Elektromobilität

Elektroauto: Das sind die Vorteile, das sind die Nachteile

von Daniela Pemöller

Noch immer haben viele Menschen Bedenken vor dem Kauf eines Elektroautos. Klar hat ein Elektroauto auch Nachteile – aber die Vorteile überwiegen deutlich.

Eine Autobahnbrücke, die über grüne Wälder und Wiesen führt.
Vor allem für die Umwelt bieten Elektroautos Vorteile gegenüber Diesel und Benzinern. Aber auch einige Nachteile müssen noch ausgebügelt werden. Foto: Unsplash/Casey Horner

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Vorteile bieten Elektroautos?
  • Welche Vorbehalte sind unbegründet?
  • Welche Nachteile sind noch vorhanden?

Das Elektroauto und seine Vorteile

Viele Menschen in Deutschland erwägen ein Elektroauto zu kaufen, doch auch die Vorbehalte gegenüber der Elektromobilität sind noch groß. Wir nennen die Vorteile und die Nachteile von Elektroautos und beantworten die wichtigsten Fragen.

Was spricht für ein Elektroauto?

Ist das Elektroauto besser für die Umwelt?

Ja, Elektroautos sind gesünder, weil sauberer. Sie stoßen keine unmittelbaren Abgase aus, riechen deshalb nicht und bewegen sich sehr leise. Statt Verbrennungsmotoren erzeugen Batterien die nötige Energie für die Fortbewegung. Schon bei niedrigen Drehzahlen erreichen sie das maximale Drehmoment.

Ist das Elektroauto effizienter als Diesel oder Benziner?

Ja, Elektroautos sind ressourcenschonender und ihre Motoren weisen einen höheren Wirkungsgrad auf. Elektroantriebe können die elektrische Energie deutlich effektiver in mechanische Antriebsenergie umwandeln als Verbrenner. Während bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor der Wirkungsgrad bei rund 20 Prozent liegt, beträgt er bei Elektroautos etwa 90 Prozent – wenn der Strom aus erneuerbaren Energien stammt.

Weniger Energie benötigt der Besitzer auch beim Tanken. Denn das Elektroauto lässt sich ganz bequem von zu Hause aufladen. Vorausgesetzt, es gibt eine passende Ladebox in Reichweite. Dank Photovoltaik können E-Autos im besten Fall sogar völlig autark tanken.

Wie viel kostet mich ein Elektroauto auf 100 Kilometer?

Ein weiterer wichtiger Pluspunkt sind die geringeren Kosten, allein beim Tanken: Für 100 Kilometer zahlen E-Autofahrer im Schnitt vier Euro. Bei einigen Geschäften, Arbeitgebern und Firmen kann während des Einkaufs oder der Verweildauer sogar kostenlos getankt werden.

Kann ich bei der Versicherung oder mit einer Umweltprämie Geld sparen?

Fahrer eines E-Autos sind für fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Auch manche Versicherung gewährt einen Nachlass von zehn bis 20 Prozent bei Elektroautos oder speziell zugeschnittene Tarife.

Zurzeit sind Elektroautos noch recht teuer. Aber einige Modelle liegen mittlerweile preislich gleich mit ihren Verbrenner-Geschwistern. Hinzu kommt, dass die Regierung den Kauf eines Stromers in Form eines Umweltbonus in Höhe von 4000 Euro unterstützt. In einer aktuellen Zwischenbilanz von Anfang Mai 2018 zeigt sich, dass der Fördertopf zudem noch lange nicht ausgeschöpft ist.

Ist ein Elektroauto wartungsärmer?

Ja, dank ihrer einfachen Bauart sind Elektroautos wartungsärmer. So fallen zum Beispiel kein Ölwechsel oder Abgasuntersuchungen an. Verschleißteile wie Getriebe, Lichtmaschine, Zahnriemen, Keilriemen und Schaltgetriebe sind gar nicht erst verbaut. Generell sind Elektromotoren weniger wartungsanfällig und langlebiger.

Immer mehr Elektroautos können die Energie, die beim Bremsen erzeugt wird, der Batterie zuführen. Dabei fungiert der Elektromotor als Generator. So wird nicht nur Energie eingespart, sondern auch der Bremsverschleiß reduziert, da diese durch vorausschauende Fahrweise kaum noch zum Einsatz kommt.

Am wichtigsten für die meisten unter uns ist aber sicher der Vorteil, dass Elektroautos definitiv keine Fahrverbote drohen – ganz im Gegensatz zum möglichen Diesel-Fahrverbot.

Welche Nachteile haben Elektroautos?

Ist Reichweite wirklich ein Problem für Elektroautos?

Doch was ist mit all den Vorbehalten? Ganz vorne weg findet sich die mangelnde Reichweite. Die Angst, auf freier Strecke stehen zu bleiben, sitzt tief. Dabei fahren die meisten deutschen Autofahrer im Schnitt nur 40 Kilometer pro Tag.

Heute kommen Elektroautos auf eine maximale Reichweite von 500 Kilometer. Klar, in der Praxis ist es oft weniger. Doch für den Durchschnittsfahrer reicht das locker aus.

Wie sieht es mit der Lade-Infrastruktur für Elektroautos aus?

Eine fehlende Infrastruktur, eine nicht ausgereifte Akkutechnologie und ein nicht einheitliches Steckersystem verbunden mit langen Ladezeiten sind weitere Nachteile, die im Zusammenhang mit E-Autos genannt werden.

In Deutschland gibt es laut Bundesregierung 9377 Ladesäulen an 4666 öffentlich zugänglichen Ladestationen, davon 1274 Schnellladesäulen (Stand: Februar 2018). Tendenz steigend.

