Elektromobilität

Elektrobus im Fernverkehr: Flixbus wagt die erste Strecke

von Carola Franzke

Mit Elektroantrieb auf großer Tour – Fernbus-Anbieter Flixbus testet Elektrobusse. Ab sofort rollt eines der Fahrzeuge auch über deutsche Straßen.

Ein grüner Reisebus von Flixbus fährt durch eine belebte Stadt.
Grüne Welle: Der Fernbus-Anbieter Flixbus verbindet laut eigenen Angaben rund 1700 europäische Städte – und zwei davon jetzt auch mit Elektrobussen. Foto: Flixbus

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum Flixbus den ersten Elektrobus in Frankreich einsetzt
  • Welche Elektro-Modelle bei Flixbus zum Einsatz kommen
  • Welche Risiken Flixbus mit den Elektrobussen eingeht

In deutschen Städten halten bereits die ersten Busse mit Elektromotoren Einzug. Die Verkehrsbetriebe machen ihre Flotten grüner – zum Teil auch um die Stickstoffoxid-Werte zu reduzieren. Egal ob als Umbau oder Neuentwicklung: Elektrobusse erobern in den kommenden Jahren die Städte.

Der neue Audi e-tron

Das kann der erste elektrische SUV von Audi.

Mehr erfahren

audi.de/DAT-Hinweis

Im Fernverkehr gestaltet sich dieser Wandel noch etwas schwieriger. Doch das hält das Unternehmen Flixbus nicht davon ab, eine erste vollelektrische Fernbus-Linie in Deutschland zu starten.

Flixbus: Erster Elektrobus fährt durch Deutschland

Der Fernbus-Anbieter Flixbus startet mit einer ersten E-Linie in Deutschland. Bekannt gab das Unternehmen dieses Vorhaben im Rahmen eines Pressetermins am 24. Oktober. Bereits einen Tag später soll der Bus seine erste Linienfahrt antreten.

Dabei pendelt er täglich viermal zwischen Frankfurt und Mannheim. Dazwischen macht der Bus am Flughafen Frankfurt und in Heidelberg Halt. Frischen Strom gibt es an einer eigens für ihn angebrachten Ladestation im Zentralen Omnibusbahnhof Mannheim und an einer temporären Säule in Frankfurt.

Damit sich der Bus auch für die Umwelt rechnet, setzt das Unternehmen auf grünen Strom. Den liefert Greenpeace Energy an die Ladesäulen. Um die positive Klimabilanz zu unterstreichen, behält der Partner atmosfair im Auge, dass der Bus auch weiterhin sauber unterwegs ist.

Warum Flixbus den ersten Elektrobus in Frankreich einsetzt

Der Fernbus-Anbieter Flixbus hatte bereits vor einigen Monaten damit begonnen, Elektrobusse im Fernverkehr in Frankreich zu testen: Auf der rund 150 Kilometer langen Strecke zwischen Paris und der nördlich davon gelegenen Stadt Amiens pendeln zwei Elektrobusse.

Vorteile dieser Strecke: Für die Distanz reicht eine Akkuladung aus, und auch die nötigen Ladestationen am Start und am Ziel sind bereits vorhanden. Das Unternehmen machte gerade erst Schlagzeilen mit seinem Ableger auf den Schienen, dem Flixtrain. Jetzt wagt es sich nicht nur auf der Schiene, sondern auch auf der Straße an die Elektromobilität.

Fehlende Lademöglichkeiten und ein aufwändiges Genehmigungsverfahren hingegen hinderten das Unternehmen bisher daran, eine Teststrecke mit dem Elektrobus in Deutschland zu befahren.

Welche Elektro-Modelle bei Flixbus zum Einsatz kommen

Gegenwärtig gibt es noch keine für Flixbus passende Elektrobusse in Europa, daher werden die neuen E-Busse von Flixbus aus China importiert. Dort sind Elektroantriebe unglaublich populär und entsprechend weit entwickelt.

Für Frankreich: Yutong ICe 12

Auf der Strecke in Frankreich setzt Flixbus das Modell Yutong ICe 12 ein. Es ist 12,37 Meter lang und bietet Platz für 59 Passagiere. Die Reichweite beträgt rund 200 Kilometer.

Für Deutschland: BYD C9

Auf der Strecke in Deutschland fährt ein BYD C9, der weltweit der erste elektrische Reisebus war. Er ist ebenfalls 12 Meter lang, hat 49 Sitzplätze und schafft wie der ICe 12 rund 200 Kilometer mit einer Akkuladung.

Zukunftsfähige Mobilität ist mittlerweile auch ein gesellschaftliches Anliegen.

Flixbus-Mitgründer André Schwämmlein

Die Busse kosten etwa doppelt so viel wie Dieselmodelle. Flixbus-Mitgründer André Schwämmlein sagt dazu: "E-Busse sind in im Moment in der Anschaffung zwar deutlich teurer, dennoch sind wir überzeugt, dass sich diese Investition in die Zukunft lohnt. Zukunftsfähige Mobilität ist mittlerweile auch ein gesellschaftliches Anliegen."

Welche Risiken Flixbus mit den Elektrobussen eingeht

Die Ladezeiten der Lithium-Eisenphosphatbatterien liegen zwischen drei und vier Stunden. Die Batterien sind das Herzstück von Elektrofahrzeugen, denn sie entscheiden über Reichweite und Alltagstauglichkeit. Das Ideal sieht so aus: Viel Kapazität und kurze Ladezeit. Das gilt noch viel mehr, wenn es um Elektrobusse geht, die auf Langstrecken unterwegs sind und Fahrpläne einhalten müssen.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

Viel Raum für Unwägbarkeiten gibt es da nicht, denn ohne die entsprechenden Lademöglichkeiten bleibt der Bus bei unvorhergesehenen Umleitungen im schlimmsten Fall stehen. Es wird auch interessant sein, was mit den sonst üblichen Annehmlichkeiten während der Fahrt ist: Bisher bietet das Unternehmen auf seinen Strecken WLAN an, und es gibt Steckdosen, an denen die Reisenden ihre Smartphones und sonstigen Elektrogeräte aufladen können.

Auf die Erfahrungen von Flixbus mit den Elektro-Fernbussen ist halb Europa gespannt: Mit Sicherheit werden die Mitbewerber im Fernverkehr und Hersteller von Reisebussen gleichermaßen beobachten, wie sich die neuen Fahrzeuge in der Praxis bewähren.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen