Elektromobilität

Elektroauto aufladen: Per App und Web zur Ladesäule

von Thomas Pitscheneder

Die nächste Ladesäule für das Elektroauto ist meist näher als gedacht. Apps und Websites sollen bei der Suche helfen. Doch was bieten sie wirklich?

Eine Ladesäule steht vor mehreren Parkbuchten, die E-Autos vorbehalten sind.
Die Angst, es könnte nicht genügend Ladesäulen in Deutschland geben, ist unbegründet. Mittlerweile stehen über 13.000 davon bereit. Viele Anbieter lotsen ihre Kunden via App zur nächsten. Foto: Shutterstock/FooTToo

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Apps es zur Suche von Ladesäulen gibt
  • Wie Parkhäuser Kunden über ihr Angebot für Elektromobilität informieren
  • Welche Lösungen sich für welche Nutzer eignen

Eben zur nächsten Tankstelle fahren und das Auto mit Kraftstoff versorgen ist beim Elektroauto nicht möglich. Stattdessen braucht es für eine frische Aufladung eine Ladesäule.

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Dieser Umstand scheint laut einer aktuellen Umfrage von E.ON und Statista zum Thema Elektromobilität viele Deutsche abzuschrecken. Demnach glauben 70 Prozent der Autofahrer, dass es hierzulande weniger als 3000 Ladestationen gibt. Tatsächlich sind es jedoch mehr als 13.000 Stromtankstellen im gesamten Bundesgebiet.

Die sind sogar sehr einfach aufzuspüren, denn es gibt eine ganze Reihe von Apps und Webseiten dafür. Sie zeigen das gesamte Netz, empfehlen Ladestationen und navigieren Nutzer sogar zu ihnen.

Google Maps startet Suche nach Ladesäulen

Wer ohne Navigationssystem nach einer Route sucht, nutzt heute meist die App Google Maps. Der Kartendienst steht auf dem Smartphone, Tablet, Rechner und über Android Auto sowie Apple Carplay zur Verfügung. Wie Google kürzlich bekannt gab, rollt aktuell eine praktische neue Funktion für Fahrer eines Elektroautos aus.

So bietet das Programm ab sofort eine Suchfunktion für Ladesäulen. Dafür geben die Nutzer einfach “Ladestation für Elektrofahrzeuge” ein oder nutzen die Spracheingabe. Alternativ funktionieren auch die englischen Begriffe “ev charging” und “ev charging station”.

Maps zeigt daraufhin Ladestationen in näherer Umgebung der Nutzer an. Dazu gehören hierzulande etwa die Anbieter Tesla und Chargepoint. Waren diese bereits als Ort angelegt, gab es sie beim Kartendienst mit Einschränkungen schon zu sehen.

Völlig neu ist, dass Google Informationen zu den einzelnen Anschlüssen liefert. Zu den Details gehören die maximale Ladeleistung und Preise. Bis alle wichtigen Daten eingespeist sind, kann es jedoch noch ein paar Wochen dauern. Das Update ist für Android und iOS verfügbar, der Rollout erfolgt stufenweise und taucht deshalb noch nicht bei allen Nutzern auf.

Ladenetz.de zeigt Informationen in Echtzeit

Wer es ganz genau wissen will, surft bei Ladenetz.de von smartlab vorbei. Dank einer Kooperation mit ParkHere zeigt die Karte des Unternehmens umfangreiche Informationen zu tausenden Ladesäulen in Deutschland, Österreich, Dänemark, Frankreich, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz an.

Dabei ist auf der Karte nicht nur zu sehen, wo es Ladesäulen gibt und wie viele Anschlüsse zur Verfügung stehen, sondern auch ob und wie lange sie bereits in Benutzung sind. Ist der Ort zusätzlich mit Parksensoren ausgestattet, zeigt die Seite sogar besetzte Stellplätze ohne aktiven Ladevorgang an. Dazu gibt es eine Prognose der möglichen Auslastung nach Tagen und Stunden.

Mit der Kooperation haben wir nun eine Möglichkeit, insbesondere an hochfrequentierten Ladesäulen, den Kunden unserer Partner eine zuverlässigere Aussage zur Verfügbarkeit der Ladeinfrastruktur an die Hand zu geben.

Florian Robben, Prokurist der smartlab

Wichtige Daten wie bereitgestellte Arten von Steckverbindungen, die maximale Ladeleistung und Arten der Bezahlung sind natürlich ebenfalls zu sehen. Das Problem: Aktuell gibt es zum Angebot von Ladenetz.de keine eigenständige App. Wer den Dienst also unterwegs nutzen möchte, muss den Browser des Smartphones bemühen.

