Elektromobilität

Elektroroller, Elektro-Mofa, E-Scooter - wofür brauche ich einen Führerschein?

von
Jennifer Grasshoff

B, A, Am oder Mofa-Prüfbescheinigung? Welchen Führerschein benötigen Sie, wenn Sie einen E-Roller, ein E-Mofa oder einen E-Scooter fahren? aio klärt auf.

Eine Person auf einem E-Scooter.
Anders als bei Elektrorollern oder E-Mofas gibt es bei E-Scootern noch keine einheitliche Regelung zur Straßenzulassung. Foto: Shutterstock / Leika production

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche unterschiedlichen Führerscheinklassen bei Elektroroller gelten
  • Wie es beim E-Mofa mit dem Führerschein aussieht
  • Warum es beim E-Scooter noch keine klare Regelung gibt

Bei der Frage, ob ein Führerschein für ein Elektrogefährt notwendig ist – und wenn ja welcher – ist zuerst zu klären, um welche Art von Gefährt es sich handelt. Bei E-Bikes und Pedelcs gelten andere Bedingungen als bei Elektrorollern, E-Mofas oder E-Scootern.

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audi.de/DAT-Hinweis

Vor allem zweirädrige Elektromobilität kommt immer mehr in den Städten an. Deshalb gibt aio einen detaillierten Überblick über Führerscheine aber auch führerscheinfreie Elektro-Kleinfahrzeuge für Teenies ab 15 Jahren – aber auch für die letzte Meile bei Erwachsenen.

Elektroroller – für einige Modelle ist kein Führerschein nötig

Bei einem Elektroroller handelt es sich um einen klassischen Roller, den sicherlich jeder aus dem Straßenverkehr kennt – nur eben mit Elektromotor. Ein oder zwei Sitzplätze hintereinander, guter Stauraum im Sattel des Rollers, Gas gegeben wird am Lenker, an dem sich zusätzlich zwei Außenspiegel und das Frontlicht befinden. Je nachdem, ob der Akku unter dem Sitz oder im Fußraum verbaut ist, ist der Stauraum im Sattel größer oder kleiner.

Gedrosselter E-Roller bis 25 km/h

Viel wichtiger aber ist, dass zum Fahren eines E-Rollers bis 25 km/h eine Mofa-Prüfbescheinigung ausreicht, somit ein Führerschein der Klasse M. Hiermit ist es erlaubt auf dem Gehweg zu fahren. Viele Elektroroller-Modelle gibt es in dieser gedrosselten Variante zu kaufen.

Der ADAC schreibt dazu: "Zum Führen eines Mofas (einspurige Fahrräder mit Hilfsmotor mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von maximal 25 km/h) wird keine Fahrerlaubnis benötigt. Es muss jedoch eine sog. Prüfbescheinigung mitgeführt werden. Wer bereits im Besitz einer Fahrerlaubnis ist, bedarf keiner Prüfbescheinigung. Das Mindestalter beträgt 15 Jahre."

Elektroroller bis 45 km/h

Für die nächstgrößeren Modelle ist ein Führerschein der Klasse AM erforderlich. Denn bei einer Maximalgeschwindigkeit von 45 km/h handelt es sich hierbei schon um ein Kleinkraftrad. Bei einem E-Roller dieser Größe weist der Motor eine maximale Leistung von 4000 Watt auf. Den sogenannten Moped-Führerschein dürfen bereits 16-Jährige machen und die Kosten belaufen sich ungefähr auf 500 bis 800 Euro. Alternativ ist der Führerschein im regulären Kraftfahrzeuge-Führerschein (Klasse B) enthalten.

E-Roller über 45 km/h

Wer ein wenig schneller unterwegs sein möchte, der sollte direkt den Führerschein der Klasse A1 machen, bei der die Höchstgeschwindigkeit nicht mehr limitiert ist. Der Hubraum hat eine Größe von 125 Kubikzentimetern. Dieser Führerschein beinhaltet bereits die Klasse AM und den Mofa-Führerschein.

Ein junger Mann fährt auf einem unu Elektroroller auf einer Straße in Berlin.
Beim Elektroroller hängt der benötigte Führerschein unter anderem von der Höchstgeschwindigkeit des Gefährts ab. Foto: picture alliance / Jens Kalaene/

Elektro-Mofa: Ab 15 Jahren geht es los

Elektromofas sind die kleinste Klasse, entsprechend einfach ist es: Mofa ist die Abkürzung von "Motor Fahrrad". Das Kleinkraftrad fährt höchstens 25 km/h und lässt sich, ähnlich wie ein E-Bike, mit Pedalen und zusätzlicher Motorunterstützung betrieben. Soll das Mofa auf die öffentliche Straße, sind eine Betriebserlaubnis, ein Versicherungskennzeichen und (bei über 20 km/h) ein Helm Pflicht. Der maximale Hubraum liegt hier bei 50 ccm.

Wie beim gedrosselten E-Roller darf dieses Modell bereits ab 15 Jahren gefahren werden – sobald eine Mofa-Prüfbescheinigung abgelegt wurde. Das geht schnell und wird entweder in der Schule oder der Fahrschule gemacht. Die Kosten in der Fahrschule belaufen sich auf 70 bis 150 Euro. Günstiger wird es in der Schule: Hier sind es nur 30 bis 50 Euro. Allerdings bieten nur wenige Schulen den Mofa-Führerschein an und dazu dauert es auch länger, bis der Mofa-Führerschein bestanden ist.

E-Scooter – ein Tretroller mit Elektroantrieb

Um welche Fahrzeuge der E-Mobilität es sich bei Scootern genau handelt, ist in der Tat ein wenig schwammig. Hier geht es viel um EU-Richtlinien zum Straßenverkehr – wie hoch muss der Sattel über dem Boden verbaut sein, wo muss es Reflektoren geben und auch die Lichtmaschine spielt eine Rolle. Grundsätzlich lässt sich aber festhalten, dass es sich bei einem E-Scooter um einen Tret-Roller mit Elektro-Motor handelt.

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Bisher noch keine Straßenzulassung

Je nach Hersteller gibt es einen Sattel oder nicht. Gibt es keinen und fährt der Scooter mehr als 20 km/h darf er laut StVZO bisher nicht auf öffentlichen Straßen gefahren werden. Campingplätze, Event- und Hafengelände sowie private Parks und Grundstücke zählen nicht als öffentlich, die Richtlinien des üblichen Verkehrs gelten hier somit nicht. Welche Modelle es bisher gibt, das erfahren Sie bei aio.

Verläuft die Straßenzulassung wie bisher geplant, fallen E-Scooter mit einer Maximalgeschwindigkeit von 20 km/h unter die Regelung der Prüfbescheinigung – und benötigen künftig keinen Führerschein. Bei schnelleren Modellen hingegen werden wohl ein Führerschein, eine Haftpflichtversicherung und ein Versicherungskennzeichen notwendig. Eine genaue Aufschlüsselung der anstehenden Straßenzulassung finden Sie ebenfalls bei aio.

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