Elektromobilität

Elektromotorräder 2019: Arc Vector, Harley-Davidson LiveWire, Zero DS & Co.

von Jennifer Grasshoff

Auf der Messe EICMA waren viele neue Elektromotorräder zu sehen. Doch wie schlagen sich die aktuellen Modelle wie Zero DS und Energica Ego im Vergleich?

Drei Motorräder auf einer Landstraße.
Immer größere Reichweite, immer höhere Geschwindigkeiten: Auf dem Elektroauto-Markt tut sich was. Foto: Shutterstock / Ko Aun Lee

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie die Elektromotorräder im Vergleich abschneiden
  • Weshalb Geschwindigkeiten und Reichweite den Preis bestimmen
  • Wie das Elektromotorrad endlich auf dem Markt ankommen kann

Die meisten Motorradhersteller legen bei ihren Fahrzeugen Wert darauf, dass die Maschinen kleiner und leichter werden, damit sich die Reichweite entsprechend verlängert – für die Elektromobilität weiterhin ein entscheidendes Kriterium.

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Durch immer weiter verbesserte Technologien steigt jedoch auch die Reichweiten und der Markt für E-Motorräder wächst. Für die Saison 2019 stehen deshalb neue Modelle bereit.

Elektromotorräder im Vergleich

In unserem Vergleich zeigen wir, welches Elektromotorrad die größte Reichweite besitzt, welcher Motor am meisten Feuer hat und welches Bike am wenigsten kostet.

Aktuelle Elektromotorräder im Vergleich

  • Modell
  • Leistung
  • Akku-Kapazität
  • Reichweite
  • Max. Geschwindigkeit
  • Preis
  • BMW C evolution
  • 19 kW
  • 8 kWh
  • 160 km
  • 129 km/h
  • 14.150 Euro
  • Energica Ego
  • 107 kW
  • 11,7 kWh
  • 200 km
  • 240 km/h
  • 23.083 Euro zzgl. Steuer
  • Energica Eva
  • 107 kW
  • 11,7 kWh
  • 200 km
  • 200 km/h
  • 22.418 Euro zzgl. Steuer
  • Energica Eva EsseEsse9
  • 80 kW
  • 11,7 kWh
  • 200 km
  • 200 km/h
  • 20.583 Euro zzgl. Steuer
  • Johammer J1.150
  • 11 kW
  • 8,3 kWh
  • 150 km
  • 120 km/h
  • 22.900 Euro
  • Johammer J1.200
  • 11 kW
  • 12,7 kWh
  • 200 km
  • 120 km/h
  • 24.900 Euro
  • KTM Freeride E-XC 2018 NG
  • 18 kW
  • 3,9 kWh
  • 77 km
  • 80 km/h
  • 7695 Euro
  • Lightning LS‑218
  • 150 kW
  • 12 kWh
  • 160 km
  • 350 km/h
  • 34.077 Euro zzgl. Steuer
  • Zero DS
  • 45 kW
  • 14,4 kWh
  • 169 km
  • 158 km/h
  • 15.990 Euro
  • Zero DSR
  • 52 kW
  • 14,4 kWh
  • 169 km
  • 158 km/h
  • 18.790 Euro
  • Zero FX
  • 33 kW
  • 7,2 kWh
  • 87 km
  • 137 km/h
  • 12.190 Euro
  • Zero FXS
  • 33 kW
  • 7,2 kWh
  • 92 km
  • 132 km/h
  • 12.190 Euro
  • Zero S
  • 45 kW
  • 14,4 kWh
  • 193 km
  • 153 km/h
  • 15.990 Euro
  • Zero SR
  • 52 kW
  • 14,4 kWh
  • 193 km
  • 164 km/h
  • 18.790 Euro

Alle aufgeführten Daten stammen von den Herstellern. (Stand: November 2018)

Harley-Davidson stellt E-Maschine LiveWire vor

Bereits vor rund vier Jahren zeigte die US-Kultmarke Harley-Davidson den ersten Prototyp eines elektrisch angetriebenen Motorrads. Das sollte satte 55 kW leisten, in weniger als vier Sekunden vom Stand auf 100 km/h beschleunigen und maximal 152 km/h schnell sein. Die Reichweite gab Harley damals mit 85 Kilometer an.

Ob diese Daten auch für die finale Version gelten, verrät der Hersteller bisher nicht. Dafür zeigte das Unternehmen auf der italienischen Motorrad-Messe EICMA endlich das fertige Design. Klassische Elemente treffen dabei auf eine moderne Linienführung.

Außerdem liefert Harley-Davidson eine Hörprobe des Sounds. Das Bike erzeugt einen Ton, der mit steigender Geschwindigkeit in höhere Tonlagen vordringt. Sieben Fahrmodi soll es geben, vom entspannten Touren bis hin zum sportlichen Fahren. Die Veröffentlichung ist für 2019 geplant, einen Preis verrät das Unternehmen noch nicht.

