Elektromobilität

Genfer See: Elektrische Tragflächenboote als Wassertaxis

von Paul Bandelin

Auf dem Genfer See sollen bald elektrisch betriebene Wassertaxis verkehren. Die Elektroboote könnten die Stadt entlasten – aber noch gibt es einige Hürden.

Wellen auf der Wasseroberfläche.
Wasserwege als Alternative zu überfüllten Straßen: Auf dem Genfer See könnten zukünftig Wassertaxis mit Elektromotor den Verkehr entlasten. Foto: Unsplash/Kevin Bluer

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein Wassertaxi über den Genfer See schweben soll
  • Warum ein Tragflächenboot Städte entlasten kann
  • Mit welchen Schwierigkeiten das Elektroboot noch kämpft

Wie ein Wassertaxi über den Genfer See schweben soll

Auf dem Genfer See sollen bald elektrische Tragflächenboote als Wassertaxis verkehren. Sea Bubbles heißt die futuristisch anmutende Entwicklung des gleichnamigen französischen Unternehmens, das die Elektromobilität auf dem Wasser voranbringen will.

Bereits 2016 testete das Unternehmen die Taxis auf der Seine. Auf Drängen der etablierten Schiffsbetreiber lehnte Paris die Boote jedoch ab. Jetzt soll die Technik in der Schweiz zum Einsatz kommen.

Äußerlich sieht das Wassertaxi wie ein modifiziertes Auto ohne Motorraum aus, das auf einem U-förmigen und einem T-förmigen Flügel, den sogenannten Foils, über das Wasser gleitet. Dadurch verringert sich der Reibungswiderstand um bis zu 50 Prozent, so Anders Bringdal, einer der Mitentwickler.

Bei der Art der Fortbewegung, Foiling, drückt der Auftrieb die unter dem Wasser liegende Tragflügel hoch. Der Rumpf berührt somit das Wasser nicht mehr und das Vehikel „schwebt“ dank der kufenartigen „Foils“ über der Wasseroberfläche.

In das vier Meter lange und zwei Meter breite Boot passen vier Passagiere plus Steuermann. Für den Antrieb sorgen zwei Elektromotoren mit einer Leistung von je zehn Kilowatt, die zwei Schiffspropeller in Gang bringen. Die Stromversorgung übernimmt ein 20-Kilowattstunden-Akku.

Warum ein Tragflächenboot Städte entlasten kann

Einmal in Serie gegangen, sollen die Tragflächenboote per App buchbar sein – und so für mehr Mobilität auf dem Wasser sorgen. Zumindest in Städten, deren Wasserfläche sich im Zentrum oder dessen Nähe befindet.

Hinter der Idee der beiden Erfinder steckt eine Entlastung der oftmals überfüllten Innenstädte in europäischen Metropolen. Denn auch Elektroautos kommen in Staus nicht voran – oder verursachen sogar selbst welche.

Die Wassertaxis wiesen in Tests eine hohe Stabilität auf, was gerade bei von anderen Verkehrsteilnehmern verursachten Wellen besonders wichtig ist. Um jederzeit die optimale Höhe über der Wasseroberfläche und so den geringsten Reibungswiderstand zu garantieren, wurde die Unterseite des Rumpfes mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet.

Das zu 100 Prozent elektrisch betriebene Wassertaxi lädt sich bei jeder Anlandung am Dock automatisch auf. Während die Passagiere ein- und aussteigen, fließt der von Solarzellen sowie Wasserturbinen produzierte Strom ins Boot.

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Mit welchen Schwierigkeiten das Elektroboot noch kämpft

Noch müssen sich die Betreiber in Geduld üben. Bei der Präsentation in Genf, Mitte April 2018, musste der Test unterbrochen werden, weil der Motor auf einen nicht weiter definierten Gegenstand im Wasser getroffen war. Zudem schlägt den Betreibern bisher noch ein rauer Wind der Schweizer Bürokratie wegen des Baus eines Docks entgegen.

In der Luft und im Wasser: Derzeit arbeiten einige Unternehmen – von den großen Herstellern bis hin zu kleinen Start-ups – an Booten und Flugzeugen mit Elektromotor. Elektrischer Antrieb ist also nicht nur auf den Straßen auf dem Vormarsch.

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