Gesundheit

Grünanlage als Filter: Wie ein Parkfriedhof Regenwasser reinigt

von Marten Zabel

Ein umgestalteter Parkfriedhof in den USA wird zum Schwamm für verschmutztes Regenwasser – ohne die historische Nutzung der Grünanlage zu stören.

Eine Grünanlage, die an eine betonierte Straße grenzt.
Weniger Beton, mehr Grünanlage: Ein Parkfriedhof in den USA wird zum Vorzeigeprojekt einer Umweltorganisation. Foto: Shutterstock / Sitthawit Treesinchai

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie der historische Parkfriedhof Mount Olivet Cemetary zum Umweltschutz beitragen kann
  • Wie die Grünanlage Regenwasser reinigen soll
  • Wie das Projekt den Friedhof auch vor externen Investoren schützt

Regenwasser, das nicht im Boden versickert, sondern abfließt, ist in vielen Städten der Welt ein großes Problem. Mehr und mehr Flächen sind zubetoniert und damit versiegelt.

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Der historische Friedhof Mount Olivet Cemetary in Washington, DC erhielt jüngst eine Umgestaltung, um diese Problematik zu bekämpfen. Aus dem Parkfriedhof wird damit ein Regengarten im urbanen Raum. Er macht das Wasser sauberer und kann gleichzeitig seine historischen Wurzeln und Strukturen behalten.

Eines der vielen Probleme zunehmender Verstädterung auf der Welt ist, was mit Regenwasser passiert. Kann der Regen nicht versickern, fließt er über geschlossene Betondecken ab, so nimmt er Dreck und Unrat mit, die dann im nächsten Gewässer landen. Oder er führt zu Überflutungen an tiefer gelegenen Stellen. In Verbindung mit einem Kanalisationssystem kann das auch noch zu Gesundheitsrisiken führen.

Friedhöfe dienen auch den Lebenden. Wir pflegen dieses Land gut, damit diejenigen, die hierherkommen, um sich an ihre Toten zu erinnern und für sie beten dies in schöner, friedlicher und angenehmer Umgebung tun können.

Kardinal Donald Wuerl, Washingtons Erzbischof

Heilige Grünanlage: Parkfriedhof als Umweltreiniger

Auf dem Mount-Olivet-Friedhof gab es ganz ähnliche Probleme, die nur ein Teil der Gesamtproblematik der Region sind. Die Tatsache, dass jährlich rund zwölf Milliarden Liter Regenwasser und unbehandelte Abwässer in die Flüsse um Washington fließen, macht die Region zur am schnellsten wachsenden Verschmutzungsquelle für Süßwasser weltweit.

Der Friedhof soll jetzt einen Teil davon auffangen und wurde entsprechend in einigen Bereichen umgestaltet. Das Projekt ist eine Kooperation zwischen der Erzdiözese Washington und der Umweltschutzorganisation Nature Conservancy.

Der Friedhof hat eine Gesamtfläche von rund 34 Hektar. Vier davon waren bislang mit undurchlässigen Flächen bedeckt. Betonierte Straßen und Wege etwa sind für Regenwasser ein Problem – und führen dieses letztlich in den nahe gelegenen Fluss Hickory Run ab.

Das Projekt reduzierte diese Fläche jetzt in einem ersten Schritt um etwa fünf Prozent, indem selten genutzte Straßen enger wurden oder komplett verschwanden. Stattdessen entstanden hier Grünflächen. Regengärten sind speziell darauf ausgerichtet, mit Pflanzen, Erde und Gestein Verschmutzung aufzunehmen und zu filtern.

Wie Pflanzen auch im Kampf gegen die Luftverschmutzung zum Einsatz kommen, zeigen Projekte wie der City Tree oder eine Pflanz-Offensive in China.

Ein ewiger Ort für Regenwasser

Neben der Reinigung des vom Stadtverkehr und von der Industrie verschmutzten Regenwassers bietet der Friedhof nun auch mehr Lebensraum für Tiere. Der Gewinn ist für die gesamte Region groß: Es entstehen ganz nebenbei auch noch neue Arbeitsplätze im Landschaftsgartenbereich und die Wasserqualität wird messbar steigen.

Die Nutzung des Friedhofs für Bestattungen soll in den kommenden Jahren enden, wenn die Grabplätze voll sind. Im Gegensatz zur hiesigen Praxis werden Gräber in den USA ohne zeitliche Begrenzung angelegt.

Der Friedhof wird als historische Begräbnisstätte auf unbestimmte Zeit so bleiben. Damit ist er auch vor der Erschließung durch Investoren geschützt, die statt Grünflächen lieber vermarktbaren Beton verteilen würden.

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