Elektromobilität

Elektromotorrad: Wann kommt das leise Zweirad auf die Straße?

von Paul Bandelin

Das Elektromotorrad ist noch immer eine unterrepräsentierte Art. aio stellt drei Projekte vor, die das ändern wollen – in den USA und hierzulande.

Foto: Shutterstock / Mikael Julin - Bildeffekt

Das erfahren Sie gleich:

  • Ethec: Wie Schweizer Studenten ein fahrtüchtiges Elektromotorrad in Handarbeit entwickeln
  • Curtiss Zeus: Wie auch die USA ein Motorrad mit E-Antrieb bauen wollen
  • eROCKIT: Warum das innovative Konzept die Kategorie E-Motorrad sprengt

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Elektroautos für den stetig wachsenden Absatzmarkt. Dazu gesellen sich E-Bikes, elektrisch betriebene Lkw, Boote oder Lastenräder. Doch wie verhält es sich eigentlich mit elektrischen Motorrädern? Davon fahren noch relativ wenige auf den Straßen.

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Spätestens ab 2019 sollen es aber deutlich mehr werden. Denn auch auf zwei Rädern und großen Geschwindigkeiten wird die Elektromobilität immer populärer.

Schweizer Hochschule präsentiert Elektromotorrad

Studenten der Eidgenössischen Hochschule Zürich (ETH) haben in einem groß angelegten Projekt ein Elektromotorrad entwickelt. Ethec heißt das Motorrad, das zwei Radnabenmotoren antreiben. Der Allradantrieb eröffnet dem Fahrzeug neue Möglichkeiten der Fahrdynamik und eine Rückgewinnung der Bremsenergie (Rekuperation) – wie beim Elektroauto üblich.

Im Inneren befindet sich eine Lithium-Ionen-Batterie – wie in E-Autos – mit 15 Kilowattstunden Leistung. In Zusammenarbeit mit der Rekuperation (technisches Verfahren zur Energierückgewinnung) soll das Elektromotorrad eine Strecke von bis zu 400 Kilometern zurücklegen können. Die Spitzenleistung liegt bei 50 Kilowatt, durchschnittlich jedoch bei 22 kW. Die zu erwartende Höchstgeschwindigkeit beträgt laut den jungen Ingenieuren 135 km/h.

Eine konstante Kühlung der Batterie soll eine konstante Leistung über einen längeren Zeitraum sicherstellen. Eine weitere Besonderheit des in grau-schwarzen Fahrzeugs sind die fehlenden Armaturen, die die Studenten durch ein modernes Display ersetzten.

Die Lithium-Ionen Batterie mit ihren 1260 Zellen wird von einer innovativen thermoelektrischen Kühlung konstant auf idealer Temperatur gehalten. Durch das Zusammenspiel des Peltier-Elements und des Öls, das alle Zellen komplett umfließt, entsteht eine verlässliche wartungsarme Stromquelle.

Aus dem Projekt Ethec der ETH

Elektromotorrad aus den USA in Alu-Optik

Auch in den USA findet gerade ein Umdenken statt. Elektromotorräder kommen langsam aber sicher in Mode. Das US-Amerikanische Unternehmen Curtiss Motorcycles bezeichnet den bevorstehenden Abschnitt sogar als "Goldenes Zeitalter der Motorräder".

Das von dem Unternehmen kreierte Elektromotorrad Curtiss Zeus soll im Jahr 2020 in Serie gehen. Hinter dem in der Mitte befindlichen großen metallischen Block befindet sich der Akku, der auf eine Leistung von 14,4-Kilowattstunden kommt.

Die beiden Elektromotoren treiben das Fahrzeug insgesamt mit einer Leistung von 173 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment an. Die maximale Reichweite des trotz Alu-Optik recht klobig wirkenden Elektromotorrads steht hingegen noch nicht fest. Ähnlich wie beim E-Auto lässt sie sich aber sicherlich durch ein paar Tricks verbessern.

eROCKIT: Das innovative Elektromotorrad

Mit einer anderen Design-Idee kann das mittlerweile in Berlin ansässige Start-up eROCKIT aufwarten. Sein Elektrozweirad soll 2019 für die breite Masse erhältlich sein. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Elektromotorrad und S-Pedelec.

Über die Intensität des Pedaltritts kann der Fahrer die Geschwindigkeit jederzeit dosieren. Bei einem maximalen Tempo von 80 km/h, kann das Elektromotorrad eine Strecke von bis zu 120 Kilometer an einem Stück zurücklegen.

Das Alleinstellungsmerkmal des eROCKIT ist der fehlende Gasgriff. Der intuitive Pedalantrieb ersetzt den sonst üblichen Dreh am Griff, um zu beschleunigen. Dadurch lässt sich das Fahrzeug in keine der vom Kraftfahrt-Bundesamt vorgegebenen Kategorien einordnen und ist quasi eine neue Rubrik. Laut den Herstellern bietet eROCKIT 100 Prozent Emotion bei 0 Prozent Emission.

Updates

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Sogar die Kultmarke Harley Davidson erwägt, in den Elektromarkt einzusteigen: Angeblich soll 2019 die erste E-Harley vom Band rollen. Einen Prototyp hatte das in Milwaukee ansässige Unternehmen bereits 2014 unter dem Namen „Harley Project Live Wire“ vorgestellt – mit damals noch 85 Kilometern Reichweite aber eher eine Spielerei. Das dürfte aber mit neuer Technik heute anders aussehen.

Aber nicht nur die Motorräder werden immer smarter – auch bei der Technik der Motorradhelme tut sich einiges.

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