Elektromobilität

Elektroauto als Firmenwagen: Welche Vorteile habe ich bei der Steuer?

von Sabrina Lieb

Geförderte Elektromobilität im Job: Wer als Arbeitnehmer ein Elektroauto als Firmenwagen fährt, genießt große Vorteile bei der Lohnsteuer. Wir erklären sie.

Aus der Vogelperspektive ist ein weißes Auto zu sehen, dass durch eine Kurve fährt.
Das könnte ein Firmenwagen sein – aber warum nicht auch ein Elektroauto? Bei der Lohnsteuer bietet der große Vorteile. Foto: Shutterstock / GLF Media

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie das Aufladen des Elektroautos beim Arbeitgeber gefördert wird
  • Welche Pauschalen es für privates Aufladen von Elektro-Firmenwagen gibt
  • Wie der Staat die Anschaffung einer Ladestation unterstützt
  • Was für eine Steuerbefreiung für E-Bikes möglich ist

Welches Gesetz die Steuervorteile regelt

Wer ein Elektroauto als Firmenwagen fährt, wird dafür mit Vorteilen bei der Lohnsteuer belohnt. Das sieht das im Januar 2017 in Kraft getretene „Gesetz zu steuerlichen Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr“ vor.

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Dabei setzen die Steuervorteile für Elektroautos vor allem beim Strombezug und bei der Schaffung neuer Ladestationen an. Die Regelungen sind zwar zunächst nur bis zum 31. Dezember 2020 befristet, gelten dafür aber auch für E-Bikes. Wir haben die wichtigsten Steuervorteile für Arbeitnehmer zusammengefasst.

Wie das Aufladen des Elektroautos beim Arbeitgeber gefördert wird

Fall 1: Der Arbeitgeber zahlt den Ladestrom

Nach dem Gesetz ist das kostenlose oder verbilligte Aufladen von Elektroautos im Betrieb des Arbeitgebers steuerfrei. Die Begünstigung schließt sowohl private als auch betriebliche Elektrofahrzeuge ein, die dem Arbeitnehmer als Elektro-Firmenwagen zur privaten Nutzung überlassen werden.

„Im Betrieb des Arbeitsnehmers“ bedeutet dabei die Steuerbefreiung auf alle verbundenen Unternehmen, gilt somit auch für Leiharbeitnehmer im Unternehmen des Entleihers.

Fall 2: Der Arbeitnehmer zahlt den Ladestrom

Wenn die Ausgaben für den Ladestrom nicht vom Arbeitnehmer erstattet werden, hat der Bundesfinanzhof den Abzug selbst getragener Ladekosten vom geldwerten Vorteil für den Elektro-Firmenwagen zugelassen.

Dabei kann der Wert des geldwerten Vorteils aus der Überlassung eines Dienstwagens und durch Zuzahlungen des Arbeitnehmers bis zu einem Betrag von null Euro gemindert werden.

Ein geldwerter Nachteil ist ausgeschlossen und zwar auch dann, wenn die Eigenleistungen des Arbeitnehmers den Wert der privaten Nutzung des Firmenwagens und der betrieblichen Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb übersteigen.

Was ein Elektroauto als Firmenwagen für den geldwerten Vorteil bedeutet

Wer einen Dienstwagen mit Elektroantrieb oder Hybridantrieb nutzt, der profitiert bereits seit 2013 von einer gesetzlichen Bonusregelung. Die steuerliche Förderung durch einen Bewertungsabschlag vom Bruttolistenpreis wird durch das sogenannte Amtshilferichtlinien-Umsetzungsgesetz geregelt.

Durch die Minderung des Bruttolistenpreises soll die Dienstwagenbesteuerung von Elektroautos und Hybriden der Steuerbelastung von herkömmlichen Firmenwagen mit Verbrennungsmotoren gleichgestellt werden.

Dieser Abschlag gilt dabei nicht nur für den Erwerb von Elektroautos und Hybriden, die bis zum 31. Dezember 2022 angeschafft werden, sondern auch für Bestandsfahrzeuge mit Erwerb vor dem 1. Januar 2013. Dabei wird der Bruttolistenpreis als Bemessungsgrundlage für die 1-Prozent-Methode um die Aufwendungen gekürzt, die auf das Batteriesystem entfallen.

Die Berechnung für den geldwerten Vorteil für die Überlassung eines Elektro-Dienstwagens ergibt sich aus dem Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung.

  • Die Kürzung sieht einen Abschlag von 500 Euro pro kWh der Batteriekapazität vor, ist jedoch auf maximal 10.000 Euro begrenzt
  • Der Pauschalabschlag wird seit 2014 jedes Jahr um 50 Euro abgeschmolzen, der zu beachtende Jahres-Höchstbetrag um jährlich 500 Euro

Maßgeblich für den pauschalen Abschlag sowie die Obergrenze ist das Jahr der Anschaffung sowie bei einem gebrauchten Elektroauto das Jahr der Erstzulassung als Firmenwagen.

