Elektromobilität

E-Lastenräder: Wie Sie von der Förderung profitieren

von Sabrina Lieb

Lastenfahrrad vor Hausfassade
Das Fahrrad macht sich laaaang: E-Lastenräder und Lastenanhänger erobern die City – eine Förderung für sie gibt es seit März 2018 in ganz Deutschland. Foto: istock.com/Tatabrada

Das erfahren Sie gleich:

  • Welche Städte fördern private E-Lastenräder?
  • Wer profitiert von der staatlichen Förderung von E-Lastenrädern?
  • Wie kann ich einen Antrag auf gewerbliche Förderung stellen?

Förderung für E-Lastenräder und Lastenanhänger: Wir erklären, wie Sie den Zuschuss erhalten und verraten, wo auch Privatkäufer einen Bonus bekommen.

Welche Städte fördern private E-Lastenräder?

Um die Elektromobilität attraktiver zu gestalten, fördert der Bund die Anschaffung von Elektroautos. Aber auch E-Lastenräder sind unter bestimmten Bedingungen durch den Bund förderungsfähig, allerdings nur für gewerbliche Zwecke.

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Manche Städte und Landkreise machen sich deshalb von der staatlichen Förderung unabhängig und bieten auch für Privatpersonen eine finanzielle Unterstützung beim Kauf eines E-Lastenrads.

München als Vorreiter

München etwa fördert den Privatkauf von elektrischen Transportfahrrädern bereits seit Januar 2017 – und zählt damit zu den ersten Städten überhaupt, die in Deutschland Privatpersonen unterstützen. Die Fördersummen setzen sich wie folgt zusammen:

  • Zwei- und dreirädrige Elektroleichtfahrzeuge mit 25 Prozent der Nettokosten bis maximal 1000 Euro
  • Lastenpedelecs mit 25 Prozent der Nettokosten bis maximal 1000 Euro
  • Ladeinfrastruktur mit 20 Prozent der Nettokosten für Montage bis maximal 6000 Euro
  • Installation und Beratungsleistungen mit 80 Prozent bis maximal 6000 Euro
  • Zusätzliche 200 Euro bis 1000 Euro Förderung sind möglich bei Verschrottung eines Altfahrzeuges oder wenn das geförderte Elektrofahrzeug mit Ökostrom geladen wird

In München ist also nicht nur das E-Lastenrad förderfähig, sondern auch die Ladeinfrastruktur für den Heimgebrauch. Bis zum 31. Dezember 2020 können Privatpersonen in München noch von der Prämie profitieren.

Der Antrag auf Förderung lässt sich via Online-Formular ausfüllen.

Wichtig: Der Antrag muss vor dem Kauf erfolgen. Rückwirkend ist eine Förderung nicht mehr möglich!

Ansicht von München mit Rathaus und Frauenkirche
München fördert auch Privatfahrer: Ob E-Lastenräder oder Lastenanhänger, die Förderung gibt es in der Stadt auch für Privatpersonen. Foto: istock.com/Meinzahn

Seit Mai 2018 gibt es auch in Berlin Zuschüsse

Auch die Landeshauptstadt fördert seit Mai 2018 Lastenräder mit und ohne Elektromotor.

Dabei sind Elektro-Lastenräder und Lastenräder ohne elektrische Unterstützung förderfähig:

  • Berlin gewährt einen Zuschuss von 33 Prozent des Kaufpreises
  • E-Lastenräder fördert die Stadt mit maximal 1000 Euro
  • Lastenräder ohne Elektromotor mit maximal 500 Euro

Insgesamt stehen in diesem Jahr 200.000 Euro für die Förderung zur Verfügung:

  • Davon sind 130.000 Euro für private Antragsteller vorgesehen
  • 70.000 Euro sollen an gewerbliche oder freiberufliche Antragsteller gehen

Seit Mai können Sie den Zuschuss online beantragen.

Bei den Anträgen gilt es schnell zu sein, denn die Stadt bearbeitet sie in der Reihenfolge, in der sie beantragt wurden. Ist die Fördersumme aufgebraucht, gibt es keinen Zuschuss mehr.

Falls das Programm gut aufgenommen wird, will die Stadt 2019 die Förderung jedoch fortführen – dann mit insgesamt 500.000 Euro.

Auch Heidelberg fördert E-Lastenräder

Auch Heidelberg fördert die private Anschaffung von E-Lastenrädern mit bis zu 500 Euro.

Förderfähig sind dabei Elektro-Lastenräder, Lasten-Pedelecs oder E-Lastenanhänger:

  • die bereits ab Werk mit einem Elektroantrieb ausgestattet sind
  • die eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h haben
  • und mindestens 40 Kilogramm Zuladung zulassen

Nicht förderfähig sind:

  • nachträgliche Umbauten herkömmlicher Pedelecs
  • gebrauchte Fahrzeuge

Im Online-Formular lässt sich ein Antrag auf Förderung stellen – dem ist aber unbedingt die Rechnung des Rades beizulegen.

