Technik

Der neue Paketroboter: Ein selbstfahrendes Auto mit Lieferarm

von
Marten Zabel

Mit Lotte hat die Firma Cleveron eine Mischung aus selbstfahrendem Auto und Lieferroboter erschaffen. Das soll in der Logistik Arbeitskräfte einsparen.

Das selbstfahrende Auto von Cleveron ist ein Paketroboter mit ausfahrbarem Lieferarm.
Das selbstfahrende Auto von Cleveron ist ein Paketroboter mit ausfahrbarem Lieferarm. Foto: Cleveron

Das erfahren Sie gleich:

  • Warum das selbstfahrende Auto namens Lotte einen Greifarm hat
  • Wie der autonome Paketroboter auf Straßen fahren und spezielle Packstationen bestücken kann
  • Ab wann der Roboter in Estland in der Logistik zum Einsatz kommen soll

Ein selbstfahrendes Elektroauto ist zwar bereits ein Roboter für die Straße, den Paketboten ersetzt es aber noch nicht. Das will die Firma Cleveron jetzt ändern: Lotte fährt auf der Straße und liefert Waren aus, die in einer dazugehörigen Paketbox hinterlegt werden. Der Empfänger muss diese dann nur noch aus der Packstation abholen. In Estland soll in den kommenden Jahren der erste Test der Technik anlaufen.

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Lotte ist in etwa so groß wie ein flacher Kleinwagen und bietet Platz für mehrere mittelgroße Pakete. Der Plan für den Einsatz ist ähnlich wie bei einem regulären Lieferwagen mit menschlicher Besatzung: Ein Mitarbeiter bestückt Lotte im Logistikzentrum mit der zu liefernden Ware und das autonome Elektroauto macht sich dann alleine auf den Weg zur Liefertour. Der Robo-Lieferwagen fährt dann einzelne Packstationen ab und parkt direkt davor. Die Packstation kann sich selbst öffnen und Lotte setzt dann das Paket in das Fach ein und setzt seine Tour danach fort.

Selbstfahrende Autos und Paketroboter

Via App informiert das System den Empfänger über die Ankunft der Lieferung. Er kann das Fach per Smartphone öffnen und sein Paket entnehmen. Die Nutzung einer passenden Packstation durch Lotte löst damit auf recht einfache Weise das Problem der sogenannten letzten Meile, die für Lieferroboter immer noch ein großes Hindernis darstellt.

Zwar können Lieferroboter Dinge bis zum Grundstück des Adressaten bringen. Vorgärten, Treppen und die Klingelsysteme von Mehrfamilienhäusern bleiben allerdings derzeit unlösbare Probleme für die Technik. Diesen letzten Schritt übernimmt beim Konzept des Lieferroboters mit Packstation der Empfänger selbst – und die Auslagerung von Arbeit an den Endkunden ist ein Konzept, das spätestens seit Ikea weltweit als Erfolgsmodell gelten kann.

Roboter in der Logistik

Lotte ist einer der ersten funktionsfähigen Lieferroboter, die den Menschen fast vollständig aus der Logistikkette herausnehmen. Wenngleich im ersten Video des Herstellers Cleveron noch ein Mensch Pakete in den Ladeschacht packt, dürfte sich auch diese Aufgabe relativ einfach automatisieren lassen.

Kommen für die Langstrecke noch autonome Lkw und gar Schiffe hinzu, muss zwischen der Fabrik in China und dem Kunden in einer Vorstadt von Berlin gar kein Mensch mehr die Ware anfassen. Das dürfte jede Menge Geld sparen – wie sich das auf die Gesellschaft auswirkt, muss sich allerdings noch zeigen.

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Zunächst einmal muss Lotte auf der Straße beweisen, dass Cleveron das Konzept auch in die Realität umsetzen kann. Der Probebetrieb soll 2020 in Estland starten, langfristig sind dann Packstationen in weiteren Ländern geplant.

Aus dem Nichts kommt Cleveron dabei nicht: Das Unternehmen betreibt in den USA für die Warenhauskette Wal Mart Abholstationen für Kunden, die Dinge per Internet bestellt haben. Mit Packstationen hat es also Erfahrung. Jetzt muss es sich noch in Sachen Straßenrobotik und autonomer Postlieferung beweisen.

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