Neben der 1-Prozent-Regelung, bei der der vom Arbeitgeber gestellte Ladestrom für den Elektro-Dienstwagen durch den pauschalen Nutzwert abgegolten wird, sieht die neue Regelung auch eine Steuerbefreiung bei der Anwendung der Fahrtenbuchmethode vor.

Welche Pauschalen es für privates Aufladen von Elektro-Firmenwagen gibt

Ein steuerfreier Auslagenersatz liegt dann vor, wenn ein Arbeitnehmer privat getragene Stromkosten für einen Elektro-Dienstwagen vom Arbeitgeber erstattet bekommt. Bei den Stromkosten für das private Aufladen seines Firmenwagens profitiert ein Arbeitnehmer nun auch von einer pauschalen Erstattung.

Grundsätzlich gilt: Entstehen einem Arbeitnehmer bei der Nutzung eines Firmenwagens Kosten (beispielsweise für Kraftstoff), die ihm vom Arbeitgeber erstattet werden, liegt ein steuer- und beitragsfreier Auslagenersatz vor. Ein pauschaler Auslagensatz hingegen führt regelmäßig zu steuerpflichtigem Arbeitnehmerlohn.

Dieser pauschale Auslagensatz ist jedoch in Ausnahmefällen steuerbefreit, wenn er zwei Kriterien erfüllt:

  • er muss regelmäßig wiederkehren
  • der Arbeitnehmer kann die entstandenen Auslagen für einen Zeitraum von drei Monaten im Einzelnen nachweisen

Lädt der Arbeitnehmer einen ihm zur privaten Nutzung überlassenen Elektro-Firmenwagen bei sich Zuhause und auf seine Lasten auf, so müsste er eigentlich Aufzeichnungen darüber führen.

Weil dies jedoch administrativen Aufwand und zusätzliche Kosten verursacht - beispielsweise für einen gesonderten Zähler – lässt das Finanzamt neuerdings auch monatliche Pauschalen zu:

Pauschalbeträge bei Lademöglichkeit beim Arbeitgeber:

  • 20 Euro im Monat für dienstlich genutzte Elektrofahrzeuge
  • 10 Euro im Monat für dienstlich genutzte Hybridfahrzeuge

Pauschalbeträge ohne Lademöglichkeit beim Arbeitgeber:

  • 50 Euro im Monat für dienstlich genutzte Elektrofahrzeuge
  • 25 Euro im Monat für dienstlich genutzte Hybridfahrzeuge

Ein Elektroauto lädt an einer öffentlichen Ladestation.
Zapfen mit Steuervorteil: Auch das Laden von Elektro-Firmenwagen wird vom Staat begünstigt. Foto: Shutterstock/DavidSch

Wie der Staat die Anschaffung einer Ladestation unterstützt

Um die Verbreitung von Elektroautos zu fördern, unterstützt der Gesetzgeber deren Anschaffung durch die Einführung einer Pauschalenvorschrift.

Dabei hat ein Arbeitnehmer die Möglichkeit, den geldwerten Vorteil aus der Anschaffung einer Ladestation mit einer Pauschale zu versteuern. Sie liegt bei einem festen Steuersatz von 25 Prozent und ist von den Sozialabgaben befreit.

Dabei gilt die Pauschalisierung auch für die Zuschüsse des Arbeitgebers, die dieser einem Arbeitnehmer für den Erwerb und die Nutzung einer Elektroauto-Ladestation zahlt.

Gänzlich lohnsteuerbefreit hingegen bleibt die leihweise Überlassung einer Ladesäule für Elektro-Dienstwagen, die ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer zur privaten Nutzung überlässt.

Sowohl die Lohnsteuer-Pauschalisierung als auch die Steuerfreistellung setzen voraus, dass diese Leistungen zusätzlich zum gezahlten Gehalt erbracht werden – es also keine Gehaltsumwandlung ist.

Was für eine Steuerbefreiung für E-Bikes möglich ist

Und wie sieht es mit E-Bikes aus? Während die Befreiung bisher lediglich für das Aufladen von E-Bikes galt, die mit Geschwindigkeiten über 25 km/h verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug eingeordnet wurden, hat die Verwaltung ihren bisherigen Erlass nun erweitert.

Demnach rechnen auch die vom Arbeitgeber gewährten Vorteile für das Aufladen jener E-Bikes nicht zum Arbeitslohn, die nicht als Kraftfahrzeug einzuordnen sind. Damit können nun alle Arten von Elektrorädern beim Arbeitgeber steuerfrei aufgeladen werden.

Updates

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Durch die Billigkeitsregelung erfolgt auch keine Anrechnung des Ladestroms nach der 44-Euro-Sachbezugsgrenze, bei der normalerweise Sachleistungen bis zu 44 Euro pro Monat (528 Euro jährlich) steuer- und sozialabgabenbefreit sind.

Fazit: Sowohl für Elektroautos als Firmenwagen als auch für die vom Arbeitgeber unterstützte Nutzung für E-Bikes gibt es massive steuerliche Erleichterungen. Wer die Vorteile und die Nachteile eines Elektroautos abwägt, sollte diese Auswirkungen auf die Steuer mit in seine Überlegungen einbeziehen.

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