Elektromobilität

Elektro-LKW und -Nutzfahrzeuge: Wie erhalte ich die Förderung?

von Sabrina Lieb

Das BAG bietet seit Juli 2018 eine Förderung von Gas/Elektro-Lkw sowie anderer energieeffizienter Nutzfahrzeuge. aio verrät, wie Sie an den Bonus kommen.

Ein LKW vor gelbem Grund.
LKW und Nutzfahrzeuge sollen immer energieeffizienter werden – deshalb bietet das BAG jetzt eine Förderung u.a. für Elektro-LKW. Foto: shutterstock/ aio

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie Sie die Förderung für Nutzfahrzeuge und E-LKW erhalten – und wie hoch die Fördersummen sind
  • Was Sie vor der Antragstellung beim Bundesamt für Güterverkehr (BAG) beachten sollten
  • Welche finanziellen Vorteile Elektro-LKW den Unternehmen noch bringen

Gute Nachrichten aus dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG): Der Fördertopf mit zehn Millionen Euro Fördersumme für "Energieeffiziente und/oder CO2-arme schwere Nutzfahrzeuge" (EEN) ist seit Mitte Juli offen. Seit dem Start sind bereits 29 Anträge für 148 Fahrzeuge eingegangen – darunter 122 Erdgas- und 26 Elektrofahrzeuge.

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Insgesamt beläuft sich die zu fördernde Summe derzeit auf 2,1 Millionen Euro. Das BAG hat nun die ersten Zuwendungsbescheide verschickt. Wie bereits beim Umweltbonus für Elektroautos, erfolgt auch bei der Förderung für energieeffiziente Lkw mit Gas- oder Elektroantrieb die Verteilung nach dem First-Come-First-Serve-Prinzip. Noch bis Ende 2020 können Unternehmen die Förderung beantragen.

Wie erhalte ich die Förderung – und wie hoch ist sie?

Die Anträge für das Förderprogramm EEN lassen sich seit dem 19. Juli 2018 beim Bundesamt für Güterverkehr stellen. Sie können ausschließlich auf elektronischem Wege über das eService-Portal beantragt werden. Mit der Förderung von CO2-armen Lkw will der Bund Unternehmen und Speditionen dabei unterstützen, auf umweltfreundliche und spritsparende Lastkraftwagen umzusteigen.

Dabei bezuschusst das BAG die Mehrkosten für alternative Antriebe im Vergleich zu einem herkömmlichen Lastkraftwagen bis zu einer Höhe von 40 Prozent. Je nach Antriebsart des Lkw kann die Summe variieren:

  • 8000 Euro bei Antrieben mit komprimiertem Erdgas (CNG)
  • 12.000 Euro bei einem Antrieb mit flüssigem Erdgas
  • 12.000 Euro für Elektrolaster bis einschließlich 12 Tonnen Gesamtgewicht
  • bis zu 40.000 Euro für elektrisch angetriebene Lastkraftwagen mit höherem Gesamtgewicht

Von diesem Umstieg profitieren alle - die Speditionen, die Umwelt und die Anwohner besonders belasteter Straßen.

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Dass der Umstieg auf umweltfreundliche Varianten dringend notwendig ist, zeigt ein Blick auf die Verkehrs-Statistik aus dem vergangenen Jahr. Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt belief sich die Anzahl der Lkw in Deutschland auf rund 2,9 Millionen Fahrzeuge. Davon verfügten knapp 2,6 Millionen Fahrzeuge über einen Diesel-Antrieb, etwa 118.000 über einen Benzin-Antrieb.

Was gilt es vor der Antragstellung zu beachten?

Die Bearbeitung der Anträge erfolgt dabei in der Reihenfolge des Eingangs. Das bedeutet: Transportdienstleister und Werkverkehre, die ihre Förderanträge zuerst stellen, werden bevorzugt behandelt. Wichtig dabei: Antragsteller müssen die Förderung vor Eingang einer verbindlichen Verpflichtung beantragen. Das heißt, dass der Förderantrag noch vor einer verbindlichen Bestellung, dem Abschluss des Kaufvertrags oder des Gebrauchsüberlassungsvertrags abgeschickt sein muss.

Eine Autobahn in Deutschland aus der Vogelperspektive.
Dank der Förderung des BAG könnten schon bald mehr und mehr umweltfreundlichere LKW auf deutschen Autobahnen unterwegs sein. Foto: Shutterstock / Philip Lange

Dabei gibt es jedoch einige Bedingungen zu beachten:

die Unternehmen müssen zum Zeitpunkt des Antrags einen entsprechenden Güterverkehr im Sinne des § 1 Güterkraftverkehrsgesetz (GüKG) durchführen

  • sie müssen zukünftiger Eigentümer oder Halter von mindestens eines in Deutschland zugelassenen Fahrzeugs mit alternativem Antrieb sein
  • die Fahrzeuge müssen als serienmäßiges Neufahrzeug in einem EU-Mitgliedstaat zum Verkauf angeboten worden sein

Unter diese Richtlinie fallen Lkw und Sattelzugmaschinen für den Güterverkehr, deren zulässiges Gesamtgewicht mindestens 7,5 Tonnen beträgt.

  • die Lkw müssen dem in den Unionsnormen vorgeschriebenen Umweltschutzniveau entsprechen
  • die Trucks müssen außerdem mindestens vier Jahre beim antragsteilenden Unternehmen in Deutschland fahren

Mit dem aktuellen Förderprogramm EEN wird die bisherige Förderung im Rahmen des De-minimis-Programms ergänzt. Hierbei handelt es sich um Zuschüsse für die Umrüstung auf Elektro-Lkw. Im Gegensatz zum EEN, sind die Zuschüsse durch De-minimis allerdings bei insgesamt 33.000 Euro im Jahr gedeckelt – hier fallen auch andere Förderungen, wie etwa die E-Lastenräder-Bezuschussung mit hinein. Umgerechnet werden dabei pro mautpflichtigem Lkw 2000 Euro angesetzt – also eine sehr viel geringere Summe als bei der neuen Förderung.

Welche Vorteile bieten die Elektro-LKW den Unternehmen?

Neben der Förderung unter anderem für den Kauf elektrisch angetriebener Lkw, könnte eine weitere Maßnahme in Zukunft für mehr Elektro-Lkw auf den Straßen sorgen: Bereits im April wurde darüber diskutiert, dass E-Lkw ab dem kommenden Jahr keine Lkw-Maut mehr zahlen müssen. Diese Entlastung könnte gerade Unternehmen einen entscheidenden Anstoß geben, die den Umstieg in Richtung Elektromobilität planen.

Die seit 2005 erhobene Gebühr bringt derzeit mehr als 4,5 Milliarden Euro pro Jahr in die Bundeskasse. Durch die Einsparung der Maut könnten Unternehmen und Speditionen jährlich einige Tausend Euro pro Elektro-Lkw einsparen.

Batterie statt Kraftstoff: Wirft man einen Blick auf die Alternativen, gibt der Markt an Elektro-Lkw aktuell rund zehn verschiedene Modelle her, darunter von Nissan, Mercedes-Benz, der niederländischen Firma Emoss und dem Schweizer Unternehmen E-Force. Reichweite sind – je nach Modell – bis zu 250 Kilometern möglich. Rein batterieelektrische Leicht-Lkw sind auf den deutschen Straßen schon durchaus präsent. So sind kleine E-Lkw zum Beispiel schon bei der Post-Tochter DHL in der Paketauslieferung im Einsatz.

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