Elektromobilität

E-Scooter im Vergleich: Preise, Motoren und Modelle

von
Thomas Pitscheneder

Schluss mit dem Treten: E-Scooter rollen dank Elektromotoren ohne körperliche Anstrengung los. 16 Modelle im direkten Vergleich.

Mit dem E-Scooter in der Stadt unterwegs.
Mit E-Scootern sollen die letzten Meter zum Ziel keine Anstrengung sein. Doch noch gibt es ein großes Problem. Foto: Micro/Marine Poron

Das erfahren Sie gleich:

  • Wie sich die Scooter vorher ausführlich testen lassen
  • Welche unterschiedlichen Modelle es gibt
  • Worauf Kunden vor dem Kauf achten müssen
  • Wieso E-Scooter eigentlich nicht auf die Straße dürfen

Mit dem Auto direkt bis zum Ziel fahren – das klappt leider nicht immer. Oft gibt es keinen Parkplatz, und viele Bereiche sind inzwischen sowieso nur noch fußläufig erreichbar. Abhilfe sollen in der Elektromobilität Fahrzeuge für die Last Mile schaffen, also für die letzte Strecke zwischen dem Parkplatz oder der Haltestelle bis zum Zielort.

Vollelektrischer Fahrspaß

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audi.de/DAT-Hinweis

Dazu zählen etwa E-Skateboards, Hoverboards und klappbare E-Bikes. Immer mehr Hersteller bieten auch E-Scooter an, die sich kompakt im Kofferraum oder in der Bahn verstauen lassen. Sie befördern ihre Nutzer schnell über kleinere Distanzen.

Zwischen den einzelnen E-Scootern gibt es jedoch teils große Unterschiede bei Preisen, Geschwindigkeiten und der Bauweise. Zum Glück ist wohl vor dem Kauf eine ausführliche Testfahrt möglich.

Erste E-Scooter mit Zulassung zu kaufen

Noch vor dem Inkrafttreten der geplanten Regelung für E-Scooter kommen erste Modelle auf den Markt, die bereits bereit für das Fahren auf öffentlichen Wegen sind. Dazu gehört etwa der neue IO Hawk Exit Cross mit griffigen Rädern für Asphalt und unbefestigte Wege. Der Elektroroller erscheint in zwei Akku-Varianten.

Die kleinere Batterie mit 10,4 Amperestunden kommt bis zu 30 Kilometer weit, der größere Akku mit 15,6 Amperestunden soll maximal 48 Kilometer schaffen. Die Auslieferung beginnt im Mai. Wer vorbestellt, bezahlt 899 Euro für das kleinere Modell und 999 Euro für das größere. Regulär liegen die Preise je 200 Euro höher.

Etwas weiter ist wohl die Firma Metz. Deren E-Scooter "Moover" ist bereits seit 1. März auf Radwegen zugelassen. Möglich macht das laut Hersteller eine Sondergenehmigung. Wer zu den ersten Fahrern eines E-Scooters im Straßenverkehr gehören möchte, muss allerdings tief in die Tasche greifen: 1998 Euro kostet der Metz Moover. Die Reichweite soll 25 Kilometer betragen.

E-Scooter: Unterschiedliche Bauweisen erhältlich

Moderne Scooter mit Elektromotor gibt es in zwei grundlegenden Designs:

  • Eines davon erinnert an die klassischen Tretroller, die in den späten Neunzigern und den frühen 2000ern besonders beliebt waren. Früher noch in erster Linie für Kinder gedacht, sind die heutigen Elektroroller eher für Erwachsene ausgelegt.
  • Alternativ dazu gibt es E-Scooter mit einem Sitz. Dabei ragt meist eine Stange aus dem Trittbrett, an deren Ende ein Fahrradsattel befestigt ist. Der soll in erster Linie bei etwas längeren Wegen ein Mindestmaß an Komfort bieten und die Beine beim Fahren nicht überbelasten.

E-Scooter kaufen: Aktuelle Modelle im Vergleich

Zu den weltweit bekanntesten Marken für Tretroller gehören Micro und Razor. Beide Unternehmen bauen auch Elektroroller. Doch in dem noch jungen Markt ist die Konkurrenz groß. SXT, Miweba, Moovi, Segway und viele andere Firmen bieten eigene Modelle an – darunter auch deutsche Marken wie Egret.