Wichtig: Anders als in München muss die Rechnung bei Antragstellung bereits vorliegen. Allerdings darf der Kauf nicht länger als sechs Monate zurückliegen.

Weitere Städte, die private E-Lastenräder bezuschussen

  • Dachau: max. 500 Euro ohne Elektromotor, max. 1000 Euro mit Elektromotor, bis 31. Dezember 2019

Wichtig: Der Antrag muss postalisch vor dem Kauf bei der Stadt Dachau eingegangen und bewilligt worden sein.

  • Limburg: 600 Euro pauschal, weitere Förderung durch Abwrack- und Ökoboni möglich, bis 31. Januar 2019

Wichtig: Der Antrag muss bis spätestens zwei Wochen nach Abschluss des Kaufs postalisch oder per Mail bei der Kreisstadt Limburg a. d. Lahn beantragt werden.

Fazit zur Förderung privater E-Lastenrädern: Die private Nutzung der Räder fördern derzeit nur wenige Städte wie München und Heidelberg. Auch die Beiträge variieren stark. Vor allem im südlichen Raum wächst die Bereitschaft Cargobikes mit Elektroantrieb auch für den privaten Nutzen zu subventionieren.

Großstädte wie Hamburg, Köln oder Frankfurt haben noch keine vergleichbaren Förderungsprogramme für Privatpersonen lanciert. Immerhin: Seit Mai 2018 fördert auch die Bundeshauptstadt den Privatkauf von E-Lastenrädern – und nimmt damit vielleicht eine Vorbildfunktion für andere Städte ein.

Wer profitiert von der bundesweiten Förderung von E-Lastenrädern?

Bereits seit 2016 fördern einzelne Städte und Bundesländer E-Lastenräder und Lastenanhänger. Seit März 2018 hat die Bundesregierung die Förderung auf Schwerlast-Transporträder mit Elektroantrieb ausgeweitet.

Im Zuge der Bezuschussung alternativer Energien und der Elektromobilität steht Unternehmen, Gemeinden oder Hochschulen eine Fördersumme durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zu. Im einzelnen profitieren davon:

  • private Unternehmen unabhängig von der Art der Tätigkeit und ihrer Rechtsform (einschließlich Genossenschaften)
  • freiberuflich Tätige
  • Unternehmen mit kommunaler Beteiligung
  • öffentliche, gemeinnützige und religionsgemeinschaftliche Hochschulen (Volkshochschulen sind davon ausgenommen)
  • Forschungseinrichtungen und Krankenhäuser bzw. deren Träger
  • Kommunen (Städte, Gemeinden und Landkreise)

Tipp: Die Förderung gilt auch rückwirkend für E-Lastenräder, die ab dem 29. November 2017 angeschafft wurden.

Geparkte Fahrräder am Bordstein
E-Lastenräder bezuschussen: Die Förderung durch das Bafa gilt bundesweit für Lastenfahrräder und Lastenanhänger mit Elektroantrieb. Foto: istock.com/maikid

Wie hoch ist die Fördersumme?

Das hängt von den Preisen für das Rad ab: Denn das Bafa fördert die Räder mit 30 Prozent der Anschaffungskosten – maximal jedoch 2500 Euro pro Rad.

Eine Beispiel-Rechnung des Bafa verdeutlicht den Unterschied zwischen 30 Prozent Förderung und einer maximalen Summe von 2500 Euro pro E-Lastenrad:

  • Will ein Unternehmen fünf Räder für je 10.000 Euro anschaffen, beträgt die Fördersumme von 30 Prozent 15.000 Euro
  • Bei einem maximalen Förderbetrag von 2500 Euro pro Rad beträgt die Fördersumme für fünf Räder 12.500 Euro
  • Der Fördersatz liegt hier somit bei 12.500 Euro

Gibt es eine Obergrenze für die Förderung?

Ja. Die Förderung des Bafa ist Bestandteil der geringfügigen Kleinst-Finanzierung durch den Bund (De-minimis). Für Unternehmen, die bereits Förderungen in anderen Bereichen erhalten haben, die in die De-minimis-Regelung fallen, gibt es eine Obergrenze an Fördergeldern.

Im aktuellen und in den beiden vorangegangenen Steuerjahren darf die Summe nicht 200.000 Euro – bzw. 100.000 Euro für Unternehmen des Straßentransportsektors – überschreiten. Gegebenenfalls kürzt das Bafa die Förderung dementsprechend.

Tipp: Noch vor der bundesweiten Förderung boten einige Bundesländer und Städte Zuschüsse für gewerblich genutzte E-Lastenräder an – etwa München, Baden-Württemberg oder Niedersachsen. Da der bundesweite Zuschuss nicht mit anderen Förderungen kombinierbar ist, ist eine Doppel-Bezuschussung nicht möglich.

Beim Bafa heißt es: "Die Förderung nach der Kleinserien-Richtlinie schließt die Inanspruchnahme von anderen Fördermitteln für dieselbe Maßnahme aus."

