Technik

Eine neue Batterie soll Elektroautos flott machen

von Sabine Franz

Eine neue, günstige Batterie könnte Elektroautos für alle erschwinglich machen. Sie kostet weniger als ein Lithium-Ionen-Akku – und ist dabei sogar noch sicherer.

Eine neue Batterie soll Elektroautos flott machen
Einfach wie Haushaltsbatterien: Die neuen Akkus könnten die Elektromobilität radial vorantreiben. Foto: aio

Das erfahren Sie gleich:

  • Polymertechnologie ermöglicht eine ganz neue Art von Batterie
  • Entwickler versprechen: Nie wieder Akkubrand im Elektroauto
  • Erneuerbare Energien könnten per mobilem Paket verschickt werden

Silicon-Valley-Ikone glaubt an die neue Batterie

E-Autos, die mit günstigen, aufladbaren und nicht entflammbaren Batterien fahren – das ist keine ferne Zukunftsvision, sondern kann in nur zwei bis drei Jahren auf den Weg gebracht werden. Das sagt Silicon-Valley-Ikone Bill Joy voller Überzeugung. Und was der amerikanische Software-Entwickler voraussagt, ist meist kein leerer Hokus-Pokus. Sein Know-how ist in der Technologiebranche gefragt, seine provokanten Prophezeiungen wie etwa die, dass die wichtigsten Technologien des 21. Jahrhunderts den Menschen zu einer vom Aussterben bedrohten Art machen, werden heiß diskutiert. Der 62-Jährige war Chief Scientist von Sun-Microsystems, Mit-Erfinder des Systems Linux sowie der Computersprache Java.

Bill Joy ging es in der Batterie-Industrie lange nicht schnell genug.

Unweltfreundliche Technologie ist schon lange sein Spezialgebiet. Und so investiert Bill Joy, dem es in der Batterie-Industrie lange nicht schnell genug ging, sein Geld aktuell auch in das Technologie-Unternehmen „Ionic Materials“ mit Sitz in Massachusetts. Die Forscher dort haben eine Batterie entwickelt, die den Markt endlich revolutionieren soll: Polymertechnologie lautet das Erfolgsmodell.

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Günstiger als Lithium-Ionen-Akkus

Während gewöhnliche Alkali-Batterien, mit denen Kleinelektrogeräte funktionieren, in der Regel nicht wiederaufladbar und damit für Elektroautos oder Handys unbrauchbar sind, setzt Ionic Materials auf plastikähnliches Polymer, welches das flüssige Elektrolyt ersetzt und mit verschiedenen Batteriesubstanzen wie Lithium, Zink und Aluminium eingesetzt werden kann. Das Ergebnis ist eine ebenso effiziente wie umweltfreundliche Alkalibatterie, die im Test mindestens 400 Mal auf- und entladen werden konnte. Durch die preiswerteren Zutaten ist sie außerdem erheblich billiger als Lithium-Ionen-Akkus, die bislang etwa in Smartphones, Computern, Pedelecs und E-Autos zum Einsatz kommen. Und sicherer noch dazu, denn die Polymer-Alkali-Batterien können anders als Lithium-Ionen-Batterien nicht in Flammen aufgehen oder explodieren. Weder Nägel noch Schusswaffen werden ihnen gefährlich, demonstrieren die Entwickler in einem Video.

Autos so einfach laden wie ein Smartphone

Den Firmengründer von „Ionic Materials“, Mike Zimmerman, ist Professor der Tufts-University und Batterieentwickler. Er kennt Bill Joy bereits seit Jahren. „Zimmerman tüftelte zunächst im Keller seines Hauses“, erinnert sich Joy, „es sah schrecklich aus.“ Hat sich aber gelohnt, der Technologie-Guru hält den Durchbruch des Erfinders für preiswürdig. „Es ist eine neue Form der Materie, die Zimmerman erfunden hat“, frohlockt Bill Joy. In naher Zukunft könnte die neue alkalische Batterietechnologie in der Unterhaltungselektronik, in Elektroautos und als Energiespeicher für das Stromnetz eingesetzt werden. Dann wäre es Alltag, dass Autos so unkompliziert aufgeladen werden wie ein Smartphone. Und dass erneuerbare Energien wie Wind- und Wasserkraft viel effizienter gespeichert und genutzt werden könnten. Bill Joy spricht sogar vom „Energy-Internet“: „Wenn ich in einem texanischen Windpark spät in der Nacht Strom erzeuge, kann ich einfach eine Kilowattstunde – als Energiepaket - an jemanden an einem anderen Ort senden, der es später verwendet oder einfach speichert.“

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