E-Scooter im Vergleich

  • Hersteller
  • Modell
  • Bauart
  • Motorleistung
  • Geschwindigkeit
  • Reichweite
  • Gewicht
  • Belastbarkeit
  • Preis
  • Egret
  • Eight V2
  • Tretroller
  • 350 Watt
  • 28 km/h
  • 30 km
  • 14 kg
  • 100 kg
  • 1200 Euro
  • Egret
  • Ten V3
  • Tretroller
  • 500 Watt
  • 30 km/h
  • 42 km
  • 17 kg
  • 100 kg
  • 1600 Euro
  • IO Hawk
  • Exit Cross
  • Tretroller
  • 500 Watt
  • 20 km/h
  • 30 km (10,4Ah), 48 km (15,6Ah)
  • 19,8 kg
  • 120 kg
  • 1099 Euro (10,4Ah), 1199 Euro (15,6Ah)
  • IO Hawk
  • Sparrow
  • Tretroller
  • 250 Watt
  • 20 km/h
  • 28 km
  • 12,5 kg
  • 100 kg
  • 550 Euro
  • Metz
  • Moover
  • Tretroller
  • 500 Watt
  • 20 km/h
  • 25 km
  • 16 kg
  • 94 kg
  • 2000 Euro
  • Micro
  • Falcon X3
  • Tretroller
  • 500 Watt
  • 25 km/h
  • 10 km
  • 7,9 kg
  • 100 kg
  • 900 Euro
  • Micro
  • Condor X3
  • Tretroller
  • 500 Watt
  • 25 km/h
  • 25 km
  • 10,8 kg
  • 100 kg
  • 1000 Euro
  • Miweba
  • eFlux Carbon One
  • Tretroller
  • 350 Watt
  • 30 km/h
  • 25 km
  • 6,8 kg
  • 120 kg
  • 480 Euro
  • Miweba
  • eFlux Lite Six
  • Sitzroller
  • 500 Watt
  • 30 km/h
  • 30 km
  • 18 kg
  • 100 kg
  • 580 Euro
  • Moovi
  • E-Scooter
  • Tretroller
  • 150 Watt
  • 20 km/h
  • 20 km
  • 9,1 kg
  • 100 kg
  • 600 Euro
  • Razor
  • E300
  • Tretroller
  • 250 Watt
  • 24 km/h
  • 7 km
  • 25 kg
  • 100 kg
  • 330 Euro
  • Razor
  • E300S
  • Sitzroller
  • 250 Watt
  • 24 km/h
  • 7 km
  • 23,6 kg
  • 100 kg
  • 340 Euro
  • Segway-Ninebot
  • KickScooter ES1
  • Tretroller
  • 250 Watt
  • 20 km/h
  • 25 km
  • 11,3 kg
  • 100 kg
  • 500 Euro
  • Segway-Ninebot
  • KickScooter ES2
  • Tretroller
  • 300 Watt
  • 25 km/h
  • 25 km
  • 12,5 kg
  • 100 kg
  • 600 Euro
  • SXT Scooters
  • SXT300
  • Sitzroller
  • 300 Watt
  • 20 km/h
  • 22 km
  • 19,1 kg
  • 110 kg
  • 430 Euro
  • SXT Scooters
  • SXT Neo
  • Tretroller
  • 500 Watt
  • 26 km/h
  • 25 km
  • 9,7 kg
  • 125 kg
  • 500 Euro

(Stand: März 2019)

Die Wahl eines geeigneten Exemplars fällt bei einer solch großen Auswahl natürlich nicht leicht. Deshalb sollten potenzielle Käufer auf einige wichtige Punkte achten, die den Fahrspaß erhöhen – oder im schlimmsten Fall sogar komplett zerstören. Die maximalen Geschwindigkeiten sind in der Praxis natürlich auf 20 km/h gedrosselt. Bei einigen Modellen ist außerdem zusätzliche Ausrüstung notwendig.

Elektroroller: Reichweite auch auf Kurzstrecken wichtig

Die E-Roller sind für den Einsatz über kurze Strecken gedacht. In konkreten Fällen bedeutet das meist eine Überbrückung von ein paar Metern bis hin zu wenigen Kilometern. Entsprechend klein fallen bei einigen Modellen die Akkus aus. Dann ist nach rund 10 km bereits der Saft raus. Bei Ausstattung mit einem LED-Scheinwerfer sogar noch früher.