So hat das Bundesverkehrsministerium mit der Autobahn Tank & Rast GmbH vereinbart, alle ihrer rund 400 eigenen Raststätten an Bundesautobahnen mit Schnellladesäulen und Parkplätzen für Elektrofahrzeuge auszustatten. Und auch andere Tankstellen setzen zukunftsweisend auf Elektro-Ladesäulen.

Das Laden der Akkus kann, je nach Größe, tatsächlich recht lang dauern. Von mehreren Stunden über den normalen Schukostecker der Haushaltssteckdose bis zu unter einer Stunde an einer Schnellladeeinrichtung. Tesla experimentiert deshalb mit dem Tausch eines leeren Akkus gegen einen vollen.

Doch auch das Laden während des Fahrens scheint kein Wunschdenken mehr zu sein. Einige Länder wie Frankreich, Schweden oder China testen derzeit stromerzeugende Straßenbeläge, die per Solarenergie gespeist werden und darüber fahrende E-Autos induktiv aufladen können.

Ist die Unfallgefahr beim Elektroauto höher?

Ein weiterer Kritikpunkt ist die erhöhte Unfallgefahr. Denn E-Autos werden gern überhört. Die britische Blindenorganisation "The Guide Dogs for The Blind Association" warnte vor drei Jahren, dass die Unfallwahrscheinlichkeit für Fußgänger bei einem E-Auto um 40 Prozent höher liege.

Auch die amerikanische Verkehrsbehörde stuft das Unfallrisiko für Fußgänger doppelt so hoch ein wie bei Diesel- oder Benzinautos. Darum müssen ab Mitte 2019 Elektroautos Töne abstrahlen. Wie genau das dann klingt, erforschen zurzeit Psychoakustiker.

Personen gehen über einen Zebrastreifen; im Hintergrund sind Arkaden und Verkehr zu sehen.
Besonders in der Stadt überwiegen die Vorteile für Elektroautos gegenüber den Nachteilen. Trotzdem ist bei der Lade-Infrastruktur noch Nachholbedarf bei den Städten. Foto: Unsplash/Peter Miranda

Ist das Abschleppen eines Elektroautos lebensgefährlich?

Immer wieder hält sich das Gerücht hartnäckig, dass besonders für Rettungskräfte E-Autos gefährlich seien. Immerhin haben sie Hochvoltanlagen mit 400 bis 600 Volt, solche Stromschläge sind tödlich.

Doch wie herkömmliche Fahrzeuge haben auch Elektroautos entsprechende Sicherheitsvorkehrungen. Hochvolt- und Bordnetz müssen voneinander getrennt sein. Aus der Crashvorschrift gehe hervor, so Elektro-Auto-Experte Wolfgang Sigloch von der Dekra, dass beim Auslösen eines Airbags das Hochvoltnetz automatisch heruntergefahren wird. Sollte es dennoch zu einem Kurzschluss kommen, unterbrechen Schmelzsicherungen in der Batterie den Stromfluss.

Grundsätzlich ist das Abschleppen eines Elektroautos nicht gefährlicher als bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Allerdings gilt es, ein paar Besonderheiten bei einer Panne zu beachten.

Wie sieht es mit der Umweltbilanz aus?

Bliebe da noch der Umweltaspekt von Elektrofahrzeugen, der immer wieder angezweifelt wird. Denn der greife ja nur, wenn der Strom aus regenerativen Quellen stammt. Und bei der Herstellung von Elektrofahrzeugen, insbesondere bei der Akkuherstellung, sei die Umwelt einer starken Belastung ausgesetzt, so die Argumente.

Das hat eine neue Studie des internationalen Rates für sauberen Verkehr (ICCT) jetzt widerlegt. E-Autos sind umweltfreundlicher, trotz Emissionen bei der Produktion. Selbst wenn sie mit dem in Europa vorherrschenden Strommix gefüttert werden, sind Elektroautos um 30 Prozent sauberer als Verbrenner.

Die Herstellung der Batterie zehrt die Einsparungen im Betrieb eines Elektroautos nicht auf.

Die Dekra schreibt hierzu: „Die Studie zeige, dass die emissionsreichere Herstellung der Batterie nicht die Einsparungen während des Betriebs aufzehre. Gleichzeitig könnte aber der Anteil an den Gesamtemissionen ansteigen, wenn künftig größere Reichweiten verfügbar werden. Allerdings gibt es verschiedene Trends, die dafür sprechen, dass auch dieser Umstand zu keiner weiteren Verschlechterung der CO2-Bilanz von Stromern führen dürfte.“

„So sind die Energieversorger bestrebt, von fossilen auf sauberere Energieträger umzuschwenken. Bekomme die Batterie zudem die Chance auf ein zweites Leben, beispielsweise als stationärer Speicher, relativieren sich die Produktionskosten weiter.“ Und auch die fortschreitenden Verbesserungen der Energiedichte in Batterien sparen weiteres CO2 ein.

Auch die Sorge der Skeptiker, dass das Stromnetz in Deutschland nicht stabil genug sein könnte, um immer mehr Elektroautos mit Energie zu versorgen, lässt sich rechnerisch widerlegen.

Weitergedacht

Nachhaltige Mobilität – wie geht das?

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Fazit: Das einzig wirkliche Problem beim E-Auto bleibt also die Infrastruktur. Experten kritisieren, dass es gerade in den Großstädten noch viel zu wenig Ladesäulen gebe. Dabei sei man gerade hier, wo viele Menschen in Wohnungen leben, auf öffentliche Ladesäulen angewiesen. Sie fordern deshalb ein Programm für die Großstädte.

Reichweite und Umweltverträglichkeit sind hingegen keine Probleme bei Elektroautos. Im Gegenteil ist der saubere, wartungsarme Betrieb des Elektroautos ein enormer Vorteil gegenüber Diesel oder Benzinern.

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