Arc Vector: Elektromotorrad schafft über 200 km/h

Für Aufsehen sorgte in Italien eine Firma, von der bisher kaum jemand gehört hat: Arc. Ihr erstes Motorrad hört auf den Namen Vector und soll rein elektrisch über den Asphalt rasen. Mit einer angepeilten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 200 km/h ist das wohl auch kein Problem.

Dennoch sollen die Akkus nicht bereits nach wenigen Kilometern an ihre Grenzen kommen. Arc gibt die Reichweite mit 273 Kilometer in der Stadt und 190 Kilometer auf der Autobahn an. An einer Schnellladesäule tankt Vector wohl in nur 45 Minuten frischen Saft. Interessant ist auch die dazugehörige Bekleidung. Im Helm soll ein Head-up-Display sitzen, die Jacke ist offenbar mit zahlreichen Sensoren ausgestattet.

Von seinem Erstlingswerk will das Unternehmen nur 399 Exemplare bauen. Der Preis liegt bei 90.000 Pfund, was etwa 103.000 Euro entspricht. Wann das Bike kommt und was die volle Biker-Montur kostet, verrät Arc noch nicht.

Kymco SuperNEX: Konzept für erstes E-Motorrad vorgestellt

Das taiwanesische Unternehmen Kymco ist eigentlich für Roller und Elektroroller bekannt, doch schon bald drängt es auf einen neuen Markt. Die SuperNEX soll das erste elektrische Motorrad der Marke sein. Seine Premiere feierte es auf der EICMA in Italien.

Mehr als ein Prototyp ist das SuperNEX allerdings noch nicht – der hat es dafür in sich. In nur 2,9 Sekunden soll die Supersportler auf 100 km/h beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ist laut Hersteller nach 10,9 Sekunden erreicht. Wie lange der Akku da mitspielt, lässt Kymco allerdings noch offen.

Wie auch die Harley, soll SuperNEX über einen markanten Sound verfügen. Der ist als Rückmeldung für die Fahrer gedacht, aber wohl auch für die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer. Gerade Fußgänger und Radfahrer sollen die Biker damit besser wahrnehmen. Ob und wann das Bike in Serie erscheint, ist unklar.

KTM investiert stark in elektrische Bikes

Das österreichische Unternehmen KTM hatte auf der EICMA in erster Linie klassische Bikes im Gepäck. Die Elektrifizierung der Motorräder scheint jedoch fest eingeplant zu sein. Die Firma nimmt eine halbe Milliarde Euro in die Hand – unter anderem für die Entwicklung von E-Motorrädern. Über 120 Millionen Euro kommen von der Europäischen Investmentbank.

Ein erstes neues Modell gab es dennoch bereits zu sehen. Die KTM SX-E 5 richtet sich allerdings nicht an erwachsene Fahrer, sondern an deren Nachwuchs. Kids sollen mit dem Elektromotorrad erste Schritte im Motocross-Sport machen. Zwei Stunden sind pro Akkuladung möglich, bei sportlicher Fahrweise bleiben davon aber nur 25 Minuten übrig. Was der Spaß kostet, steht noch nicht fest.

Elektromotorrad: Zero rüstet sich für 2019

Zu den bekanntesten Herstellern für E-Motorräder gehört wohl Zero Motorcycles aus Santa Cruz in den USA. Seit der Gründung im Jahr 2006 kam eine ganze Reihe von elektrischen Motorrädern auf den Markt.

Für 2019 hat die Marke wieder neue und aufgefrischte Bikes im Angebot. Den Einstieg markiert die ab sofort erhältliche Maschine Zero DS ZF7.2 mit 33 kW Leistung. Tourenfahrer bekommen bei der Zero DSR die Möglichkeit, neue Zubehörteile wie ein Windschild, Tank Grips und Protektoren für die Hände auszurüsten. Ebenfalls neu ist der Charge Tank für schnelleres Aufladen.

Günstig sind die Bikes aber auch im Modelljahr 2019 nicht. Die kleine Zero DS ZF7.2 beginnt bei knapp 12.500 Euro. Mit Charge Tank und Schnellladegerät klettert der Preis schnell auf über 16.000 Euro. Doch der Markt bietet auch Alternativen.

Elektromotorrad: Der Markt ist noch sehr jung

Natürlich ist nicht jedes dieser elektrischen Motorräder erschwinglich oder alltagstauglich – und die Elektromobilität auf zwei Rädern steckt bisher noch in den Kinderschuhen. Trotzdem ist es gut zu wissen, welche Möglichkeiten die E-Mobilität in Bezug auf Motorräder bereithält – auch wenn der Markt noch sehr überschaubar ist.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

In einer Befragung unter Motorradfahrern hat der Media Marketing Service 2017 festgestellt, dass nur 14,3 Prozent der Biker auf ein Elektromotorrad umsteigen würden.

Mit immer größerer Reichweite und erschwinglicheren Preisen könnte sich das bald ändern. Der wachsende Markt spricht in jedem Fall für sich.

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