Leben

Einer der ersten: Flixbus unterstützt Google Pay in Deutschland

von Alexander Kraft

Google Pay macht das Smartphone zur digitalen Kreditkarte. Noch ist die Anzahl offizieller Partner klein, weitere dürften folgen. Ebenso die Konkurrenz.

Eine junge Frau macht es sich mit ihrem Smartphone auf einem Sofa gemütlich – und bezahlt vielleicht schon mit Google Pay.
Entspannt vom Sofa aus shoppen: Google Pay will das Bezahlen im Internet vereinfachen und vereinheitlichen. Foto: Shutterstock / Undrey

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Vorteile Google Pay verspricht
  • Wie der Bezahldienst funktioniert
  • Warum die Sparkasse dem Internetdienstleister gefährlich werden könnte

Es war letztlich nur eine Frage der Zeit, bis Google seinen hauseigenen Bezahldienst auch nach Deutschland bringen würde. In anderen Ländern lässt sich bereits seit längerem mit Android-Smartphones bezahlen. Am 26. Juni ist Google Pay für Android offiziell auch in Deutschland gestartet.

Flixbus: Einer der ersten – und wenigen

Es passt in unsere Zeit, in unser mobiles Leben: das Smartphone als Allzweckwerkzeug, immer griffbereit in der Tasche. Mit Google Pay will der Internetdienstleister Google das Smartphone nun auch zur digitalen Kreditkarte machen.

Ein Flixbus unterwegs. Die Tickets für die Mitfahrt lassen sich auch per Google Pay bezahlen.
Flixbus zählt zu den ersten Partner, die Google Pay als Zahlungsmethode akzeptieren. Foto: Flixbus

Flixbus, der Quasi-Monopolist für Fernbusreisen, gehört zu den ersten Dienstleistern, die Google Pay als Bezahlmethode in ihr System integriert haben. Statt wie bisher die Kreditkarte dort zu hinterlegen, reicht es fortan, das Ticket mit Google Pay zu bezahlen. Erst kürzlich machte das Unternehmen mit geplanten Elektrobussen von sich reden.

Neben Flixbus bieten unter anderem auch Adidas, Ryanair und Deliveroo Google Pay in ihrer jeweilige Android-App an.

Der Vorteil der Google-Pay-App für Android-Nutzer: Es reicht, die Bezahldaten einmalig dort zu hinterlegen. Überall dort, wo Google Pay unterstützt wird, lässt sich anschließend mit dem Smartphone bezahlen, online wie offline.

Dadurch hat man seine sensiblen Kontodaten zentral in einer Anwendung gespeichert, auf die andere wiederum zugreifen können. Die Kontodaten müssen so nicht gesondert in jedem Dienst einzeln eingetragen werden.

Zum einen hilft das der Übersichtlichkeit und beschleunigt zum anderen die Abläufe, weil sich so auch spontan neue Services in Anspruch nehmen lassen – sofern sie bereits Partner sind. Denn bislang ist die Liste der teilnehmenden Partner hierzulande noch überschaubar:

Offizielle Partner von Google Pay (Stand: Juni 2018):

  • Adidas
  • Aldi Süd
  • Hornbach
  • Kaufland
  • Lidl
  • McDonald’s
  • Media Markt
  • Saturn

Apps und Webseiten:

  • Adidas
  • Asos
  • Deliveroo
  • Hotel Tonight
  • Ryanair
  • Share the Meal
  • Flixbus

Laut Google lässt sich der neue Bezahldienst jedoch auch in allen Geschäften nutzen, die kontaktloses Bezahlen via NFC akzeptieren, zu erkennen an dem Symbol mit den vier Schwingen (ähnlich dem Wifi-Symbol).

Kein Google Pay ohne Android

Es klingt verlockend: Kurz das Handy gezückt, ans NFC-Terminal gehalten und schon ist der Coffee to go bezahlt. Um aber von den Vorteilen, die Googles kontaktloses Bezahlen verspricht, zu profitieren, sind ein paar Bedingungen zu erfüllen. Zuvorderst ist ein NFC-fähiges Smartphone mit Android-Betriebssystem erforderlich, und zwar mit mindestens Android 5.0. Die aktuellste Version ist Android 8, auf den meisten Geräten verbreitet ist Android 7.

Außerdem müssen Sie Kunde einer der teilnehmenden Banken sein und eine Kreditkarte besitzen. Bislang unterstützen lediglich vier Banken den mobilen Bezahldienst: Boon, Comdirect, Commerzbank und N26. Später folgen sollen die Landesbank Baden-Württemberg/ BW Bank und Revolut – allerdings noch ohne Termin.

Konkurrenz kommt und geht – wer bleibt?

Bezahl-Apps gab es schon vorher. Die meisten scheiterten jedoch an zu geringer Akzeptanz. Die Telekom wollte ihren eigenen Service etablieren, Vodafone genauso – in beiden Fällen nutzten die Kunden das Angebot nicht ausreichend.

Trotzdem bekommt Google Pay auch in Deutschland demnächst wieder Konkurrenz. Die Sparkasse hatte fast zeitgleich zu dessen Deutschlandstart angekündigt, seinen Kunden über die eigene App mobiles Bezahlen zu ermöglichen. Bereits ab Ende Juli oder Anfang August 2018 könnte es so weit sein. Eine Kooperation mit Google schloss die Sparkasse derweil via Twitter aus.

Apple Pay, Googles größter Konkurrent, schließt die Sparkasse als Alternative hingegen nicht aus. Bei Twitter schrieb die Sparkasse: "Wir sind grundsätzlich an Apple Pay interessiert." Wenngleich auch diese unverbindliche Aussage nichts heißen muss.

Der Grund, warum die Sparkasse einer Zusammenarbeit mit Apple gegenüber aufgeschlossener ist, dürfte einen einfachen Grund haben:

Apple hat die NFC-Schnittstelle, erforderlich für bargeldloses Bezahlen mit dem Smartphone, für Drittanbieter gesperrt. Somit können Finanzinstitute keine eigenen Bezahlservices auf iPhones installieren. Allein in Deutschland nutzt rund ein Drittel aller Smartphone-Besitzer iOS, also ein iPhone.

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Apple bietet mit Apple Pay einen nahezu identischen Bezahldienst für seine iOS-Geräte an. Einen Starttermin für Deutschland gibt es bis dato jedoch nicht.

Tipp zum Schluss: Sollte es mit dem kabellosen Bezahlen wider Erwarten nicht klappen, kann es sich lohnen in den Smartphone-Einstellungen nachzuschauen. Unter Einstellungen → Verbindungen→ NFC und Zahlung→ Menü rechts oben (drei Punkte) → Standard-NFC-Methode sollte "Android-Betriebssystem" sein. Steht die Einstellung auf "automatisch" kann es, zum Beispiel bei Samsung-Telefonen, zu Problemen kommen.

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