Technik

Centauro: Uni Bonn entwickelt einen Roboter für Krisengebiete

von Carsten Fischer

Der Roboter Centauro soll künftig in Krisengebieten vor Ort sein und dorthin gelangen, wo Menschen nicht hin können – die DARPA hat ähnliche Pläne.

Ein Roboter-Arm vor gelbem Grund.
Der humanoide Roboter, so glauben viele Wissenschaftler, macht es Menschen leichter, sich an die Technik zu gewöhnen. Foto: Shutterstock/ Ociacia, aio

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie ein Roboter in Zentauren-Optik in Krisengebieten zum Einsatz kommen soll
  • Wie Centauro sich dank intelligenter Beinstruktur auch in unwegsamem Gelände stabil fortbewegen kann
  • Warum die DARPA als Vorbild dient – und parallel Roboter für die Katastrophenrettung entwickeln will

An der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn haben Ingenieure zusammen mit Kollegen vom IIT (Istituto Italiano di Tecnologia) in Genua einen ausgefallenen Rettungsroboter entwickelt. Äußerlich ähnelt er einem Zentauren, dem Mischwesen zwischen Mensch und Pferd aus der griechischen Mythologie. Sein passender Name: Centauro. Sein Einsatzgebiet: Überall da, wo Krisen herrschen.

Ein Roboter aus der griechischen Mythologie im Krisengebiet

Von Anfang an war es das Ziel der Wissenschaftler, einen Roboter zu entwickeln, der in schwer zugängliche und gefährliche Umgebungen vordringen kann. Der Clou: Der Zentaur ist so konzipiert, dass er sich auch über vergleichsweise große Hindernisse hinweg bewegen und widrigen Umständen trotzen kann. So kann die Technik ihrer Hauptaufgabe nachkommen: dem Einsatz bei Katastrophen.

Seine intelligente Beinstruktur verleiht ihm die benötigte Mobilität. An den unteren Enden der vier mit Doppelgelenken ausgestatteten Beine sind Räder befestigt, die sich in jede Richtung bewegen können. Centauro kann seine Beine zudem auf und ab bewegen – ähnlich den humanoiden Robotern von Boston Dynamics. Mit seinen ebenso beweglichen Armen kann er Gegenstände greifen, heben und behutsam wieder absetzen.

Humanoide Roboter sind sicherlich die Hauptforschungslinie der Gruppe am IIT, da wir davon überzeugt sind, dass dieses Körperdesign langfristig effektiver sein wird, um in menschlichen Infrastrukturen zu agieren und zu funktionieren.

Nikos Tsagarakis, Teamleiter am Istitutio Italiano di Tecnologia

Der Roboter kommt auf eine Höhe von 1,5 Metern und wiegt 93 Kilogramm. Sein Skelett besteht aus leichten Metallen und sein Körper ist mit Kunststoffteilen aus dem 3D-Drucker überzogen. Mittels Batterien kann der Centauro rund zweieinhalb Stunden lang agieren. Ihn zu steuern, ist eine sehr komplizierte Angelegenheit, die eine Menge Übung erfordert. Nicht zuletzt aufgrund seiner vier Beine und des komplexen Aufbaus.

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DARPA-Roboter Momaro als Vorbild

Obwohl sich rein äußerlich eine Ähnlichkeit mit einem Zentaur nicht leugnen lässt, basiert Centauro auf dem Roboter Momaro. Er bewegt sich ebenso auf vier Rädern, die an Beinen angebracht sind. Außerdem verfügt er links und rechts vom Torso über zwei menschenähnliche Arme. Entwickelt haben den Roboter die Unternehmen Aero aus Japan und Grit aus Russland in Kooperation mit der DARPA. Die Behörde des Verteidigungsministeriums der USA (Defense Advanced Research Projetcs Agency) arbeitet neben Roboternauch an der Entwicklung neuer E-Antriebe und der Neuerfindung der Reifen arbeitet.

Die Macher von Centauro wollen den Roboter nun solange weiterentwickeln, bis er sich vollkommen autonom durch die Krisengebiete bewegen kann und selbstständig weiß, wie er wann zu agieren hat. Wie Roboter auch Menschen aus Katastrophengebieten retten sollen, das will jetzt auch ein Wettbewerb der DARPA ergründen.

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