Energieversorger mit eigenen Angeboten

Einen großen Teil der aktuellen Infrastruktur für Ladesäulen stellen die großen Energieversorger des Landes. Um die Kunden besser zu den eigenen Stromtankstellen zu lotsen, bieten sie Apps und Webseiten an.

Die App "E.ON Drive" zeigt die Ladestationen des Konzerns auf einer Karte an. Dazu gibt es Informationen zu den bereitgestellten Anschlüssen, dem aktuellen Status und der maximalen Ladeleistung. Auch eine Navigation zur ausgewählten Stromtankstelle ist möglich. Per QR-Code-Scan lässt sich mit dem Handy außerdem bezahlen.

Das Gegenstück von EWE heißt "Punktlandung" und liefert ähnliche Funktionen. Zahlreiche Filteroptionen sorgen dafür, dass Nutzer immer die passende Station finden. Praktisch beim Ladevorgang: Per App lässt er sich jederzeit aus der Ferne beenden.

Energie Baden-Württemberg (EnBW) bietet die App "EnBW mobility+" an. Eine Karte mit Ladepunkten des Anbieters und seiner Partner, eine Überwachung des Ladevorgangs und eine Historie der Vorgänge ist hier ebenfalls an Bord. Wer noch kein Elektroauto hat, kann durch die eingebaute Fahrsimulation überprüfen, ob sich die aktuelle Strecke für ein E-Auto eignet. Dazu gibt es eine Empfehlung für passende Modelle.

Die RWE-Tochter Innogy zeigt Ladestationen in der App "eCharge" an. Dazu gibt es Infos zur Belegung. Die Bezahlung erfolgt ebenfalls direkt über die App. Geben Nutzer zuvor die aktuelle Batterieladung ihres Fahrzeug sein, liefert der Service eine voraussichtliche Zeit bis zur maximalen Aufladung.

Die offizielle Lösung der Bundesnetzagentur

Der Ausbau der staatlichen finanzierten Lade-Infrastruktur geht in Deutschland nur sehr schleppend voran. Wie weit hinterher die offiziellen Stellen sind, zeigt auch die Bundesnetzagentur. Deren Ladesäulenkarte gibt es nur im Netz, das Design ist wenig ansprechend.

Auch der Informationsgehalt ist leider dürftig. Die Bundesnetzagentur unterscheidet bei den Punkten lediglich zwischen normalen Ladestationen und Schnellladesäulen. Ob diese aktuell in Betrieb oder besetzt sind, verrät die Karte nicht. Auf Bilder der bereitgestellten Anschlüsse verzichtet der Dienst ebenfalls. Immerhin gibt es die maximale Ladeleistung und eine Eingrenzung der Anzeige auf ein bestimmtes Gebiet.

Und was ist mit den Parkhäusern?

Immer mehr Parkhausbetreiber bieten ihren Kunden Ladeplätze für Elektroautos an. Noch ist jedoch nicht jede Garage mit einer solchen Versorgung ausgerüstet. Wer mit dem Elektroauto in die City oder ins Einkaufszentrum fährt, sollte sich also vorher schlau machen.

Wirklich unkompliziert ist das jedoch nicht. Zwar zeigt Anbieter APCOA auf seiner Web-Karte Parkhäuser mit Elektroladestationen an, hat die Funktion aber noch nicht in die App "Flow" übertragen.

Noch schwieriger ist das Auffinden von Ladestationen bei Contipark. Bei der Suche nach Parkhäusern taucht die Info zu möglichen Ladesäulen nicht auf. Gleiches gilt für die App des Anbieters. Nur auf der Website unter dem Punkt "Elektro-Ladestationen" ist eine Liste geeigneter Parkgaragen zu finden.

Updates

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Fazit

Für die Suche nach einer Ladestation gibt es eine breite Auswahl an Apps und Web-Diensten. Wer eine Karte von einem Energieversorger besitzt, nutzt im Idealfall auch dessen App. Damit gelingt die Bezahlung in der Regel einfacher und es gibt meist eine Übersicht zum aktuellen Verbrauch und den Kosten.

Ungebundene Nutzer greifen zu unabhängigen Angeboten wie "Chargemap". Diese liefern oft mehr Informationen und eine bessere Übersicht. Zudem begrenzen sie die angezeigten Säulen nicht auf einen bestimmten Betreiber.

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