Elektromobilität

Elektroautos: Mehr Möglichkeiten als Benziner

von
Carola Franzke

Die Autos der Zukunft werden unser Verständnis von Autofahren verändern: Elektroautos könnten Benzinern in vielerlei Hinsicht überlegen sein.

Der Nissan NV300 im Sonnenuntergang
Im Transporter Nissan NV300 könnten schon bald Akkus aus Elektroautos die Stromversorgung übernehmen. Damit lassen sich dann allerlei Werkzeuge nutzen. Foto: Nissan

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Möglichkeiten Elektroautos in Zukunft bieten
  • Warum der Strom im und um das Auto unser Leben beeinflussen könnte
  • Warum Steckdosen davon nur ein kleiner Teil sind

Der Van Nissan NV300 hat als rollende Werkstatt eine eigene Stromversorgung an Bord. Das Besondere daran sind die Akkupacks, aus denen die Energie kommt. Bei anderen Fahrzeugen dieser Art waren bisher Gas- oder Dieselgeneratoren im Einsatz. Doch bei den Generatoren bedeutet Strom aus dem Auto eben auch viel Lärm und Gestank.

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In der Studie dagegen sind Akkus im Einsatz, die vorher im Nissan Leaf für die Stromversorgung zuständig waren und dort das Ende ihres Lebenszyklus erreicht haben. Die Module unter dem Namen „Energy Roam“ könnten beispielsweise auch mitten im Wald dafür sorgen, dass Geräte wie Säge, Bohrer und Schleifmaschine ohne zusätzlichen Lärm vom Generator betrieben werden können. Sie sollen eine Kapazität von 700 Wattstunden haben und eine maximale Leistung von einer Kilowattstunde schaffen.

Design für unterwegs

Nissans Konzeptfahrzeug wurde in Kooperation mit dem Studio Hardie, einem britischen Designstudio, gestaltet. Die Designer um William Hardie arbeiten selbst viel mit Holz, wenn sie Innenausstattung, individuelle Möbel und außergewöhnliche Spielplätze gestalten.

Mit der Gestaltung der rollenden Holzwerkstatt im Nissan NV300 konnten sie sozusagen einen eigenen Traum verwirklichen. Denn mit einem solchen Van könnte man direkt vor Ort mit einer vollausgestatteten Schreinerwerkstatt arbeiten – konzentriert auf den kreativen Schöpfungsprozess, unabhängig vom Stromnetz und ohne störende Geräuschkulisse.

Der Van wird zwar in dieser Form wohl ein Einzelstück bleiben, die Energy Roam-Module jedoch sollen in Serie gehen: Die clevere Zweitverwertung für gebrauchte Akkus soll noch im Frühjahr 2019 in Europa erhältlich sein.

Elektroauto wird Benzinern überlegen sein

Zur Zeit sind die Energy Roam-Module noch so gestaltet, dass sie auch in Autos oder Vans mit Verbrennungsmotor zum Einsatz kommen können. Die rasante Entwicklung bei Akkus und Ladetechnologie wird jedoch über kurz oder lang ermöglichen, elektrische Geräte direkt aus dem Fahrzeug-Akku zu speisen – und zwar auch Geräte wie in dem Konzept-Van, die mehr Energie brauchen als ein Handy oder Navigationsgerät.

Spätestens dann kann man davon sprechen, dass Elektroautos den alten Benzinern überlegen sind. Die Möglichkeiten, die sich damit eröffnen, sind vielfältig. Es gibt bereits Überlegungen und Studien, wie autonome Elektroautos als Ort für Besprechungen genutzt werden können – und wie diese Art der Fortbewegung den Alltag verändern wird. Menschen können beispielsweise viel längere Pendelstrecken in Kauf nehmen und sich auf dem Weg ausruhen. Das wird wiederum Lebensräume und Städte verändern und auch die Lebensqualität beeinflussen.

Elektroautos, die genug Energie an Bord haben, um auch starke Verbraucher zu speisen, können in vielen Arbeitsbereichen eingesetzt werden – nicht nur Schreiner können unterwegs eine zuverlässige Stromversorgung gebrauchen.
Ein nächster Schritt könnte die Frage sein, wie sich solche Entwicklungen auf das Leben und Wohnen der Menschen auswirken: Ob nicht ein sehr leistungsfähiges Elektroauto – dann mit autonomer Steuerung – sogar als Wohnraum genutzt werden wird. In teuren Ballungsräumen wie etwa Tokio gibt es schon jetzt kaum Wohnraum. Appartements mit Wohnflächen wie Campingwagen sind keine Seltenheit.

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Steckdosen im Auto auch bei Tesla

Bereits im Sommer 2018 lies Elon Musk durchblicken, dass er vorhat, einen Elektro-Pickup zu bauen. Das noch namenlose Gefährt existiert bisher vor allem als Rendering: Es soll aber riesig werden, denn die Grafik des futuristischen Fahrzeugs zeigt einen normalen Pickup auf der Ladefläche des Tesla-Pickups.

Zu den bisher bekannten Details gehören die Reichweite von bis zu 800 Kilometern, eine Schleppleistung von mehr als 130 Tonnen und die Tatsache, dass neben einem Kompressor auch eine 240 Volt-Stromversorgung für leistungsstarke Werkzeuge geplant ist.

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