Elektromobilität

Ein Elektrofahrzeug für den Südpol soll Expeditionen revolutionieren

von
Marten Zabel

Im Auftrag der Prince Albert II Foundation: Prinz Albert II von Monaco lässt Formel-E-Experten Venturi ein Elektrofahrzeug für Polarexpeditionen entwickeln.

Das ewige Eis: Die Antarktis.
Das ewige Eis droht zu schmelzen: Die Prince Albert II Foundation will gefährdete Regionen – wie die Arktis – schützen. Foto: Shutterstock / Li Hui Chen

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie das Elektrofahrzeug Antarctica EV das ewige Eis bezwingen soll
  • Wie Prinz Albert II so bedrohte Regionen am Rande der Welt erforschen lassen will
  • Wo die Prince Albert II Foundation das Fahrzeug nach der Jungfernfahrt einsetzen will

Elektroautos kommen inzwischen fast überall hin. Mit extrem kalten Temperaturen gibt es für die Technologie – vor allem für die Batterie – aber noch immer große Herausforderungen. Ein Hersteller hat jetzt ein erstes Fahrzeug vorgestellt, das spezifisch für den Einsatz in der Antarktis konstruiert wurde.

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Die Entwicklung fand im Auftrag von Prinz Albert II von Monaco statt. Er erforscht mit seiner Stiftung die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gletscher der Polarregionen und versucht, deren Schutz voranzutreiben. Die erste Expedition des Fahrzeugs soll mit prominenter Besatzung in Kanada stattfinden.

Elektrofahrzeug für die Antarktis

Normalerweise baut Venturi elektrische Rennwagen für die Formel-E. Das Antarctica EV ist als Expeditionsfahrzeug für extreme Bedingungen ein deutlicher Ausreißer. Seine zwei Tonnen Gewicht beschleunigen zwei 60-kW-Motoren auf maximal 20 Kilometer pro Stunde und die Reichweite unter realistischen Bedingungen in der kalten Wildnis schätzen die Entwickler auf gut 45 Kilometer.

Dafür passen drei Passagiere plus Ausrüstung und Gepäck in das Kettenfahrzeug. Sogar Außentemperaturen unter der -50°-Celsius-Marke halten das Antarctica EV nicht auf.

Prinz Albert II auf Expedition

Trotz seines bulligen Erscheinungsbildes steckt im Antarctica EV die DNA eines Rennautos. Die grundlegende Technologie von Venturi stammt aus diesem Bereich und wurde mit einem zwischen 2013 und 2015 entwickelten Prototyp für die extremen Verhältnisse der Polarregionen angepasst. Das jetzt vorgestellte Fahrzeug hat gegenüber dem in Europa getesteten Prototypen noch weitere Verbesserungen erhalten.

Die Expedition mit dem Titel "Back to Telegraph Creek" folgt einer Rallye von 1934 in Kanada mit einer Route von Dease Lake nach Telegraph Creek. Die Originalexpedition konnte die 42-Kilometer-Strecke seinerzeit nicht vollständig absolvieren, da die Witterungsbedingungen dies nicht zuließen. Sie ist eine der selbstgesetzten Herausforderungen von Venturi, die Auto-Abenteuern des frühen 20. Jahrhundert folgen.

Im März 2019 soll das Antarctica EV diese Reise in die kalte Wildnis absolvieren. Die Besatzung: Prinz Albert II von Monaco, Venturis Nordamerika-Chef Cavier Chevrin und der kanadische Astronaut Chris Hadfield. Bekanntheit erlangte dieser als Produzent des ersten Musikvideos an Bord der internationalen Raumstation ISS.

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Die Arbeit der Prince Albert II Foundation

Nach der Expedition soll das Antarctica EV auf seinen namensgebenden Kontinent geschickt werden, um dort Wissenschaftlern zu dienen. Da es elektrisch fährt, kann es Forschungsfahrten durchführen, ohne lokale Verschmutzung oder viel Lärm zu verursachen. Dank des Antarktis-Vertrags ist das dort sowieso verboten.

Die Stiftung des monegassischen Prinzen, die Prince Albert II Foundation, setzt sich für den Schutz von Regionen ein, die vom Klimawandel betroffen sind. Die Polargebiete sind dabei von besonderem Augenmerk. Denn ein Verlust der Eismassen im Zuge der Erderwärmung würde für dramatischen Wandel sorgen. Die Stiftung unterstützt Projekte zur Erforschung und zum Schutz dieser Regionen und hat bereits rund 30 Projekte dazu finanziert – nun eben auch die Entwicklung eines Elektroautos speziell für die extremen Bedingungen der Antarktis.

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