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Technik

Elektrifizierung: Startup vernetzt Dörfer in Entwicklungsländern

von Marten Zabel

Das Start-up Solshare bringt die Elektrifizierung in abgelegene Regionen – und sorgt dafür, dass die Vorteile der Solarenergie nicht verloren gehen.

Luftaufnahme der Erde bei Nacht. Die Lichter der Städte wirken wie ein goldenes Netz.
Alles ist miteinander verbunden: Ein großer Teil lokaler Sonnenenergie geht in Entwicklungsländern bisher verloren. Das Startup Solshare will das jetzt ändern. Foto: Shutterstock / capitanoproductio

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum es so viele einzelne kleine Solaranlagen gibt
  • Wie die Vorteile der Solarenergie bisher oft verpuffen
  • Welche Lösung ein Energie-Startup für das Problem hat
  • Wie Solshare die Elektrifizierung ausbaut

Warum es so viele einzelne kleine Solaranlagen gibt

Bei der Elektrifizierung der Welt ist vor allem die Infrastruktur ein großes Problem. Während in Deutschland über Transporttrassen für Windenergie von Nord nach Süd gestritten wird, erzeugen in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern häufig die Verbraucher selbst den Strom mit eigener Technik – kleinen Photovoltaikanlagen oder winzigen Windkraftanlagen.

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In Afrika kümmert sich zum Beispiel der Rapper Akon um die Verbreitung von Solaranlagen. Doch kein Land der Welt hat mehr Solaranlagen ohne Anschluss an ein Stromnetz als Bangladesch. In Indiens kleinerem Nachbarstaat gibt es viele verstreute Dörfer, deren Anschluss an Leitungen utopisch wäre. Neben Benzin- oder Diesel-Generatoren nutzen immer mehr Menschen daher eigene Solarzellen, um Strom für Licht oder Smartphones lokal zu gewinnen.

Wie die Vorteile der Solarenergie bisher oft verpuffen

Bei dieser dezentralen Produktion von Solarenergie geht viel Potential verloren: Das Start-up Solshare, von zwei Deutschen und einem Dänen in Bangladeshs Hauptstadt Dhaka gegründet, hat errechnet, dass rund 30 Prozent der Energie aus lokalen Photovoltaikanlagen weder in hauseigenen Batterien gespeichert noch direkt verbraucht wird, wenn die Sonne scheint.

Vor allem außerhalb der Regenzeit ist die Überproduktion hoch, da die Anlagen meist darauf ausgerichtet sind, die Bedürfnisse ihrer Besitzer in der bewölkten Jahreszeit zu stillen und entsprechend im Rest des Jahres eher zu groß sind.

Ein Kind trägt auf dem Rücken ein kleines Solarpanel.
Überlebenswichtig: Mithilfe kleiner Solarpanel können sich Menschen in Entwicklungsländern selbständig mit Energie versorgen. Das Foto zeigt ein Kind auf der Flucht von Myanmar nach Bangladesch – es gehört zur verfolgten Minderheit der Rohingya. Foto: picture alliance/AP Photo

Welche Lösung ein Energie-Startup für das Problem hat

Die Lösung ist laut den Gründern von Solshare eine smarte Vernetzung auf lokaler Ebene: In einzelnen Dörfern können sich die Produzenten von Solarstrom zu einem kleinen Stromnetz zusammenschließen und so den Verbrauch verteilen.

Mit einer Steuerungseinheit namens SOLbox kann jeder Teilnehmer bestimmen, wie viel Strom er zu welchem Preis ins Netz einspeisen möchte. So können auch Verbraucher Strom kaufen, die keine eigenen Solarzellen haben.

Wie Solshare die Elektrifizierung ausbaut

Die Hardware für das Netz kostet aktuell unter 100 Dollar, der Preis soll allerdings noch unter die 50-Dollar-Marke gedrückt werden. Selbst der Betrieb von Energiefressern wie Kühlschränken wird dadurch möglich, was sich wiederum wirtschaftlich positiv auf andere Lebensbereiche auswirkt.

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In ihrem ersten Testlauf haben die Unternehmer und Ingenieure von Solshare zunächst sieben Mikrostromnetze mit insgesamt 150 Haushalten aufgebaut. Das Konzept funktioniert, und so arbeiten sie derzeit am ersten größeren Netz mit bis zu 1500 Haushalten.

Läuft es gut, könnte das Konzept Schule machen und sich auch außerhalb von Südasien bewähren: Lokal produzierter Strom benötigt nicht zwangsweise lange Transporttrassen, um Schwankungen im Verbrauch auszugleichen – und von Bergdörfern in Bangladesch über Nomadencamps in Zentralasien bis hin zu entlegenen Farmen in Südamerika ist Sonnenenergie eine immer beliebtere Energiequelle.

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