Abonnieren Sie kostenlos unsere Updates zum Thema Elektromobilität

Anmelden

Elektromobilität

Elektroauto laden: Die größten Risiken – und wie Sie sie vermeiden

von Peter Michaely

Stecker rein, Strom ab? Klingt einfach, doch eine Studie enthüllt: Beim Laden von Elektroautos lauern Risiken. Wir sagen, wie Sie die Gefahren umgehen.

Elektroauto laden: So vermeiden Sie Risiken
Sichere Verbindung? Elektroauto, Ladestation und Ladekabel haben unterschiedliche Normen, müssen aber perfekt zusammenwirken. Foto: picture alliance / blickwinkel/D. Maehrmann

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Gefahren die Bundesanstalt für Straßenwesen beim Laden von Elektroautos sieht
  • Warum für das Laden zuhause ein Elektriker die Elektroinstallation prüfen sollte
  • Wieso der TÜV eine Prüfung des Ladekabels in die Hauptuntersuchung integrieren will

Elektroauto, Ladestation und Ladekabel

Klappe am Elektroauto auf, Ladekabel verbinden, Stecker in die Steckdose – fertig. Ein Elektroauto zu laden ist mindestens genauso einfach, wie ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor zu betanken. Was bei allen Berichten über die Elektromobilität aber weitgehend ausgeklammert bleibt: Wie es um die Sicherheit beim Laden von E-Autos bestellt ist.

Der neue Audi e-tron

Der erste rein elektrische SUV von Audi.

Zur Vorbestellung

Denn die drei Systeme Elektroauto, Ladestation und Ladekabel sind unabhängig voneinander normiert, müssen aber perfekt zusammenwirken.

Hinzu kommen mögliche Bedienfehler, weswegen die Bedienungsanleitungen genau zu beachten sind. Darauf weist ein Bericht der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hin, für den Experten Sicherheitsaspekte beim Laden von Elektrofahrzeugen untersucht haben.

Wird der Stromkreis nicht automatisch unterbrochen, herrscht Lebensgefahr.

Eines der Hauptrisiken: das Aufladen an haushaltsüblichen Schukosteckdosen, sofern angesichts der hohen Ladeleistung keine Absicherung durch einen Fehlerstrom-Schutzschalter – besser bekannt als FI-Schalter – gegeben ist.

Ist in diesen Fällen die Isolation des Kabels beschädigt, liegen spannungsführende Teile frei, aber der Stromkreis wird nicht automatisch unterbrochen. Lebensgefahr! Umgekehrt sollte bei Ladeleitungen mit Schutzschalter regelmäßig überprüft werden, ob dieser reibungslos funktioniert.

Vor dem Laden die Steckdose prüfen

Laut den für den Bericht verantwortlichen Experten von der SGS-TÜV Saar GmbH ist für weit über 90 Prozent der Steckdosen, die für das Laden von Elektroautos infrage kommen, kein Fehlerstromschutzschalter gesetzlich vorgeschrieben, denn die entsprechende Pflicht gilt für Neubauten erst seit Mitte 2007 (für Bäder seit 1984).

Eine Eignungsprüfung der Elektroinstallation in Privathaushalten, die ein E-Auto anschaffen wollen, ist also empfehlenswert.

Weitgehend unerforscht sind auch die elektromagnetischen Felder, die von einer Ladeleitung bei hohen Strömen ausgehen – wichtig besonders im Hinblick auf zukünftige Schnellladesysteme, bei denen mehr Strom pro Zeiteinheit übertragen wird.

Wie sich das beispielsweise auf die Träger eines Herzschrittmachers auswirken, ist offen. Die TÜV-Experten warnen aber: "Dadurch kann der Grenzwert von 10 Mikrotesla überschritten werden – ab diesem Zeitpunkt sind zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen notwendig."

Fazit der Experten: „Zu diesem Thema sind weitere tiefgehende Untersuchungen sowie die Sensibilisierung gefährdeter Nutzer notwendig.“

Das Elektroauto an der Ladestation

Schnell an der Raststätte einen Kaffee trinken und dabei den Akku des Autos aufladen? Klingt verlockend, aber was passiert, wenn währenddessen jemand das Kabel mutwillig beschädigt, etwa weil er es auf das wertvolle Kupfer darin abgesehen hat?

Auch dann besteht die Gefahr von Stromschlägen, weswegen die Forscher die Verwendung einer sogenannten geschirmten Leitung empfehlen. Je nach Grad der Beschädigung kann diese Maßnahme allerdings keinen hundertprozentigen Schutz bieten. Für E-Auto-Fahrer bedeutet das: Augen auf beim Ladevorgang an öffentlichen Säulen!

Bliebe noch das Thema Abnutzung. Denn noch fehlen Erfahrungswerte, wie Ladegarnituren im Laufe der Zeit altern und welche Effekte dabei auftreten. Neben der Frage, wie lange eine reibungslose Funktionsfähigkeit gewährleistet ist, spielt hier ebenfalls das Risiko von Beschädigungen und den damit verbundenen Gefahren eine Schlüsselrolle.

Denn während im gewerblichen Bereich eine regelmäßige Prüfung von Betriebsmitteln vorgeschrieben ist, fehlt eine solche Regelung für Privatnutzer.

Das Ladekabel soll bei der Hauptuntersuchung überprüft werden.

„Vor diesem Hintergrund wird empfohlen, zumindest eine Sichtprüfung und eine Funktionsprüfung der Fehlerstromschutzeinrichtung (falls in der Ladeleitung vorhanden) in der sich zyklisch wiederholenden Hauptuntersuchung für das Fahrzeug zu integrieren“, fordern die Experten.

Dass eigenmächtige Modifikationen lebensgefährliche Auswirkungen haben können, ist ein weiterer Risikofaktor. Deshalb: Hände weg von nicht zugelassenen Adaptern, ungeeigneten Mehrfachsteckdosen oder Verlängerungskabeln. Und keine Basteleien an der Überlastschutzeinrichtung!

Elektroauto laden – die rechtlichen Grauzonen

Da der Ladevorgang häufig im Freien stattfindet, nehmen die Forscher auch Gesetzgeber und Hersteller in die Pflicht. Denn es fehlen zum Beispiel definierte Mindestanforderungen für Ladestecker und -kupplungen für den Außenbereich. Daraus resultiert die Forderung, die Nutzer verpflichtend darauf hinzuweisen, dass das Laden etwa bei schräg auftreffendem Schlagregen zu unterlassen ist.

Aber auch viel profanere Dinge sind zu berücksichtigen. Stichwort Ladekabel: Nur wenn es so verlegt werden kann, dass keine Stolperfallen entstehen, ist sicheres Laden gewährleistet. Insofern plädieren die Experten dafür, dass Ladesäulen nur dort aufgestellt werden dürfen, wo es möglich ist, ein E-Fahrzeug in unmittelbarer Nähe zu parken.

Fazit: Um Risiken beim Laden von Elektroautos zu vermeiden, beachten Sie folgende Punkte:

  • Wenn Sie Ihr Elektroauto zuhause laden wollen, lassen sie vorher die Elektroinstallation von einem Elektriker prüfen
  • Falls Sie einen Herzschrittmacher tragen, meiden Sie vorerst Schnellladesäulen, bis es dazu gesicherte Erkenntnisse gibt
  • Lassen Sie das Ladekabel in regelmäßigen Abständen von einem Experten prüfen

Übrigens: Welche verschiedenen Steckersysteme es beim Elektroauto gibt, lesen Sie hier.

Updates

Bleiben Sie zum Thema Elektromobilität immer informiert.

Auch interessant

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.

Schließen