Elektromobilität

Elektroflugzeug: Easyjet startet mit Wright Electric durch

von
Paul Bandelin

Ausgerechnet ein Billigflieger geht voran: Die Airline EasyJet entwickelt zusammen mit einem Start-up aus den USA Elektroflugzeuge.

Flugzeug zeichnet Kondensstreifen in die Luft
Noch malen mit Kerosin betriebene Flugzeuge ihre Strecken in die Luft. Doch schon bald könnten Elektroflugzeuge sie ablösen. Foto: Shutterstock / IanMairPhoto

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie EasyJet seinen ökologischen Fußabdruck verkleinern will
  • Wann die ersten größeren elektrischen Passagierflugzeuge in die Luft gehen sollen
  • Welche Vorteile Elektroflugzeuge für Airlines und Flughafen-Anwohner bieten

Der Handlungsdruck ist extrem: Von 2016 auf 2017 stieg die Zahl der Flugpassagiere weltweit um 7,1 Prozent auf insgesamt 4,1 Milliarden. Auch wenn moderne Flugzeuge immer effizienter fliegen, ist damit klar, dass Emissionen und der Verbrauch fossiler Brennstoffe für den Flugverkehr ebenfalls gestiegen sind.

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Ein Grund für die steigenden Passagierzahlen ist der wachsende Markt der Billigfluglinien. Diese waren in 2017 für rund 30 Prozent des zivilen Luftverkehrs verantwortlich, darunter auch EasyJet.

Die britische Fluggesellschaft drückt nun bei der Verkleinerung des eigenen ökologischen Fußabdrucks ordentlich auf die Tube. Bereits seit 2000 konnte EasyJet seinen CO2-Ausstoß um 32 Prozent je Passagier und Kilometer senken. Um diesen Trend zu verstärken, investieren die Briten in die Entwicklung von Elektroflugzeugen.

Elektroflugzeuge hätten viele Vorteile: Zum einen sind Elektromotoren deutlich weniger wartungsintensiv als konventionelle Antriebe. Außerdem erzeugen sie deutlich weniger Fluglärm.

Wright Electric testet elektrischen Zweisitzer

In Kooperation mit dem US-amerikanischen Start-up Wright Electric soll bereits 2019 ein Neunsitzer zu ersten Tests abheben. Verlaufen diese Versuche erfolgreich, wollen die Entwickler die Anzahl der möglichen Passagiere in den nächsten Jahren sukzessive erhöhen.

Wright Electric testete 2017 bereits einen nur 272 Kilogramm schweren elektrischen Zweisitzer, der mit einem Akku ausgestattet war.

Das erst 2016 gegründete Start-up besteht aus einem Team aus Luft- und Raumfahrtingenieuren sowie Triebwerks- und Akkuspezialisten, die zuvor praktische Erfahrungen bei der NASA, Cessna und Boeing sammelten.

Das elektrische Fliegen wird zur Realität.

EasyJet-CEO Johan Lundgren

Wie lange es dauert, bis das erste elektrische Passagierflugzeug den Linienbetrieb aufnehmen kann, ist zur Zeit noch offen. Der eigentliche Plan von EasyJet sah vor, bereits 2027 elektrisch angetriebene zivile Flugzeuge Richtung Himmel zu schicken. Dieser Termin kann aber laut Easyjet-CEO Johan Lundgren nicht eingehalten werden. Erst 2030 soll es so weit sein.

Lundgren: „Es gibt keinen besonderen Grund, warum wir die ursprüngliche Deadline nicht halten können. Weil wir aber auch auf Lieferanten warten müssen, versuchen wir eher konservativ zu planen. Ein klarer Pfad Richtung Alltagstauglichkeit ist wichtiger als ein verschobener Termin.“

Die Elektroflugzeuge mit bis zu 180 Sitzplätzen will EasyJet auf Routen mit einer maximalen Distanz von 500 Kilometern einsetzen. Dazu könnte beispielsweise die beliebte Strecke zwischen London und der rund 350 Kilometer entfernten niederländischen Metropole Amsterdam zählen. Derzeit fliegt EasyJet die Route 22 Mal pro Tag.

Prämie für Hybridantrieb

Um Kosten bei Start und Landung einzusparen, würde EasyJet zunächst allerdings auch ein Hybridantrieb reichen. Die Flughafenbetreiber von London-Heathrow kündigten im Oktober an, das erste Flugzeug mit Elektrohybridantrieb für ein Jahr vom Landeentgelt befreien zu wollen.

Heathrow-Chef John Holland-Kaye: „Ich hoffe, dass wir damit unser nächstes Ziel – das emissionsfreie Fliegen – bis 2030 Wirklichkeit werden lassen können.“

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Erster Absturz eines Elektroflugzeugs

Doch es ist noch nicht alles Gold, was glänzt. Auch bei Elektroflugzeugen kommt es zu Negativmeldungen. So stürzte im Juni 2018 erstmals eine einmotorige Elektromaschine des Typs Magnus eFusion in Ungarn bei einem Testflug ab. Der erfahrene Pilot und sein Begleiter kamen dabei ums Leben.

Unklar ist nach wie vor die Absturzursache. Bis diese nicht endgültig geklärt ist, bleiben die anderen drei Magnus-Flugzeuge am Boden. Der Elektroflieger hatte zum Zeitpunkt des Absturzes bereits rund 240 Flugstunden absolviert und war seit zwei Jahren in Betrieb.

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