Elektromobilität

Rumänien baut Ladenetz auf – noch bevor nennenswerte E-Autos vorhanden sind

von
Paul Bandelin

Ladeinfrastruktur aufbauen, bevor Elektroautos da sind – das ist die Strategie von Energieversorger Enel X in Rumänien. Das könnte den Verkauf anregen.

Eine Bergstraße in Rumänien bei Nacht.
Im Rumänien soll ein flächendeckendes Netz an Ladesäulen die Attraktivität von Elektroautos steigern – bisher gibt es dort keine Elektromobilität. Foto: Shutterstock / der_makabere

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein italienischer Energieversorger die Ladeinfrastruktur in Rumänien aufbauen will
  • Wie so 2500 Lademöglichkeiten für Elektroautos in den kommenden vier Jahren entstehen sollen
  • Wie so der Verkauf von Elektroautos in Osteuropa angekurbelt werden könnte

Rumänien geht den Weg Richtung Zukunft. Das osteuropäische Land bekommt in diesem Jahr landesweit ein einheitliches Ladenetz für Elektroautos. Die rumänische Tochter des italienischen Energieversorgers Enel X präsentierte Mitte November 2018 sein Konzept für das größte Elektroprojekt des Landes.

Der neue Audi e-tron

Das kann der erste elektrische SUV von Audi.

Mehr erfahren

audi.de/DAT-Hinweis

Gute Infrastruktur fürs Elektroauto

Enel X Romania plant, ab sofort flächendeckend Ladepunkte in Rumänien aufzustellen. 2500 sollen es in dem knapp 240.000 Quadratkilometer großen Land insgesamt werden. Das entspräche einer Dichte von einer Ladestation auf 96 Quadratkilometer. Ein ähnlich dichtes Netz will hierzulande die Telekom aufbauen.

In den Großstädten Bukarest, Timisoara und Constanta beginnt das Projekt mit rund 300 Lademöglichkeiten. Es soll sich in den folgenden vier Jahren über das gesamte Land erstrecken, wobei der Abschluss für 2023 eingeplant ist.

„Enel X Romania verpflichtet sich, den Besitzern von Elektrofahrzeugen die Möglichkeit zu geben, quer durch das Land zu reisen, von Norden nach Süden, von Osten nach Westen, ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, wo sie den nächsten Ladepunkt finden", so Marius Chiriac, Geschäftsführer von Enel X Romania.

Durch diesen ehrgeizigen Plan zur Entwicklung einer erweiterten Ladeinfrastruktur in den folgenden vier Jahren werden wir zu einem saubereren und nachhaltigeren Verkehr in ganz Rumänien beitragen.

Marius Chiriac, Geschäftsführer von Enel X Romania.

Das Unternehmen kooperiert dabei mit öffentlichen Einrichtungen wie Supermärkten, Restaurants, Hotels, aber auch mit kleineren Gemeinden. Ähnlich entwickelt sich gerade die Ladeinfrastruktur in Deutschland. Enel X Romania installiert und wartet die Stationen kostenlos, im Gegenzug müssen die Partner allerdings private und öffentliche Parkplätze bereitstellen.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

Ersten Schätzungen zufolge bewegt sich das Gesamtvolumen des Projekts zwischen 15 und 20 Millionen Euro. Vorgesehen ist eine Installation von Stationen mit Leistungen von 22 (schnell), 50 (schneller) sowie 150 Kilowatt (superschnell). Spannend dabei ist, dass die Regierung so die Infrastruktur vorantreibt, ohne dass die Elektromobilität wirklich im Land angekommen ist.

Keine 100 verkauften Elektroautos in Rumänien

Denn während global gesehen die Anzahl der verkauften Elektroautos immer weiter steigt und in manchen Teilen der Welt sogar boomt, ist eine solche Entwicklung in Osteuropa bislang noch nicht erkennbar. 2017 wurden in Ländern wie Rumänien, Lettland oder Litauen nicht einmal 100 der umweltfreundlichen Fahrzeuge verkauft. Damit liegt der Marktanteil in diesen Ländern nur knapp über der 0,1-Prozent-Marke und ist mehr als ausbaufähig.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen