Elektromobilität

Elektroflugzeug Magnus eFusion: E-Motor nicht schuld am Absturz

von
Carola Franzke

Der Absturz einer Magnus eFusion schien ein Rückschlag für das Elektroflugzeug zu sein. Jetzt kommt raus: Es gab doch keinen Batterie-Brand im Flug.

Ein Flugzeug am Himmel, im Hintergrund ist blauer Himmel mit einigen leichten Wolken zu sehen.
Das Flugzeug am Himmel ist noch immer einer der größten CO2-Produzenten überhaupt. Elektroflugzeuge sollen zukünftig sauberer und leiser sein als ihre Kollegen mit Kerosin-Antrieb. Foto: Unsplash/E T T T O

Das erfahren Sie gleich:

  • Was mit dem Elektroflugzeug Magnus eFusion in Ungarn passiert ist
  • Wie Siemens das Elektroflugzeug in die Luft bringt
  • Welche Pläne die Hersteller für die Elektrifizierung der Luftfahrt haben

Der Absturz eines Elektroflugzeugs vom Typ Magnus eFusion im Mai 2018 hatte offenbar nichts mit ihrem Elektroantrieb zu tun. Das ergibt ein Zwischenbericht der ungarischen Verkehrsbehörde.

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audi.de/DAT-Hinweis

Die Magnus eFusion war auf dem Flugplatz Pécs-Pógany in Ungarn nach zwei Platzrunden aus niedriger Höhe abgestürzt und in Brand geraten. Die beiden Insassen (42 und 61 Jahre) kamen dabei ums Leben.

Augenzeugen hatten damals berichtet, dass die Maschine bereits in der Luft gebrannt habe. Dem widersprechen die Daten, die die Unfallermittler aus der Maschine gewinnen konnten – eine Blackbox im Cockpit hatte sowohl Videos als auch Flugdaten aufgezeichnet.

"Anhand der verfügbaren Daten gibt keine Anzeichen von Rauch oder Feuer während des Fluges. Das Feuer begann nach dem Absturz des Flugzeugs am Boden", so die Einschätzung der ungarischen Behörde. Auch die anderen Systeme hätten normal gearbeitet. Die Absturzursache ist somit weiter unklar.

Elektroflugzeug: Das ist die Magnus eFusion

Die Magnus eFusion, die zur Klasse der Leichtflugzeuge gehört, hatte ihren Erstflug im April 2016. Sie wiegt inklusive der Batterie 410 Kilogramm und hat ein maximales Startgewicht von 600 Kilo. Es handelt sich bei dem Projekt um eine Kooperation zwischen dem ungarischen Flugzeughersteller Magnus und der Siemens AG, von der der Elektromotor kommt.

Die Elektroflugzeug-Ziele von Siemens

Siemens plant, die Elektromobilität in der Luftfahrt voran zu bringen. „Möglicherweise werden wir schon 2021 oder früher eine Zulassung für das erste elektrische Flugzeug beantragen“, hatte Siemens-Managerin Dr. Teri Hamlin vor dem Absturz erklärt.

Kurz zuvor hatte ihr Unternehmensbereich„Elektrische und Hybrid-Antriebe“ auf dem Siemens Innovation Day zwei Sportflugzeuge mit Elektroantrieb gezeigt – neben der Magnus eFusion auch eine Extra 330LE.

Den selbstgeschaffenen „Innovation Day“ in Chicago nutzte Siemens, um Weltrekordmarken zu verkünden:

Das Elektroflugzeug Extra 330LE flog mit Spitzengeschwindigkeiten von fast 340 Kilometern pro Stunde. Der Steigflug auf rund 3000 Meter in vier Minuten und 22 Sekunden stellte neben dem Geschwindigkeitsrekord ebenfalls einen neuen Weltrekord auf.

In dem kleinen Sportflugzeug des Herstellers Extra Aircraft aus Hünxe (Nordrhein-Westfalen) wurde dafür eine Spezialentwicklung von Siemens verbaut; der Elektromotor in der Extra 330LE wiegt nur 50 Kilogramm und schafft 260 Kilowatt Dauerleistung.

Die Pläne zur Elektrifizierung der Luftfahrt

Grundsätzlich suchen die Unternehmen, die auf dem Gebiet der elektrischen Flugantriebe aktiv sind, die Kooperation mit anderen, denn das Rennen um die Herrschaft in der Luft läuft längst.

Siemens kooperiert mit Airbus und Rolls-Royce in der Entwicklung von elektrischen Verkehrsflugzeugen, und zusammen mit dem israelischen Unternehmen Eviation arbeiten die Deutschen an einer kleinen, 11-sitzigen Verkehrsmaschine. Dr. Teri Hamlin schätzt, dass elektrische Flugzeuge spätestens 2050 der Industriestandard sein werden, wenn nicht sogar früher.

Die Vorteile von E-Flugzeugen für Flughäfen

Luftverschmutzung und Lärm gehören zu den Aspekten des Luftverkehrs, die immer wieder in der Kritik stehen und vielerorts den weiteren Ausbau von Flughäfen behindern.

Elektroantriebe bieten sich als Lösung an – insbesondere Flughäfen in der Nähe von großen Städten dürften die massenhafte Einführung von elektrischen Flugzeugen herbeisehnen, um Flugverbotszeiten zu reduzieren.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

Die elektrischen Antriebe sind sauberer und leiser, so dass Wohnen in Flughafennähe wieder attraktiv wird. Proteste gegen den Ausbau von Start- und Landebahnen dürften weniger werden, und Betriebszeiten rund um die Uhr könnten eher durchgesetzt werden – damit werden Flughäfen, die aktuell Nachteile durch solche Beschränkungen haben, wieder wettbewerbsfähig.

Die Tatsache, dass der Verzicht auf fossile Brennstoffe umweltfreundlich und langfristig kostengünstiger wird, wird da fast zur Nebensache.

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