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Elektromobilität

Elektromotorrad mit unendlicher Reichweite – dank Akkutausch

von Sabrina Lieb

Ein tragbarer Akku soll Elektromotorrädern theoretisch unendliche Reichweite bieten. Das indonesische Projekt könnte aber auch E-Auto-Batterien nützen.

Roller- und Motorradfahrer auf einer Straße in Semarang, West Java, Indonesien.
Kaum ein Land hat mehr Roller und Motorräder auf den Straßen – deshalb sollen die Zweiräder jetzt umweltfreundlicher werden. Foto: Shutterstock / HildaWeges Photog

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein Pilotprojekt in Indonesien den Akku von Elektromotorrädern tauschen statt laden soll
  • Weshalb eine Ladeinfrastruktur trotzdem notwendig ist
  • Wie diese Batterien künftig auch in E-Autos zum Einsatz kommen könnten

Indonesien ist – nach Indien und China – das Land mit den drittmeisten Motorrädern weltweit. Zwar benötigen die Zweiräder im Vergleich zu Autos weniger Platz auf der Straße, verursachen jedoch auch hohe CO2-Emissionen. Gerade in Jakarta drängen sie sich in Scharen durch die dichten Straßen – und verschlechtern die Luftqualität. In der Stau-Hauptstadt der Welt ist das ein echtes Problem.

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Um die Luftqualität zu verbessern, setzt die indonesische Regierung einerseits auf die Förderung der Elektromobilität. Andererseits wollen zwei Unternehmen die Reichweite von Elektromotorrädern erweitern und gleichzeitig die Ladezeit minimieren: durch den Test von Wechselakkus für E-Motorräder.

Elektromotorrad laden: Einfach die Batterie wechseln

Der Wechselakku ist ein gemeinsames Pilotprojekt zwischen dem japanischen Automobil-Hersteller Honda und dem Elektronikkonzern Panasonic. Die beiden Unternehmen arbeiten derzeit an einer Batterie, die sich einfach transportieren und auswechseln lässt.

Konzeptbilder der Wechselakkus und der Ladestation für die Elektromotorrad-Batterien.
Konzeptbilder zeigen, wie die tragbaren Akkus aussehen sollen: links die mobile Batterie, rechts die Ladestation. Foto: Honda

Honda und Panasonic wollen im ersten Schritt mehrere Dutzend Akkutauschstationen errichten. Unterstützung erhalten sie dabei von der japanischen Forschungsbehörde Nedo. Zunächst wollen sie so die Akzeptanz unter den Einwohnern und die Machbarkeit im Alltag untersuchen.

Sollte sich das Pilotprojekt in Indonesien als erfolgreich erweisen, könnte das Prinzip der mobilen, tragbaren Stromspeicher auch in anderen Ländern zum Einsatz kommen.

Akku tauschen oder unterwegs laden?

Ganz neu ist die Idee des portablen Energiespeichers allerdings nicht. So gibt es bereits Scooter mit Elektromotor, die über eine herausnehmbare Batterie verfügen. Die rund zehn Kilogramm schweren "Strompakete" lassen sich im Anschluss daheim oder im Büro laden. Allerdings fehlt bei diesem Ansatz die Infrastruktur für den Batterietausch.

Und auch ein System für den Akkuwechsel im E-Bike: Die Energy Tubes der Unicorn Energy GmbH. Bisher ist jedoch noch kein Elektrofahrrad mit diesem System auf den Straßen unterwegs.

Bei dem aktuellen Pilotprojekt ist es ebenso fraglich, ob es der japanische Ansatz mobiler Akkus in die Realität der Elektromobilität schafft. Vielleicht ist ja das Laden von unterwegs eher ein Ansatz.

Ein solches System hat das Berliner Unternehmen Sunload mit mVELO entwickelt: ein tragbares Ladegerät für den Lithium-Ionen-Akku von Elektrofahrrädern. In Kombination mit kleinen Photovoltaik-Modulen wird das sogar noch zur mobilen Solar-Ladestation. Gerade in einem Land wie Indonesien bietet sich ein solches Solar-Ladesystem sicherlich an.

Ausbau der Ladeinfrastruktur

Für den sinnvollen Einsatz soll parallel dazu ein Netz an Ladestationen aufgebaut werden. Bemühungen in diese Richtung – ebenso wie den Aufbau einer eigenen Produktion von Elektroautos – stehen in Indonesien ebenfalls auf der Agenda. So äußerte etwa das staatseigene Energieunternehmen PLN die Absicht, Ladestationen aufzustellen.

Dort können die Fahrer der E-Motorräder ihren leeren Akku an das Stromnetz anschließen und im Gegenzug eine volle Batterie wieder mitnehmen. Den Akku ganz einfach unterwegs wechseln: Mit der flexiblen Lademöglichkeit soll sich die Reichweite der Elektrofahrzeuge ohne großen Aufwand beinahe unbegrenzt verlängern und die Klimabilanz in Indonesien verbessern lassen.

Ein weiterer Pluspunkt: Den Strom für die Ladestationen wollen die Betreiber aus erneuerbaren Energien gewinnen. Weil Indonesien im Vergleich zu anderen Ländern eine recht konstanten Sonneneinstrahlung hat, würde sich hierfür Solarenergie anbieten.

Mobile Akkus in elektrischen Fahrzeugen

Schöne Zukunftsmusik für die Reichweite von Elektrofahrzeugen wäre der einleuchtende Einfall allemal. Die Idee, Akkus ganz einfach und ohne körperliche Anstrengungen zu tauschen, könnte natürlich nicht nur bei Elektromotorrädern sondern auch bei Elektroautos zum Einsatz kommen.

In der Tat hat Tesla bereits vor geraumer Zeit eine Maschine zum Patent angemeldet, mit der die Batterien von Elektroautos unterwegs gewechselt werden können. Allerdings wurde das Konzept der tauschbaren Batterie noch nicht unter realen Bedingungen getestet.

Dass Indonesien ein ähnliches System jetzt testen will, liegt wohl auch daran, dass der indonesische Minister für staatseigene Unternehmen Dahlan Iskan ein Freund und Förderer der nationalen E-Mobilität ist. Seiner Meinung nach können lokale Automobilhersteller im Bereich der Verbrennungsmotoren zwar nicht mit den ausländischen Konkurrenten mithalten – dafür aber im Bereich der Elektromobilität.

Es bleibt also spannend, wie sich das Projekt um die Wechselakkus von Elektromotorrädern entwickelt – und welche Innovationen auf dem Elektromobilitätsmarkt aus Indonesien noch zu erwarten sind.

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