – die "jede Party beleben" – für medialen Aufruhr. Nüchtern betrachtet könnte der Verkauf der Backsteine gelingen, denn Abraummaterial produziert der Tunnelbau unter Los Angeles in jedem Fall genug.

Wie groß der derzeitige Markt für mittelalterlich angehauchte Aussichtstürme ist, ist allerdings nicht klar. Sollten die Backsteine aber so gut sein, wie versprochen, werden die Käufer sicherlich einen anderen Verwendungszweck finden.

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