Fazit: Wer die Obergrenze der Förderung durch den Bund (De-minimis) noch nicht erreicht hat, für den bietet der E-Lastenrad-Zuschuss eine gute Möglichkeit. Und auch bei älteren Anschaffungen – ab 29. November 2017 – ist eine Förderung noch möglich.

Welche E-Lastenräder oder Lastenanhänger sind förderfähig?

Das Bafa fördert mit dem Zuschuss lediglich Schwerlastenfahrräder oder -anhänger mit elektrischer Unterstützung. Die E-Lastenräder oder E-Lastenanhänger müssen mindestens:

  • eine Ladefläche von 1 m³ haben
  • über eine Nutzlast von 150 Kilogramm verfügen (setzt sich zusammen aus Gewicht des Fahrers und Gewicht der transportierten Last) Zur Nutzlast heißt es im offiziellen Merkblatt des Bafa: "Die Nutzlast im Sinne dieser Richtlinie ist wie folgt definiert: Nutzlast = zulässiges Gesamtgewicht - Eigengewicht des Fahrzeugs = Ladung + Fahrer".

Hinweis: Die Begriffe "Nutzlast" und "Zuladung" werden von Fahrradhändlern und Anbieter oft unterschiedlich benutzt, da nicht alle einheitlich das Gewicht des Fahrers in die angegebene Nutzlast mit hinein rechnen. Erkundigen Sie sich deshalb am besten vor dem Kauf beim Bafa, ob das Lastenrad Ihrer Wahl förderfähig ist.

Neben Rädern und Anhängern im Einzelnen fördert das Bafa auch ein Gespann aus E-Lastenfahrrad und E-Lastenanhänger, solange eines der beiden eine elektrische Unterstützung besitzt.

Eine Einschränkung macht das Bundesamt außerdem bei der Art der Nutzung des Rades oder des Anhänger.

Welche Räder fördert das Bundesamt nicht?

Grundsätzlich sind gewerblich genutzte E-Lastenräder förderfähig – es gibt jedoch Ausnahmen, die das Bafa nicht bezuschusst. Dazu gehören:

  • E-Fahrräder und Anhänger für den Personentransport (z. B. Rikschas)
  • E-Fahrräder und Anhänger, die als Verkaufsfläche bzw. für Verkaufsaufbauten dienen (z. B. Getränkeverkauf)

Außerdem gibt es einige Einschränkungen, die gebrauchte Räder oder nicht vollständig ausgereifte Modelle betrifft. Nicht förderungsfähig sind deshalb E-Lastenräder und Anhänger, die:

  • gebraucht erworben wurden oder deren Bauteile größtenteils gebraucht gekauft wurden
  • noch im Status eines Prototypen erworben wurden
  • zusätzlich sind Eigenleistungen nicht förderfähig

Fazit: Mit Ausnahme von Personenbeförderung und Verkaufsständen fördert das Bafa alle gewerblich genutzten E-Lastenräder bzw. E-Lastenanhänger für das Fahrrad – solange sie die Mindestanforderungen von 1 m³ Stauraum bzw. 150 Kilogramm Nutzlast erfüllen. Es lohnt sich also bei einer Anschaffung in jedem Fall, einen Antrag auf Förderung zu stellen.

Hinweis: Anders als bei der Umweltprämie für Elektroautos ist "eine Finanzierung über Leasing bei Lastenfahrrädern nicht zulässig, weil eine geleaste Einheit / ein geleastes Schwerlastenfahrrad nicht in das Eigentum des Leasingnehmers übergeht. Eine Kaufoption im Leasingvertrag ist nicht ausreichend."

Wie kann ich einen Antrag auf Förderung stellen?

Um einen Antrag zu stellen, müssen Sie das Online-Formular für die Förderung von E-Lastenrädern ausfüllen. Zusätzlich zu dem vollständig ausgefüllten Antragsformular müssen Sie ein Produktdatenblatt einreichen, aus dem das notwendige Transportvolumen und die Nutzlast hervorgehen.

Hinweis: Das Bundesamt weist derzeit darauf hin (Stand: 25. Mai), dass Zuschüsse voraussichtlich erst nach der Sommerpause 2018 bearbeitet werden, da momentan lediglich eine vorläufige Haushaltsführung aktiv ist. Die Anträge, so heißt es vom Bafa, werden aber trotzdem geprüft und bearbeitet. Ob sie letztlich auch bewilligt werden, entscheidet sich aber erst nach Inkrafttreten des Haushaltsgesetzes, also ab September 2018.

Fazit: Die Antragstellung im Onlineverfahren ist sehr simpel und lohnt sich für alle Unternehmen, die bereits Lastenräder oder Lastenanhänger mit elektrischer Unterstützung ab dem 29. November 2017 angeschafft haben oder dies noch tun möchten. Auch wenn die Auszahlung des Zuschusses noch etwas dauern könnte, sind die Fördersummen von bis zu 2500 Euro pro Rad oder Anhänger lohnenswert.

Ebenso wie die Umweltprämie für Elektroautos bezuschusst die Bundesrepublik so die Elektromobilität und deren Wachstum in Deutschland.

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