Elektromobilität

Ein Mega-Ladecenter für die Megacity

von Leonie Butz

In der Megacity Shanghai ging jetzt das wohl größte Solar-Ladestation-Center der Welt ans Netz. Ist das ein Vorbild für Großstädte in Deutschland?

Ein Mega-Ladecenter für die Megacity
Ladestationen für die Megacity: Mit nur zehn Mega-Ladecentern könnte eine Großstadt für die Elektromobilität ausgesorgt haben. So zumindest die Annahme von Tellus Power. Foto: Unsplash/paveldvorak

Das erfahren Sie gleich:

  • In Shanghai entstanden jetzt auf 2500 Quadratmetern 44 vorwiegend solar-betriebene Schnellladestationen
  • Für eine Megacity wie Shanghai könnten zehn dieser Center den Mangel an Ladestationen endgültig beenden
  • Auch in Deutschland könnten ähnliche Gebäude entstehen und die Elektromobilität vorantreiben

Ein Gebäude, sie alle zu laden

Die blau-graue Kuppel ragt wie ein Fremdkörper aus der grünen Umgebung. Ein kleines Wäldchen, das die riesige Ladestation von dem dahinter liegenden Wohngebiet abgrenzt. In leuchtenden grünen Lettern steht der Name des Unternehmens auf dem Gebäude: Tellus Power. Das stadionartige Gebilde ist das weltweit größte Ladecenter für Elektroautos – sagt das Unternehmen selbst. Vor der Kuppel finden sich einige Elektroauto-Parkplätze in leuchtendem Grün, aber die meisten Stationen sind unter dem Dach.

Bis zu 400 Elektroautos können am Tag an den 44 Ladestationen mit Strom versorgt werden.

Zwei Jahre hat der Bau des Gebäudes gedauert. Auf rund 2500 Quadratmetern soll das "Mega-Ladecenter" Elektroautos der Megacity größtenteils mit Solarstrom aufladen. Das blaugraue Dach des Gebäudes ist deshalb vollständig mit 90 Kilowatt-Photovoltaik-Modulen bedeckt. Jährlich sollen so rund 80.000 Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Bei Überproduktion soll dieser intern gespeichert oder ans öffentliche Stromnetz abgegeben werden. Bis zu 400 Elektroautos können am Tag an den 29 Wechselstrom-, 13 Gleichstrom (DC) und zwei Tesla-Stationen mit Strom versorgt werden, so das Unternehmen. Mit 60 Kilowatt Leistung an den Gleichstrom-Steckern dauert eine Ladung so nur rund 20 Minuten. Neben Strom aus grünen Quellen bietet die Station auch Gastronomie und Entertainment-Angebote.

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Für die Megacity und andere Großstädte

"Zusammen mit den Ladegeräten der Haushalte braucht eine Großstadt vielleicht zehn Solar-Super-Ladecenter, um ihre Ladeanforderungen zu erfüllen", heißt es vom Geschäftsführer von TUSAI Holding, dem Mutterkonzern von Tellus Powers. Und auch die deutsche Tochter des Unternehmens hofft mit der Technik auf einen Durchbruch hierzulande. Man wolle zeigen, dass flächendeckende Elektro-Infrastruktur bereits heute möglich sei. So die Aussage von Helmut Teschner, Geschäftsführer der in München ansässigen Tellus Power Europe. Deshalb will das Unternehmen auch deutsche Großstädte mit Mega-Ladestationen ausstatten.

Derzeit geht der Umstieg auf Elektromobilität in Deutschland noch recht schleppend voran. Das liegt einerseits an einer noch immer geringen Zahl an Ladestationen. Andererseits aber auch daran, dass die Deutschen sich noch nicht von ihrem Verbrenner verabschieden wollen. Mit Europas Weg in Richtung E-Mobility wird aber auch hierzulande ein Umdenken stattfinden. Und wenn die Infrastruktur erst einmal steht, kommt der Umstieg auf Elektroautos sicherlich in Schwung – mit Prämien und einer guten Ladeinfrastruktur hat es schließlich auch in Norwegen oder den Niederlanden geklappt.

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