Elektromobilität

Elektroauto verkaufen: Preisfindung durch Akku-Bewertung

von
Thomas Pitscheneder

Der Verkauf eines Elektroautos gestaltet sich noch schwierig, denn für die Preisfindung fehlen Erfahrungswerte. Ein Start-up will Abhilfe schaffen.

Ein Elektroauto beim Aufladen an der Ladesäule
Der Kauf eines neuen Elektroautos ist durch die immer bessere Auswahl und Förderungen einfach. Doch wie sieht es auch, wenn das Elektroauto als Gebrauchtwagen verkauft werden soll? Foto: Getty Images

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum ein fairer Preis für gebrauchte Stromer schwer zu ermitteln ist
  • Wie das Unternehmen Aviloo es dennoch schaffen will
  • Welche Daten es dafür braucht

Wer ein Auto kaufen möchte, greift nicht unbedingt immer direkt zum Neuwagen. Gebrauchte Fahrzeuge gibt es bereits für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises. Sind sie gut in Schuss, haben die neuen Besitzer noch viele Jahre Freude an ihnen. Zur Bewertung ziehen viele Verkäufer die bekannten Listen von DAT, Schwacke oder ADAC zurate.

Der neue Audi e-tron

Das kann der erste elektrische SUV von Audi.

Mehr erfahren

audi.de/DAT-Hinweis

Elektroautos sind hingegen noch sehr neu, wodurch eine Bewertung schwierig sein kann. Ein Start-up versucht die Verkäufern und Käufern künftig zu vereinfachen.

Aviloo: Bewertung der Batterie als Schlüssel

Um einen Preis für ein gebrauchtes Fahrzeug finden zu können, braucht es in erster Linie Daten. Diese zeigen auf, welche Teile besonders von Verschleiß betroffen sind und wann sie üblicherweise den Geist aufgeben. Gekoppelt an die Nachfrage, lässt sich bei Verbrennern über Listen ein Bereich für einen möglichen Verkaufspreis festlegen.

Bei Elektroautos fehlen diese Erfahrungswerte allerdings. Der Markt lässt sich nur schwer einschätzen. Was sollten Besitzer eines Elektroautos also machen, wenn sie ihr Fahrzeug verkaufen möchten? Sie könnten sich an das Start-up Aviloo aus Österreich wenden. Das bietet neuerdings eine Bewertung der Stromer an, die sich in erster Linie an der Batterie orientiert.

Das ergibt auch Sinn, denn die Akkus sind das große Thema bei den Fahrzeugen. Sie verursachen bei einem Austausch hohe Kosten. “Bei Elektroautos macht die Batterie gut 50 Prozent des Fahrzeugwerts aus”, so Aviloo-Mitbegründer Wolfgang Berger. Je besser also deren Zustand ist, desto zukunftssicherer fahren die künftigen Besitzer.

Viele Details zu berücksichtigen

Einfach ist die Bewertung allerdings dennoch nicht. Bei Verbrennern lässt sich der Verschleiß anhand weniger Daten berechnen, bei den Akkus von Elektroautos spielen viele Faktoren mit in die Beurteilung ein. Die Anzahl der Schnellladungen, die Temperaturen bei den Ladevorgängen, der Gebrauch im Alltag und vieles mehr sind wichtig, um zuverlässige Ergebnisse zu ermöglichen.

Elektromobilität

Updates abonnieren und Dossier "E-Mobility" gratis erhalten.

Die Fahrzeuge dafür in die Werkstatt zu holen und die Akkus vor Ort zu überprüfen, ist viel zu aufwändig. Deshalb bezieht Aviloo die Daten aus den Systemen der Fahrzeuge. Das Batteriemanagement zeichnet schließlich alle wichtigen Informationen laufend auf. Eine eigens entwickelte Software erstellt daraus einen Bericht zum Zustand der Akkus.

Am Ende der Bewertung erhalten die Nutzer ein Zertifikat, welches sie beim Verkauf vorzeigen können. Damit soll für beide Seiten ein bestmögliches Geschäft sichergestellt sein. Aktuell erprobt Aviloo seinen Dienst mit einigen Testnutzern im Raum Wien und Niederösterreich. Später könnte die Idee auch in weiteren Teilen Europas Schule machen.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen