Elektromobilität

Elektroroller: Welche Reichweite bekomme ich zu welchem Preis?

von Sabrina Lieb

Neben dem E-Bike ist der Elektroroller der einfachste und günstigste Einstieg in die Elektromobilität. Wir sagen, welcher E-Roller welche Strecken schafft.

Ein geparkter Elektroroller in Berlin.
Besonders in Großstädten wie Berlin beliebt: der Elektroroller. Foto: Shutterstock/franz12

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum die teuren Elektroroller nicht immer die besten sind
  • Welche Akkutypen es beim E-Roller gibt
  • Welche Elektroroller im Vergleichstest gut abschneiden

Nicht lautlos, aber leise ziehen sie ihre Bahnen. Im Vergleich zum Elektroauto ist der Markt der Elektroroller zwar noch recht überschaubar, doch in den vergangenen vier Jahren hat sich eine nennenswerte Anzahl an alltagstauglichen Motorrollern mit Elektroantrieb herauskristallisiert – ein Aufschwung für die Elektromobilität auf zwei Rädern.

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Dabei zeigt sich ganz oft: Der Preis ist nicht immer ausschlaggebend für die Qualität. Im Gegenteil: Elektroroller um die 4000 Euro hatten in Testberichten teilweise grobe Verarbeitungsmängel. Ganz anders bei der Mittelklasse der Elektroroller, bei denen Fahrer zwischen 1400 und 2000 Euro schon ordentliche Modelle bekommen – eine Liste der von der Stiftung Warentest empfohlenen Elektroroller finden Sie unten.

Dabei entsprechen die Elektroroller der konventionellen “50er-Klasse”, verfügen also über die Leistung eines 50-ccm-Hubraum-Rollers, und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h – so viel also wie S-Pedelecs.

Die Reichweite eines Elektrorollers

Die Reichweite des Elektrorollers richtet sich nach der Menge an Energie, die der Akku speichern kann. Bei fast allen Herstellern von Elektrorollern ist der Akku exakt so groß, dass die Leistung für etwa 50 Kilometer reicht. Allerdings beeinflussen viele Faktoren die reale Reichweite: das Wetter zum Beispiel, das Gewicht des Fahrers, die Beschaffenheit der Fahrbahn etc. Je schwerer und stärker das Fahrzeug jedoch ist, umso höher ist häufig auch die Akkukapazität.

Dabei zeigt sich kein lineares Verhältnis: So braucht man für einen 2000-Watt-Motor beispielsweise nicht zwingend die doppelte Akkukapazität eines 1000-Watt-Modells. Auf einer ebenen Fahrstrecke wird bei gleicher Geschwindigkeit und identischen Rahmenbedingungen die gleiche Menge an Energie benötigt – und das unabhängig davon, wie viel Leistung der Akku maximal abrufen kann.

Akkutypen beim E-Roller

Maßgeblich für den Preis von Elektrorollern ist der verwendete Akkutyp. Hier gibt es bei E-Rollern in der Regel nur zwei Varianten: Bleisäure-Akkus und Lithium-Ionen-Akkus. Beide Akkutypen haben ihre Vorteile.

Vorteile von Bleisäure-Akkus:

  • preiswerter
  • robuster
  • kälteunempfindlicher

Vorteile von Lithium-Ionen-Akkus:

  • geringeres Gewicht
  • höhere Energiedichte
  • mehr Vollladezyklen möglich

Auf die Reichweite und Geschwindigkeit hat der Akkutyp jedoch so gut wie keine Auswirkungen. Grundsätzlich sind alle Elektroroller in der Standardvariante mit einem Akku ausgestattet, der meist für eine Reichweite von 50 bis 60 Kilometer reicht. Höhere Reichweiten werden beim Elektroroller in der Regel durch den Einsatz eines zweiten Akkus erreicht.

Diese E-Roller empfiehlt das vom TÜV zertifizierte Vergleichsportal vergleich.org:

Elektroroller: Modelle, Reichweiten, Preise

  • Modell
  • Reichweite
  • Leistung
  • Neupreis in Euro
  • Ladedauer
  • Wechselakku
  • Akkutyp
  • Kreidler E-Florett 3.0
  • 60 km
  • 5,4 PS
  • 3899*
  • 6 Stunden
  • nein
  • Lithium‑Ionen
  • Niu N1S
  • 80 km
  • 3,26 PS
  • 2300*
  • 6 Stunden
  • ja
  • Lithium‑Ionen
  • Luxxon E3000
  • 60 km
  • 4 PS
  • 1999*
  • 8 Stunden
  • nein
  • Blei‑Gel
  • Yadea Elettrico Li
  • 60 km
  • 1,63 PS
  • 1999*
  • 8 Stunden
  • nein
  • Lithium‑Ionen
  • Nova Motors eRetro Star 50
  • 60 km
  • 2,72 PS
  • 1299*
  • 6 Stunden
  • nein
  • Blei‑Gel
  • Ranis 1200
  • 60 km
  • 2 PS
  • 999*
  • 6 Stunden
  • nein
  • Blei‑Gel
  • SXT Raptor 1200
  • 60 km
  • 1,63 PS
  • 1560*
  • 8 Stunden
  • nein
  • Blei‑Gel
  • Rolektro Retro‑Light 40
  • 60 km
  • 1,63 PS
  • 1849*
  • 8 Stunden
  • nein
  • Blei‑Gel
  • Kreidler RMC‑E Hiker 50 Amaze
  • 40 km
  • 4,08 PS
  • 2199*
  • 8 Stunden
  • ja
  • Lithium‑Ionen
  • AGM Scoody 25
  • 60 km
  • 0,68 PS
  • 898*
  • 8 Stunden
  • ja
  • Lead‑Acid

Die mit * versehenen Modelle gibt es gebraucht oder als Angebot bereits günstiger. Quelle: Vergleich.org (Stand: September 2018).

Fazit: Es ist Zeit für den Elektroroller

Neben dem E-Bike und Elektrokleinstfahrzeugen wie E-Scootern ist der Elektroroller die günstigste Form der Elektromobilität – und er passt mit seinem leisen Motor perfekt in den City-Alltag.

Wie sich ein Elektroroller fährt und ob er sich tatsächlich im Alltag als Alternative bewähren kann, hat unsere Autorin Michaela Gerganoff ausprobiert.

Falls Sie jetzt überlegen, ob Sie sich einen Elektroroller anschaffen sollen: Einige Städte unterstützen den Kauf – durch den Umweltbonus lassen sich so ein paar Hundert Euro sparen.

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