Eine hohe Reichweite hat dagegen viele Vorteile. Bei längeren Reisen, etwa im Urlaub oder auf Dienstreise, ist nicht immer schnell eine Steckdose zum Aufladen verfügbar. Zudem fehlt manchmal einfach die Zeit, um den Akku wieder mit Strom zu versorgen. Dann bleibt der Elektro-Scooter entweder im Hotel oder es bleibt nur der manuelle Betrieb per Tritt.

Bei der Technologie in den Batterien verlassen sich viele Hersteller auf ein Blei-Gel. Das ist für Stöße kaum anfällig und sorgt für eine lange Lebensdauer der Akkus – zu Lasten der maximalen Reichweite. Die liegt bei anderen Akku-Technologien höher.

Mehr Leistung für schnelleres Reisen

Die Leistung von Elektromotoren ist in Watt angegeben. Bei leistungsstärkeren Antrieben, etwa im Auto, rechnen die Hersteller in Kilowatt (kW). Je höher der Wert liegt, desto mehr Kraft entfaltet der E-Motor. Einfache E-Scooter bieten kaum mehr als 100 Watt, während teurere Modelle bei rund 500 Watt liegen.

Das Plus an Leistung macht sich an vielen Stellen bemerkbar. Die Höchstgeschwindigkeit klettert von etwa 10 km/h auf bis zu 30 km/h an – für die Zulassung muss sie aber auf 20 km/h begrenzt sein. Elektroroller mit mehr Power haben auch weniger Schwierigkeiten bei der Bewältigung von Steigungen und kommen mit höheren Lasten zurecht.
Gleichzeitig belasten sie aber auch die Blei-Gel-Akkus oder Lithium-Ionen-Akkus mehr, was wiederum für geringere Reichweiten der Roller sorgt.

Ein Knackpunkt beim E-Roller sind die Räder

Der Einsatzzweck und mögliche Untergründe für die Fahrten sind ein wichtiger Teil bei der Entscheidungsfindung. Wer auf Kopfsteinpflaster und unbefestigten Wegen unterwegs ist, sollte unbedingt ein Modell mit passender Bereifung wählen. Räder mit Luftfüllung und einem ausreichend ausgeprägten Profil sind Pflicht.

Wer nur in der City fährt und meist glatte Oberflächen unter sich hat, darf gerne zu schmaleren Rädern aus Plastik oder Vollgummi greifen. Bei ersteren leidet allerdings die Verzögerung der Bremse, da der Grip fehlt.

E-Scooter: Das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmen

Bei der Kaufentscheidung spielt der Preis natürlich eine entscheidende Rolle. Online gibt es die Elektroroller bereits ab rund 100 Euro. Teurere Modelle schlagen mit 1000 Euro und mehr zu Buche. Wer allerdings nur auf einen günstigen Preis achtet, bereut seine Entscheidung vielleicht später.

Neben geringer Leistung und Reichweite nehmen Kunden dabei oft qualitative Einbußen in Kauf. Bei einem günstigen Scooter sparen die Unternehmen schließlich nicht nur bei Motor und Akku. Eine Probefahrt der Roller beim Fachhändler ist deshalb meist empfehlenswert.

E-Scooter und das Problem mit der Zulassung

Auf dem Markt sind elektrische Scooter bereits in großen Mengen zu haben. Im öffentlichen Straßenverkehr sind sie jedoch noch nicht angekommen. Der Grund liegt in der noch immer ungewissen Rechtslage. Eine direkte Straßenzulassung haben die Geräte bis heute nicht.

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Dabei gab das Bundesverkehrsministerium bereits 2014 eine Studie in Auftrag, die den Grundstock für eine mögliche Zulassung schaffen sollte. Erst 2017 kamen die Ergebnisse zurück. Im Oktober 2018 stand endlich eine ausgearbeitete Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) bereit. Bis zum Inkrafttreten dieser dauert es aber vielleicht noch bis Mai 2019.

Wer bis dahin auf öffentlichen Straßen mit einem elektrischen Scooter unterwegs ist, führt ein Fahrzeug ohne Straßenzulassung und ohne Versicherung. Die möglichen Konsequenzen beginnen bei einem zweistelligen Bußgeld – und können bis zur Gefängnisstrafe reichen!

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