Elektromobilität

Elektrobus im Fernverkehr: Flixbus wagt die erste Strecke

von Carola Franzke

Mit Elektroantrieb auf großer Tour – Fernbus-Anbieter Flixbus testet Elektrobusse. Die erste Strecke liegt in Frankreich, doch bald soll Deutschland folgen.

Ein grüner Reisebus von Flixbus fährt durch eine belebte Stadt.
Grüne Welle: Der Fernbus-Anbieter Flixbus verbindet laut eigenen Angaben rund 1700 europäische Städte – und zwei davon jetzt auch mit Elektrobussen. Foto: Flixbus

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Flixbus den ersten Elektrobus in Frankreich einsetzt
  • Welche Elektro-Modelle bei Flixbus zum Einsatz kommen
  • Welche Risiken Flixbus mit den Elektrobussen eingeht

Warum Flixbus den ersten Elektrobus in Frankreich einsetzt

Der Fernbus-Anbieter Flixbus hat damit begonnen, Elektrobusse im Fernverkehr in Frankreich zu testen: Auf der rund 150 Kilometer langen Strecke zwischen Paris und der nördlich davon gelegenen Stadt Amiens pendeln zwei Elektrobusse.

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Vorteile dieser Strecke: Für die Distanz reicht eine Akkuladung aus, und auch die nötigen Ladestationen am Start und am Ziel sind bereits vorhanden. Das Unternehmen machte gerade erst Schlagzeilen mit seinem Ableger auf den Schienen, dem Flixtrain. Jetzt wagt es sich nicht nur auf der Schiene, sondern auch auf der Straße an die Elektromobilität.

Fehlende Lademöglichkeiten und ein aufwändiges Genehmigungsverfahren hingegen hindern das Unternehmen bisher daran, eine Teststrecke mit dem Elektrobus in Deutschland zu befahren. Erst ab Sommer 2018 soll eine Strecke zwischen Frankfurt und Mannheim dazu kommen.

Welche Elektro-Modelle bei Flixbus zum Einsatz kommen

Gegenwärtig gibt es noch keine für Flixbus passende Elektrobusse in Europa, daher werden die neuen E-Busse von Flixbus aus China importiert. Dort sind Elektroantriebe unglaublich populär und entsprechend weit entwickelt.

Für Frankreich: Yutong ICe 12

Auf der Strecke in Frankreich setzt Flixbus das Modell Yutong ICe 12 ein. Es ist 12,37 Meter lang und bietet Platz für 59 Passagiere. Die Reichweite beträgt rund 200 Kilometer.

Für Deutschland: BYD C9

Auf der Strecke in Deutschland soll ein BYD C9 fahren, der weltweit der erste elektrische Reisebus war. Er ist ebenfalls 12 Meter lang, hat 49 Sitzplätze und schafft wie der ICe 12 rund 200 Kilometer mit einer Akkuladung.

Zukunftsfähige Mobilität ist mittlerweile auch ein gesellschaftliches Anliegen.

Flixbus-Mitgründer André Schwämmlein

Die Busse kosten etwa doppelt so viel wie Dieselmodelle. Flixbus-Mitgründer André Schwämmlein sagt dazu: "E-Busse sind in im Moment in der Anschaffung zwar deutlich teurer, dennoch sind wir überzeugt, dass sich diese Investition in die Zukunft lohnt. Zukunftsfähige Mobilität ist mittlerweile auch ein gesellschaftliches Anliegen."

Welche Risiken Flixbus mit den Elektrobussen eingeht

Die Ladezeiten der Lithium-Eisenphosphatbatterien liegen zwischen drei und vier Stunden. Die Batterien sind das Herzstück von Elektrofahrzeugen, denn sie entscheiden über Reichweite und Alltagstauglichkeit. Das Ideal sieht so aus: Viel Kapazität und kurze Ladezeit. Das gilt noch viel mehr, wenn es um Elektrobusse geht, die auf Langstrecken unterwegs sind und Fahrpläne einhalten müssen.

Viel Raum für Unwägbarkeiten gibt es da nicht, denn ohne die entsprechenden Lademöglichkeiten bleibt der Bus bei unvorhergesehenen Umleitungen im schlimmsten Fall stehen. Es wird auch interessant sein, was mit den sonst üblichen Annehmlichkeiten während der Fahrt ist: Bisher bietet das Unternehmen auf seinen Strecken WLAN an, und es gibt Steckdosen, an denen die Reisenden ihre Smartphones und sonstigen Elektrogeräte aufladen können.

Auf die Erfahrungen von Flixbus mit den Elektro-Fernbussen ist halb Europa gespannt: Mit Sicherheit werden die Mitbewerber im Fernverkehr und Hersteller von Reisebussen gleichermaßen beobachten, wie sich die neuen Fahrzeuge in der Praxis bewähren.

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