Elektromobilität

Neue Reichweite: Das 1000-Kilometer-Elektroauto kommt

von
Paul Bandelin

Ein europaweites Projekt befasst sich seit Januar 2019 mit der Entwicklung eines Elektroautos, das auf eine Reichweite von 1000 Kilometern kommt.

Blick auf eine Autobahn
Einmal längs über die Autobahn durch das Land, ohne mit dem Elektroauto nachladen zu müssen. Das könnte schon bald Realität sein. Foto: Getty Images

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche zehn Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus Europa das 1000-Kilometer-Elektroauto entwickeln wollen
  • Welche Fahrzeugkomponenten neu entwickelt werden müssen
  • Warum Schnellladestationen dabei eine entscheidende Rolle spielen

Mit dem Elektroauto einmal von Rügen nach Freiburg? Bislang waren die Hauptargumente gegen den Kauf eines Stromers die zu geringe Reichweite und eine zu lange Ladezeit. Geht es aber nach einem innovativen EU-Projekt, sollen diese Bedenken bald der Vergangenheit angehören.

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Geplant ist nämlich das 1000-Kilometer-Elektroauto, das, Nomen est Omen, eine Strecke von 1000 Kilometern mit nur einer Ladung zurücklegen können soll.

Radnabenmotor als neue Komponente

Insgesamt zehn Partner umfasst das Projekt „Electric Vehicle Components for 1000 km daily trips“ (kurz: EVC 1000), das im Rahmen des europäischen Förderprogramms Horizont 2020 im Januar 2019 initiiert wurde und auf drei Jahre angelegt ist. Die paneuropäische Unternehmung hat ein Volumen von 6,8 Millionen Euro. Zu den Kooperationspartnern gehören neben dem Fraunhofer ENAS, Audi und der TU Ilmenau aus Deutschland noch AVL List (Österreich), Brembo, Ideas & Motion und JAC (alle Italien), ELAPHE (Slowenien), Tenneco Automotive Europe (Belgien) sowie die Universität von Surrey aus dem Vereinten Königreich.

Das Hauptziel ist die Entwicklung von Fahrzeugkomponenten, die es einem Elektroauto ermöglichen die 1000-Kilometer-Grenze zu durchbrechen. Dazu bedarf es eines hohen technischen Aufwands, sind die erwarteten Komponenten doch in ihrer Struktur komplexer als herkömmliche Teile. Im Detail handelt es sich um neu entwickelte Radnabenmotoren mit einer Leistungselektronik in Siliziumkarbid-Technologie, ein kombiniertes elektrohydraulisch-mechanisches Brake-by-Wire-Bremssystem, eine elektromagnetische Radaufhängung sowie einen integrierten Controller für die Fahrdynamikregelung und das Energiemanagement.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Kernpunkt des Projekts ist, dass eine vollständige Ladung in maximal 90 Minuten erreicht sein soll. Prof. Klaus Augsburg von der TU Ilmenau zeigt sich dahingehend optimistisch: „Alle Projektpartner haben in der jüngeren Vergangenheit ihr hohes Know-how auf den relevanten Technologiegebieten gezeigt. Die Projektkooperation verspricht die Lösung der ambitionierten Ziele der energetischen Optimierung.“

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Schnellladestation ist unabdingbar

Zum Abschluss des multinationalen Projekts sollen die Teile zur Demonstration in zwei Elektrofahrzeuge eingebaut werden, die in unterschiedliche Marktsegmente einzuordnen sind. Dabei wird es sich um einen Audi e-tron und einen iEV6S des italienischen Herstellers JAC handeln.

Wie und wo die Vorführung dann stattfinden wird, steht noch nicht fest. Sicher scheint aber, dass auch die Technologie der Schnellladestationen bis dahin noch weiterentwickelt werden muss.

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