Elektromobilität

Elektroautos beim Genfer Autosalon: Alle setzen auf SUV

von Dirk Kunde

Der Genfer Autosalon steht im Zeichen von Elektroautos – und von SUV. Unser Messe-Rundgang zeigt: Genf 2018 bringt die beiden Mega-Trends zusammen.

Blick in eine Ausstellungshalle beim Genfer Autosalon 2018
Messe-Trend: Fast alle Hersteller beim Genfer Autosalon 2018 haben mindestens ein Elektroauto im Programm – und viele davon sind SUV. Foto: Dirk Kunde

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum sich der Elektroantrieb besonders bei SUV eignet
  • Wie beim Genfer Autosalon Auto und IT weiter zusammenwachsen
  • Welche weiteren Trends in Genf 2018 deutlich werden

Der SUV erobert die Elektromobilität

Beim Rundgang durch die Hallen des Genfer Autosalons zeichnet sich ein Trend ab: Dem SUV gehört die Zukunft der Elektromobilität. Autofahrer lieben den SUV ja sowieso schon wegen der erhöhten Sitzposition und dem sichereren Gefühl.

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Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Elektroauto zu kaufen, kommt um den SUV kaum herum.

Genf 2018 zeigt, dass der Trend zum SUV auch die Elektroautos erreicht: Schaut man sich die neuen Plug-in-Hybriden, Elektroautos und die wenigen Brennstoffzellen-Fahrzeuge an, die auf dem Genfer Autosalon gezeigt werden, so sind es alles SUV. Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Elektroauto zu kaufen, kommt um den SUV kaum herum.

Und die Kombination ist ja auch sinnvoll: Da Batterien bzw. Tanks im Boden oder unten den Sitzen untergebracht sind, sitzen die Insassen automatisch höher. Da bietet sich die Bauart des SUV oder eine sogenannte Crossover-Form an, bei der sich Limousine und SUV sowie Van und SUV vermischen.

Genf 2018: Autohersteller fahren mehrgleisig

Beim Genfer Autosalon präsentieren 180 Aussteller ihre Ideen für eine automobile Zukunft, darunter viele kleine Hersteller und Tuner. Bei den großen Marken fällt auf, dass fast alle Hersteller mehrere Antriebsformen anbieten: Benziner, batterie-elektrischen Antrieb und zum Übergang Plug-in-Hybride. Bei den emissionsfreien Antrieben hat die batterieelektrische Kombination die Nase eindeutig vorn.

Genf 2018 zeigt auch: Jeder Hersteller hat mindestens ein Elektroauto im Programm, die meisten rollen ab 2020 auf die Straße. Das nächste Jahrzehnt wird darüber entscheiden, ob sich Elektromobilität in der Masse durchsetzt. So steht die Autoindustrie vor den größten Veränderungen in ihrer Geschichte.

Nicht nur die neuen Antriebe bestimmen die Arbeit in den Entwicklungsabteilungen, auch diverse Assistenzsysteme bereiten den Weg zum autonom fahrenden Fahrzeug. Konnektivität ist ein weiteres Stichwort beim Genfer Autosalon: Das Auto wird zum rollenden Computer mit Internetverbindung.

Doch wenn das Auto morgen ganz von alleine fährt, müssen sich die Designer Gedanken darüber machen, wie der Fahrer die Zeit nutzt. In Genf sieht man etliche Konzepte, die rollende Lounges zeigen. Die Sitze lassen sich drehen und verschieben. Das Auto wird zum zweiten Wohn- oder Arbeitszimmer. Die Sprachsteuerung bringt die gewünschten Inhalte auf die diversen Bildschirme.

Genfer Autosalon im Zeichen von Carsharing

Wenn das Auto einen wie von Geisterhand von A nach B bringt und dann nicht mehr benötigt wird, stellt sich die Frage nach Besitz. Kaufen wir alle morgen noch ein Auto? Bereits heute steht das Auto 80 Prozent der Zeit still, und gegen den Stau in den Städten hilft eigentlich nur eine Reduktion. Carsharing und Mitfahrgelegenheiten (Ride Hailing) gehört die Zukunft in den Metropolen.

Genau an diesen Konzepten arbeiten alle großen Hersteller. Auch hier spielt Software die entscheidende Rolle: Angebot und Nachfrage müssen vernetzt werden. Jedes Bauteil im Auto sendet Daten an die Fahrzeugsteuerung.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

Auf dem Genfer Autosalon zeigt ein Reifenhersteller einen Reifen mit Sensor im Inneren, der in Echtzeit Daten über das Fahrzeug an die Cloud leitet. Flottenmanager sehen nicht nur den aktuellen Reifendruck, sondern erkennen schleichende Platten und den richtigen Zeitpunkt zum Wechseln der Reifen. Wie schon bei der Technikmesse CES in Las Vegas zu spüren war, wachsen Auto und IT immer mehr zusammen.

Beim Blick in die Hallen sind die Veränderungen nicht sofort sichtbar, denn sie finden alle unter der Karosse statt. Doch was ins Auge fällt: In Zeiten der "MeToo"-Debatte setzen nur noch wenige Hersteller auf gestylte Models, die in hautengen Kleidern mit einer Hand lasziv am Fahrzeug lehnen.

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