Elektromobilität

Elektroscooter rebellieren gegen Fahrer

von
Paul Bandelin

Weil Elektroscooter ihre Fahrer abwerfen und ihnen Verletzungen zufügen, zieht Lime in der Schweiz 550 der Modelle ein.

Elektroscooter bei der Nutzung in der Stadt
Elektroscooter könnten der große Trend im Jahr 2019 werden. Doch in Österreich und der Schweiz sorgen sie aktuell für große Probleme. Foto: Getty Images/iStockphoto

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Lime in der Schweiz kassiert seine Elektroscooter temporär einzieht
  • Was die nächsten Schritte sind um das Problem zu lösen
  • Warum auch in Wien E-Scooter betroffen sind

Seit gut einem dreiviertel Jahr schwirren die Elektroscooter – E-Trottis genannt – von Lime durch die Schweiz und Österreich. In den Alpenrepubliken kämpft der Anbieter um die Vorherrschaft in den Großstädten Basel, Zürich und Wien.

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Doch nun hat offenbar ein Softwarefehler dem ambitionierten Unterfangen vorerst einen Strich durch die Rechnung gemacht: Lime zieht deshalb seine Scooter vorübergehend aus dem Verkehr.

Harter Rückschlag für Lime

Insgesamt 550 der elektrischen Tretroller kassiert Lime – zumindest temporär – ein. Grund dafür sind vermehrt auftretende Unfälle in den vergangenen Monaten, die immer nach dem gleichen Muster abliefen. Sämtliche Unfallopfer berichteten übereinstimmend, dass während der Fahrt zunächst der Tacho ausfiel und dann die Vorderbremse plötzlich blockierte. Ein Arzt flog beispielsweise in Basel über den schmalen Lenker und zog sich bei dem Sturz einen komplizierten Ellenbogenbruch zu, woraufhin er operiert werden musste.

Derzeit steht eine umfassende Untersuchung der Problematik an, deren Ursache noch nicht final gefunden wurde. Aufgrund des immer gleichen Ablaufs steht aber ein Softwarefehler im Raum. In einem Schreiben des Unternehmens heißt es: „Nach ersten Hinweisen prüfen wir derzeit, ob ein Software-Update während der Fahrt einen Neustart und zudem den Diebstahlschutz auslösen könnte.“

Nach der umfassenden Sicherheitsüberprüfung sollen die Elektroscooter wieder auf den Schweizer Markt zurückkehren. Jeder Kunde soll dann 15 Gratisminuten als kleine Entschädigung für die unerwartete Zwangspause zugesprochen bekommen. Wie Lime mit dem Arzt aus Basel – der inzwischen einen Anwalt eingeschaltet hat – verfährt, ist hingegen noch nicht klar. Zudem entschuldigte sich das Unternehmen für die lange Bearbeitungszeit der vielen Beschwerden.

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Elektroroller machen auch in Wien Probleme

Es ist nicht das erste Mal, dass Lime Probleme mit seinen elektrischen Tretrollern hat. Erst im Sommer vergangenen Jahres musste das Unternehmen in den USA 2000 Roller einziehen, da sich die Akkus als leicht entflammbar herausstellten und so eine enorme Gefahr für Mensch und Straßenverkehr waren.

Auch in Österreich ist das Problem mittlerweile bekannt, weshalb Lime hier ebenso Teile der Flotte aus dem Verkehr gezogen hat. Geschäftsführer Tonalli Arreola räumte ein, „15 bis 20“ der insgesamt 1500 Elektroscooter auf den Straßen Wiens einkassiert zu haben. Ist der Fehler gefunden, wird Lime „selbstverständlich weitere Präventionsmaßnahmen ergreifen, damit so etwas nicht mehr vorkommt.“

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